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Die Zündfolge 1-2-4-5-3 prägt Audi seit 50 Jahren – jetzt hat sie ihre eigene Ausstellung

Der Fünfzylinder mit den vier Ringen wird 50 – ein Jubiläum, das es ohne Ferdinand Piëch wohl nie gegeben hätte. Audi feiert es bis zum 28. Februar 2027 mit einer Sonderausstellung im Ingolstädter museum mobile: sieben Motoren und vierzehn Autos vom 100 5E über den Avant RS2 bis zum GT50 concept.

Der Audi Ur-quattro revolutionierte Anfang der Achtzigerjahre die Rallye-Welt wie kein anderes Auto zuvor, was vor allem an seinem Allradantrieb lag. Der Grund für die Ekstase der Rallye-Fans steckte jedoch unter der Motorhaube – der leistungsstarke und zugleich betörend klingende Turbo-Fünfzylinder, der Audi gemeinsam mit dem quattro-Antrieb von einer biederen Altherren-Marke zu einem ernst zu nehmenden Premiumhersteller machte, einem echten Konkurrenten für Mercedes und BMW.

Audi nimmt den fünfzigsten Geburtstag des hauseigenen Fünfzylinders nun zum Anlass, um dem ikonischen Motor eine Ausstellung im Ingolstädter Audi museum mobile zu widmen – diese läuft noch bis zum 28. Februar 2027 und trägt in Anlehnung an die Zündfolge des Aggregats den passenden Namen „1-2-4-5-3". Die Sonderschau umfasst sieben als Ausstellungsobjekte präparierte Motoren sowie vierzehn Vehikel.

 

Denn das Rallye-Ass, das mit Michèle Mouton und Walter Röhrl hinter dem Steuer zur Legende wurde, war längst nicht der erste Audi, der seine Kraft aus fünf Töpfen schöpfte. Die VW-Tochter erwog, die zweite Generation ihrer gehobenen Mittelklasse Audi 100 mit prestigeträchtigeren Fünf- oder Sechszylindern auszurüsten. Aus Gründen der Gewichtsverteilung und aufgrund der kompakteren Bauform fiel die Entscheidung schließlich auf den Fünfender, der vom Vierzylinder EA 827 des Audi 80 abgeleitet worden war.

Im August 1976, also vor genau fünfzig Jahren, stellte Audi in Luxemburg die zweite Generation des Audi 100 (C2) vor – und überraschte mit der unkonventionellen Bauart des neuen Spitzenmotors. Dieser trug den internen Code EA 828, war mit einer modernen Einspritzanlage ausgerüstet und gab 136 PS an die Vorderräder ab. Zu diesem Zeitpunkt konnte wohl niemand ahnen, dass das Zylinder-Quintett dreizehn Jahre später im monströsen Audi 90 quattro IMSA GTO mit 720 PS gipfeln sollte.

Fünfzylinder waren zwar keine Neuerfindung – im Vorderrad des Münchner Motorrads Megola rotierte schon in den Zwanzigerjahren ein Fünfzylinder-Sternmotor –, allerdings wurden sie in Serienautos bis dato kaum eingesetzt: Einzig die gehobene Diesel-Version des Mercedes /8 (W115), der 240 D 3.0, schöpfte damals aus ebenfalls fünf Töpfen zahme 80 PS. Zu den Kunden kam der 2,1-Liter-Benziner im Frühjahr 1977, als Audi 100 5E.

Die Brücke zwischen den beiden Autos schlug niemand anders als Ferdinand Piëch: Audis Technikvorstand und treibende Kraft hinter der Neuausrichtung der Marke war Anfang der Siebzigerjahre mit seinem eigenen Stuttgarter Ingenieurbüro an der Entwicklung jenes Mercedes-Diesels beteiligt – wenige Jahre später dachte er das Konzept bei Audi als Benziner weiter. Man darf ihn also getrost als Fünfzylinder-Patron bezeichnen.

 

Das Team von Audi Tradition beschränkt sich in Ingolstadt nicht auf Alltags-Klassiker wie den Erstling im Audi 100 5E, den 200 5T oder den 100 TDI, sondern reichert die Ausstellung mit sportlichen Meilensteinen wie dem S2 Coupé, dem Avant RS2, dem RS 3 oder dem TT RS an. Ältestes Exponat ist übrigens besagte Megola. Abgerundet wird die Schau mit der Rennversion TT Motorsport sowie den beiden Studien RS Q3 concept und GT50 concept, bei letzterer handelt es sich um ein Auszubildendenprojekt aus dem vergangenen Jahr. Der Weg nach Ingolstadt lohnt sich nicht nur wegen der sorgfältig ausgewählten Exponate, sondern auch wegen der kreativen Aufmachung in Pop-Art- und Comic-Optik, die Bezug auf die Historie des Triebwerks nimmt.

„50 Jahre Fünfzylinder ist ein ganz besonderes Jubiläum für Audi: Nur wenige Technologien rufen derart starke Emotionen hervor und haben die Wahrnehmung der Marke in den vergangenen fünf Jahrzehnten so stark geprägt. Deshalb haben uns viele Audi-Fans und Museumsgäste angesprochen, ob wir zu diesem Jubiläum eine Sonderausstellung machen – ein Wunsch, dem wir natürlich gerne nachkommen", sagt der verantwortliche Kurator Stefan Felber.

Fotos: Audi Tradition

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