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50 Jahre Transaxle – als sich Porsche neu in Balance brachte

Am Anfang stand ein Coupé mit Audi-Vierzylinder und vielen VW/Audi-Teilen, produziert weit weg von Zuffenhausen. Was als Nachfolger des 914 gedacht war, erblühte unter Porsche-Regie zum 924 und zur Keimzelle eines neu ausbalancierten Modellprogramms. Nun feiert Porsche „50 Jahre Transaxle".

 

Zu Beginn stand eine Art Stiefkind. Denn ursprünglich sollte Porsche den späteren 924 im Auftrag von Volkswagen unter dem Entwicklungscode EA425 als Nachfolger des VW-Porsche 914 entwickeln. Geplant war, ihn als Audi ins Programm aufzunehmen. Doch dann kam die Ölkrise, VW hatte finanzielle Probleme und mit dem Scirocco schon ein Sportcoupé im Programm. So kaufte Porsche die Rechte zurück und entwickelte mit einem intern veredelten Vierzylinder aus dem Audi-Regal – also wassergekühlt und im Bug installiert – und vielen technischen Bauteilen aus dem Konzernverbund ein neues, „924" getauftes Einstiegsmodell. Ein gefällig gestyltes 2+2-Coupé mit Klappscheinwerfern, großer gläserner Heckklappe und einem an der Hinterachse liegenden Getriebe. Im November 1975 begann die Produktion im Audi/NSU-Werk Neckarsulm, da die Anlagen in Zuffenhausen schon für das nächste Transaxle-Modell, den viersitzigen Grand Tourer 928, vorgehalten wurden.

Lange Zeit wurden die Transaxle-Modelle von der Gemeinde der 911-Jünger, speziell jener mit luftgekühlter Verehrung, nicht als vollwertige Porsche-Modelle anerkannt. Das hat sich längst geändert – und wenn das Porsche Museum nun in einer Sonderausstellung mit dem Titel „Forever Young, Celebrating Transaxle" das 50-jährige Jubiläum einer neuen hauseigenen Antriebs-Balance würdigt, dann geschieht das mit berechtigtem Stolz.

Schließlich haben die Stuttgarter in fast 20 Jahren fast 400.000 Modelle der Baureihen 924, 928, 944 und 968 gebaut, mit dem 944 als meistgekauftem Modell. Die Performance-Spitze bildete der bis 1995 gebaute 968, der über seine Kardanwelle 240 PS und 305 Nm auf die Hinterachse brachte und in seiner Clubsport-Version auch das Arbeitsgerät für einen beliebten deutschen Markenpokal war. Ohnehin waren Transaxle-Modelle auch sonst im Motorsport erfolgreich – allen voran in Le Mans, wo 1981 Jürgen Barth und Walter Röhrl im 924 GTP, dem Prototyp des künftigen 944, auf Platz sieben im Gesamtklassement einliefen und sich einen Sonderpreis für die kürzeste Gesamtstandzeit in den Boxen (nur 56 Minuten in 24 Stunden) verdienten. Schon 1980 gewann ein 924 den Titel in der amerikanischen SCCA-Meisterschaft. Und auch auf den Rallyepisten machte der Transaxle-Porsche von sich reden – erneut dank Walter Röhrl.

Anstelle einer klassischen, statischen Sonderausstellung setzt das Porsche Museum bei seiner unter dem Titel „Forever Young – Celebrating Transaxle" laufenden Jubiläums-Ausstellung auf ein dynamisches Konzept mit wechselnden, kompakten Pop-up-Installationen, die über das gesamte Jahr hinweg unterschiedliche Perspektiven auf Technik, Design, Motorsport und Zeitgeist werfen. Die erste Inszenierung mit Schwerpunkt auf dem 924 und 924 Turbo läuft noch bis zum 7. Juni; gefolgt von einer zweiten mit 944 und 968 als Protagonisten (25. August - 4. Oktober) und einer dritten für den 928, die am 24. November startet und am 17. Januar 2027 schließt.

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