


Audi Aztec
Der 1988 auf der Frankfurter IAA vorgestellte Audi Aztec zählte zu den radikalsten Konzeptfahrzeugen der Ingolstädter. Die von Giorgetto Giugiaro (Italdesign) entworfene Studie zeichnete sich durch ein offenes Doppel-Cockpit aus, das Fahrer und Beifahrer optisch voneinander trennte. Seine keilförmige Karosserie, die sichtbaren technischen Komponenten und die fortschrittliche Elektronik verliehen ihm ein futuristisches, leicht dystopisch anmutendes Erscheinungsbild. Der Aztec zeugte von Audis Bereitschaft, mutiges und emotionales Design zu wagen – und das zu einer Zeit, als die Marke gerade dabei war, eine neue und moderne Designsprache zu formen. Auch wenn der Aztec nie in Serie ging, bewies er, dass Audi ebenso experimentierfreudig sein konnte wie die etablierten Hersteller exklusiver Sportwagen.



Audi quattro Spyder
Der auf der IAA von 1991 enthüllte Audi quattro Spyder war ein kompakter Sportwagen mit Mittelmotor, der beim Publikum auf großes Interesse stieß. Seine leichte Aluminiumkarosserie, die flache Silhouette, die herausnehmbaren Dachelemente und die versenkbare Heckscheibe verliehen ihm den Charakter eines puristischen Sportwagens. Die orangefarbige Studie unterstrich die Kompetenz von Audi im Aluminium-Leichtbau und in der Entwicklung leistungsstarker Fahrzeuge. Eine Serienfertigung wurde ernsthaft in Erwägung gezogen, doch Bedenken hinsichtlich der Kosten führten kurz vor Serienfreigabe zur Einstellung des Projekts. Der quattro Spyder gilt bis heute als eines der berühmtesten nicht realisierten Modelle von Audi, als Symbol für die sportlichen Ambitionen des Unternehmens in den frühen 1990er-Jahren und früher Wegbereiter des R8.



Audi Avus quattro
Der durch seine Präsentation auf der Tokio Motor Show von 1991 berühmt gewordene Avus quattro war eine spektakuläre Supersportwagen-Studie. Benannt nach der historischen Berliner Rennstrecke Avus und konzipiert als eine Art moderner Auto-Union-„Silberpfeil“. Seine Karosserie aus poliertem Aluminium schuf eine spiegelnde Oberfläche, während die flachen, breiten Proportionen Geschwindigkeit und Leistungsstärke visualisierten. Audi entwickelte die Studie rund um einen W12-Motor und nahm damit ein Antriebskonzept vorweg, das später im Volkswagen-Konzern zur Anwendung kam. Der Avus quattro diente vor allem als Demonstrationsobjekt für die Aluminium-Space-Frame-Technologie und die wachsenden Ambitionen von Audi im Hochleistungssegment. Heute gilt er als eine der stilvollsten und avantgardistischsten Concept Cars seiner Ära.



Audi TT Showcar
Das TT-Showcar stand 1995 auf der IAA und entwickelte sich zu einer der einflussreichsten Studien von Audi. Entworfen von J Mays und Freeman Thomas, zeichnete es sich durch klare geometrische Formen und eine vom Bauhaus inspirierte Schlichtheit aus. Sein minimalistisches Design stach in den 1990er-Jahren deutlich heraus und kam beim Publikum überaus gut an. Audi überführte die TT-Studie denn auch mit nur geringfügigen Änderungen in die Serie – als seltenes Beispiel für ein Concept Car, das fast unverändert zu einem erfolgreichen Serienmodell avancierte. In diesem Fall ab 1998, also nur drei Jahre später.

Audi A8 Coupé Concept
Mit der Studie des A8 Coupé lotete Audi 1997 aus, wie sich die luxuriöse A8-Limousine der ersten Generation (D2) in einen eleganten Gran Turismo verwandeln ließe. Basierend auf der Aluminium-Plattform des A8, zeichnete sich das in „Ming-Bleu“ lackierte Einzelstück durch eine schlankere zweitürige Karosserie und sportlichere Proportionen aus. Die Studie verband Luxus mit Performance und unterstrich Audis Bestreben, das Modellangebot über klassische Limousinen hinaus zu erweitern. Auch wenn das Modell nie den Sprung in die Serie schaffte, nahm es künftige Coupés wie den Audi A5 und den Audi A7 vorweg.



