Ist der Pininfarina Battista das Batterieauto, das endlich alle Welt elektrisiert?

Als nachhaltige Luxusmarke, von zwei Giganten der Autoindustrie gegründet, hat Automobili Pininfarina endlich seinen 1.900 PS hyperstarken GT enthüllt. Er heißt Battista – wie einst der legendäre Gründer des italienischen Designstudios.

Fast ein Jahr nachdem der indische Mahindra-Konzern in Rom Automobili Pininfarina aus der Taufe hob, hat das Unternehmen den Pininfarina Battista enthüllt: ein limitierter, 1.900 PS starker Luxus-GT der Superlative, der Gründungsvater Battistas Traum von einer Autoproduktion unter dem Namen Pininfarina wahr werden lässt. In ästhetischer Hinsicht verkörpert der Battista Pininfarinas klassische Werte Eleganz, Schlichtheit und Innovation und harmonisiert auch visuell mit Ikonen des Designstudios wie dem Ferrari 512S Modulo oder dem Sergio. Mit seinem klaren, mittelmotor-basierten Design und einigen neuen aerodynamischen Charakteristiken unterscheidet sich der Battista durchaus von Supersportwagen mit Verbrennungsmotor wie dem McLaren 720S. Das puristische und ultra ergonomische Interieur steht der äußeren Silhouette in nichts nach und verkörpert den Grand Touring-Anspruch.

Natürlich zielt der Battista mit seiner enormen Leistung eher auf den großen Bruder des 720S, den neuen, dreisitzigen Speedtail. Dank dem Einsatz von Rimacs fortschrittlichem Elektro-Antriebsstrang, der wuchtige 1.900 PS und ein ebenso atemberaubendes Drehmoment von 2.300 Nm entwickelt und  gemeinsam mit einem Carbonfaser-Monocoque und einer Karosserie in Leichtbauweise verbaut wurde, soll der Battista die Zielmarke von 100 Stundenkilometer in unter zwei Sekunden erreichen. 300 Stundenkilometer sollen in unter zwölf Sekunden erreicht sein und die Höchstgeschwindigkeit wird mit 350 km/h angegeben. Aber noch beeindruckender als dieses technische Resumé ist wohl die versprochene Reichweite von 450 Kilometer aus einem 120 kW-Lithium-Ionen-Akku, der sich aus dem regenerativen Energiepotenzial der gewaltigen Karbonkeramikbremsen speist, und natürlich der rasch wachsenden globalen Ladeinfrakstruktur. Selbstverständlich kann der Fahrer die Leistungsvielfalt des Battista durch eine Reihe von wählbaren Fahrmodi steuern, unter anderem einige für unterschiedliche akustische Charakteristiken, die allerdings nicht künstlich optimiert werden. Obwohl die Performance außerordentlich scheint, hat sich Pininfarina stattdessen auf die Fahrdynamik des allradbetriebenen Supersportwagens konzentriert. 

Das geht soweit, dass wenn die ersten Battistas im Jahr 2020 – pünktlich zu Pininfarinas 90. Jubiläum – aus der Produktion rollen, sie zugleich die kraftvollsten straßenzugelassenen Sportwagen sein werden, die je in Italien entworfen und gebaut wurden. Eine großartige Leistung, die unter dem legendären Logo geschaffen wurde. Nur 100 Stück des Pininfarina Battista werden in Cambiano gefertigt und gleichmäßig über ein globales Netzwerk von 25 bis 40 Händlern ausgeliefert werden. Noch wurde kein genauer Preis bekanntgegeben, aber nach ersten Berichten dürfte sich dieser im Bereich von zwei Millionen Euro abspielen. Als Hypercar der Zukunft, das von der neunzigjährigen Geschichte einer traditionsreichen Firma inspiriert wurde, trägt der Battista eine große Verantwortung. Kann er tatsächlich Enthusiasten des klassischen Antriebs so sehr begeistern, dass sie diese Investition wagen? Das kann man natürlich jetzt noch nicht wissen. Aber man kann Automobili Pininfarinas Ehrgeiz bewundern– und sich fragen, wie die Konkurrenz auf diesen Wendepunkt in der Welt der Hochleistungssportwagen reagieren wird.

Fotos: Automobili Pininfarina  

Sie finden eine große Auswahl an von Pininfarina entworfenen Autos zum Verkauf im Classic Driver Markt.

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