Ist der MC20 der Supersportwagen von Maserati, auf den wir so lange schon warten?

Nach gefühlt unendlichen Erlkönigen und Teaser läutet Maserati die Zukunft ein und hat endlich den MC20 enthüllt: Ein Mittelmotor-Supercar mit 630 PS, das den Rivalen von Porsche, Lamborghini, Audi und McLaren den Fehdehandschuh hinwirft.

Und wie fällt Ihr Urteil nun aus, geschätzte Damen und Herren? Nach einer Welle von eher konventionellen Limousinen, einem definitiv für Maserati untypischen SUV und dem Produktionsende des attraktiven, aber nicht mehr taufrischen GranTurismo, sind wir uns doch einig, dass die automobile Welt von einem Mittelmotor-Sportwagen mit dem legendären Dreizack im Emblem nur profitieren kann. Dennoch, wird der 200.000 Euro teure MC20 dem Hype gerecht, den seine Schöpfer in den letzten zwei Jahren entfacht haben und, was vielleicht noch wichtiger ist: Wird er ein würdiger Nachfolger seines 15 Jahre alten Vorgängers MC12?

Zugegeben, in puncto Design erinnert der MC20 mit seinen Scherentüren eher an einen konventionellen modernen Sportwagen – hier werden keine Regeln der Gestaltung neu geschrieben. Aber er ist durchaus attraktiv und gelungen verpackt. Obwohl wir in der von Dallara geschärften Karosserie wenig von Maseratis „historischer Identität“ entdecken können. 

Für den Antrieb des MC20 sorgt der neue „Nettuno“-Motor von Maserati, ein 90 Grad, doppelt aufgeladener 3,0-Liter-V6, der 630 PS bei 7.500 Umdrehungen entwickelt und ein Drehmoment von 730 Nm besitzt. Zusammengespannt ist das Triebwerk mit einem DCT-Achtganggetriebe, das den Vortrieb an die Hinterachse schickt. Mit einem Leergewicht von „unter 1.500 Kilo“ ist er außerdem Klassenbester. Den Sprint von 0 – 100 Stundenkilometer schafft der neue Maserati in beachtlichen 2,9 Sekunden. Das fahrerorientierte Cockpit lädt zwar sofort zum Einsteigen ein, aber diese Sitze kommen uns auch vertraut vor. Eine Reihe von Connectivity-Diensten unterstreichen Maseratis Willen, die Zukunft der Marke zu sichern.

Der MC20 kann bereits bestellt werden. Später im Jahr wird Maserati mit der Fertigung auf der früheren GranTurisomo Produktionslinie beginnen. Die junge Baureihe soll noch durch ein Cabrio und eine Elektrovariante ergänzt werden. Nicht zu vergessen: eine Rennversion. Zumindest war Andrea Bertolini, der den MC12 in den ersten 2000er Jahren zu historischen Siegen führte, ein Hauptakteur bei der Vorstellung des MC20 in Modena. Das zeigt klar, dass man Motorsport-Ambitionen hegt.

Tifosi, Maserati ist zurück! Und wir finden, dass die Zukunft der Dreizack-Marke selten so vielversprechend geleuchtet hat.

Fotos: Maserati 

Sie finden eine reichhaltige Auswahl an klassischen und modernen Maserati zum Verkauf im Classic Driver Markt.