Audi Steppenwolf
Der im Jahr 2000 in Paris vorgestellte Audi Steppenwolf nahm den Aufstieg sportlicher Crossover-Modelle vorweg. Basierend auf der ersten TT-Generation und der Volkswagen-Konzernplattform P34, verband er ein Coupé-Design mit erhöhter Bodenfreiheit und Geländetauglichkeit. Eine robuste Karosserie, große Räder und der quattro-Allradantrieb unterstrichen den abenteuerlustigen Charakter. Die Studie deutete darauf hin, dass Kunden künftig eine Mischung aus Sportwagendesign und der Funktionalität eines SUV nachfragen würden – ein Trend, dem Audi ab 2005 beginnend mit dem Q7 und später mit dem Q5 (2008) und dem Q3 (2011) konsequent nachkam.

Audi Nuvolari quattro
Der Audi Nuvolari quattro debütierte 2003 auf dem Genfer Salon als eindrucksvoller, viersitziger Gran Turismo, benannt nach der italienischen Rennsportlegende und dem Auto-Union-Piloten Tazio Nuvolari. Seine lange Motorhaube, die Fastback-Dachlinie und der markante Singleframe-Kühlergrill nahmen wesentliche Elemente der künftigen Audi-Design-DNA vorweg. Angetrieben von einem V10-Biturbo-Konzeptmotor, vereinte er Luxus mit hoher Leistungsfähigkeit und beeinflusste direkt spätere Coupés, speziell den 2007 ebenfalls in Genf enthüllten Audi A5. Kürzlich wurde im Rahmen des Formel-1-Grand Prix in Monaco der Name „Nuvolari“ erneut für den aktuellen und in limitierter Stückzahl in den Verkauf kommenden Audi-Supersportwagen gewählt.



Audi quattro concept
Die Studie „Audi quattro concept“ debütierte zur Feier des 30-jährigen Jubiläums des legendären Audi Quattro und dessen bahnbrechenden Allradantriebs auf der Pariser Mondial von 2010. Gedacht als Neuinterpretation des „kurzen“ Audi Sport Quattro, mit markanten Radhäusern und weiterhin kompakten Proportionen, jedoch ergänzt um zeitgemäße Hochleistungstechnik. Basierend auf der Plattform des RS5 verband das das Concept Car Leichtbauweise mit dem längs eingebauten und leistungsgesteigerten 2,5-Liter-Fünfzylinder (TFSI) aus dem Audi RS5. Auch wenn das Projekt 2012 eingestellt wurde, unterstrich das Konzept die Rallye-Tradition von Audi und die anhaltende Bedeutung des quattro-Antriebs für die Marke.

Audi e-tron Spyder
Mit dem 2010 auf dem Pariser Salon gezeigten e-tron Spyder zauberte Audi einen Roadster der Zukunft aus dem Hut. Der flache Roadster kombinierte zwei Elektromotoren mit einem Dreiliter-V6-TDI zu einem zukunftsweisenden Plug-in-Hybrid-System. Markante Karosserieflächen und eine futuristische LED-Scheinwerfersignatur unterstrichen seinen technischen Charakter. Die nur 1,11 Meter hohe Studie demonstrierte, wie Audis künftige e-tron-Strategie Effizienz mit Fahrspaß verbinden würde, und prägte maßgeblich die spätere Entwicklung von elektrifizierten Baureihen aus Ingolstadt.

Audi A:I Race
Die 2018 auf dem Pebble Beach Concours ausgestellte Studie Audi A:I Race gab einen Ausblick auf einen Hochleistungssportwagen der Zukunft. Seine eigentliche Bezeichnung PB18 e-tron wies sowohl auf den Premierenort Pebble Beach als auf den LMP1-Le-Mans-Wagen von Audi, den R18 e-tron hin, von dem die Studie wesentliche Technologien übernahm. Die im Audi Designcenter in Malibu (Kalifornien) gestylte Studie wird rein elektrisch angetrieben – ein vorderer E-Motor und zwei weitere an der Hinterachse schicken zusammen 670 PS an den Quattro-Antrieb. Bei Solofahrten lässt sich das ansonsten zweisitzige Cockpit so gestalten, dass der Fahrer in der zentralen Achse sitzt und so echtes Monoposto-Feeling genießen kann. Die Studie spiegelte wesentliche Branchentrends wie Elektrifizierung und Vernetzung wider, verzichtete aber unter dem Motto „Level Zero“ bewusst auf automatisierte Fahrhilfen.
Schauen Sie unseren Film über die geheimen Audi Konzeptstudien
Alle zehn dieser wegweisenden Konzeptfahrzeuge sind noch bis zum 12. Juli 2026 im Rahmen der Ausstellung „Design Legends“ im Audi Museum Mobile in Ingolstadt zu sehen. Um mehr über ihre Geschichte zu erfahren, können Sie sich unsere neueste Dokumentation ansehen, in Kurator Stefan Felber Classic Drivers J.P. Rathgen exklusiv durch die Ausstellung führt. Der Film ist ab sofort auf unserem YouTube-Kanal zu finden.
Aus dem Englischen übersetzt von Thomas Imhof

























































