


Zwischen deutscher Präzision und italienischer Leichtigkeit lag schon immer eine gewisse Sehnsucht, eine kulturelle Strömung, die so selbstverständlich fließt wie der sommerliche Verkehr über den Brennerpass. Wenn der bayerische Ingenieur auf den Mailänder Designer trifft, geschieht etwas Bemerkenswertes: Autos werden zu mehr als bloßen Maschinen. Man denke nur an die zeitlosen Silhouetten, die dieser Dialog hervorgebracht hat, an BMW und Mercedes mit Linien von Pininfarina und Italdesign, an Porsches Zusammenarbeit mit italienischen Kunsthandwerkern oder an die dezente italienische Handschrift in unzähligen deutschen Prototypen. Und dann ist da noch die Geschichte der italienischen Gastarbeiter in Stuttgart, Wolfsburg oder München, Männer, die Pasta, Musik und eine unübersetzbare Wärme in die Werkshallen brachten und Spuren Italiens im Herzschlag der deutschen Industrie hinterließen.


Auf der langen Fahrt in den Süden setzte sich dieses Ritual fort. Die Deutschen jagten seit jeher dem mediterranen Licht hinterher, ihre Coupés und Cabriolets summten über die Alpen Richtung Lago di Garda oder an die tyrrhenische Küste. Entlang der Autostrada del Sole, an einem glänzenden Autogrill, der über der Fahrbahn zu schweben scheint, begegnen sich die beiden Welten erneut: ein Porsche 911 aus München, geparkt neben einem Alfa Romeo aus Mailand, während beide Besitzer unter Resopal und Chrom den besten Espresso der Welt schlürfen. Hier, zwischen Kaffeetassen und Benzindunst, findet die italienisch-deutsche Freundschaft ihre reinste Form: die gemeinsame Liebe zur Bewegung, zum Design und zum Versprechen der offenen Straße.


Vom einflussreichen Instagram-Kanal Type 7 als „eines der weltweit besten Cars-&-Coffee-Events" gefeiert, ist Marks & Cars ein jährliches Treffen, das Design, Handwerkskunst und Gemeinschaft in einer typisch Münchner Atmosphäre zusammenbringt. Classic Driver begleitet das Ganze von Anfang an als Co-Kurator und Medienpartner. Die vergangenen drei Ausgaben von Marks & Cars wurden von Münchens Sammlerszene begeistert aufgenommen und zogen einige der einflussreichsten Unternehmer, Designer und Content Creator der aktuellen Autoszene an. 2025 stattete sogar Hollywoodstar Orlando Bloom dem Event einen Überraschungsbesuch ab, um über Autos zu fachsimpeln und die versammelten Rennwagen zu bestaunen.



Für seine vierte Ausgabe verwandelte Marks & Cars 2026 das Marks Feinkost in die „Bar Stazione Bavaria", einen stilvollen Zwischenstopp für Sammler und Enthusiasten aus ganz Europa. Wieder parkten einige der wildesten und seltensten deutschen und italienischen Automobile wie selbstverständlich in den Straßen rund um den Kufsteiner Platz. Unsere Freunde von Audi brachten zwei ihrer jüngsten Traumwagen mit zu unserem Cars-&-Coffee-Event, beide mit durchaus italienischen Namen: den nachgebauten Auto-Union-Rekordwagen „Lucca", den wir Anfang des Jahres in der Toskana erleben durften, sowie den neuen Audi Nuvolari, der die gestalterische Neuausrichtung der Marke hin zu Rationalismus und visueller Klarheit anführt.



BMW zelebrierte seine italienischen Verbindungen mit einem von Giugiaro gezeichneten M1 aus der Garage von BMW-M-Gründer Jochen Neerpasch, dem streng limitierten Shooting Brake Speedtop, der im Mai 2025 auf dem Concorso d'Eleganza Villa d'Este enthüllt wurde, der 2014 von der Carrozzeria Superleggera ersonnenen Vision eines italienischen Mini-Roadsters sowie einem gelben 507 Roadster, der ein Stück La Dolce Vita in das Herz von München trug. Mercedes wiederum beanspruchte die linke Spur der Autostrada für sich, mit dem neuen AMG GT und dem legendären C111, jenem keilförmigen, aerodynamischen Wankel-Prototyp mit Flügeltüren, den das italienisch-deutsche Designgenie Bruno Sacco entwarf und der dem Sindelfinger Portfolio der 1970er-Jahre einen Schuss mediterrane Extravaganz verlieh.



Porsche erkundete seine italienischen Wurzeln mit dem von Franco Scaglione gestalteten 356 Carrera GTL Abarth. Carlo Abarth war einst mit der Sekretärin von Anton Piëch verheiratet, während Piëch selbst die Tochter Ferdinand Porsches zur Frau hatte. So war der italienische Rennsportspezialist ein naheliegender Kandidat, um den Porsche 356 noch leichter zu machen. Bei Marks & Cars gesellte sich zu dieser italienisch-schwäbischen Zusammenarbeit eine einzigartige viertürige Version des Porsche 928, eine Studie, die nie in Serie ging, aber der ultimative Familien-Shuttle für einen schnellen Wochenendausflug zum Shoppen und Essen von München ins Mailand der 1980er gewesen wäre. Begleitet wurde sie von einem neuen Cayenne, der das Sportboot Frauscher x Porsche 790 Spectre im Schlepptau hatte, bereit für die Fahrt über die Alpen Richtung Lago di Garda und Mittelmeerküste.


Und natürlich war das noch längst nicht alles. Die Spitze des Konvois von der Autobahn zur Autostrada bildete ein Alfa Romeo Tipo B P3, „Best of Show"-Sieger des Concorso d'Eleganza Villa d'Este 2025, ein Grand-Prix-Rennwagen aus dem Stall der Scuderia Ferrari, flankiert von einem Ferrari F40 und einem Ferrari SP3, einem himmlischen braun-goldenen Lamborghini Miura SV (man stelle sich vor, wie dieser 1968 am Autogrill vorfährt) und einem spektakulären Lamborghini Diablo VT Roadster in Rosso Targa über Leder in Fuchsia und Vinaccia, der dem deutschen Rapper und Musikproduzenten Shindy gehört.



Unsere Kumpels von Floyd hatten sich unserem italienischen Roadtrip mit einem rennfertigen De Tomaso Pantera angeschlossen, und Aloisa Ruf reihte sich mit einem Yellowbird ein, der schon vor dem Marks Feinkost stehend danach verlangte, in einer einzigen glorreichen Fahrt mit Vollgas bis nach Palermo gejagt zu werden, dicht gefolgt von unserer durchaus eleganten Flotte italienischer und deutscher Polizeiautos.


Die meisten unserer Gäste, einige wegen ihrer Verpflichtungen auf dem Oktoberfest in Lederhosen und Dirndl, kamen für die Autos, blieben aber wegen der Menschen. Cornelius Dornier und Kaspar Triller, die Gründer von Marks Feinkost, haben ihr Feinkostgeschäft in München-Bogenhausen in einen Hotspot der lokalen Autogemeinde verwandelt, und viele der Besucher waren dem Automobil naturgemäß beruflich wie leidenschaftlich verbunden. Sogar das Wetter beehrte unser kleines Cars-&-Coffee-Treffen mit italienischem Sonnenschein. Schließlich behauptet Monaco di Baviera von sich, die nördlichste Stadt Italiens zu sein, und während Marks & Cars stimmte das dann auch tatsächlich.






























































































