Diese neue Uhr von Parmigiani ist sogar noch seltener als ein Bugatti Chiron

Was macht die neue Type 390 von Parmigiani Fleurier so außergewöhnlich, dass selbst Besitzer eines Chiron nur davon träumen können, sie am Handgelenk zu tragen? Wir haben jemand gefragt, der es wissen muss: Etienne Salomé ist Leiter Interior Design bei Bugatti und liebt die Kunst des Mechanischen.

Das jüngste Resultat der 13-jährigen Partnerschaft zwischen Parmigiani Fleurier und Bugatti ist die limitierte Type 390 im Wert von 290.000 Schweizer Franken - sie verkörpert den Chiron, jene 1.500 PS starke Glanzleistung, die Bugattis fortschrittliche Technologie mit glanzvoller Vergangenheit vereint. Als Leiter des Interior Designs versteht Etienne Salomé mehr von der Markenphilosophie als kaum jemand. Er baut sogar spektakuläre Skulpturen vergangener Modelle in seiner Freizeit. Wir haben ihn nach den Verbindungen zwischen Uhr und Auto befragt, und weshalb sie der perfekte Zeitmesser für den Besitzer eines Chiron ist.

Auf welche Art verkörpert die Bugatti Type 390 den Chiron?

Die Type 390 würdigt den schnellsten, für die Straße zugelassenen Supersportwagen der Welt und sie ist die jüngste Frucht der 13-jährigen Partnerschaft zwischen Bugatti und Parmigiani Fleurier - die längste Kooperation zwischen einem Autohersteller und einem Uhrmacher. Vergleichbar den 16 Zylindern und vier Turbos des Chiron mit ihren 1.500 PS Leistung, wird das Herz der Type 390 von einem  einzigartigen „Motor” angetrieben. Als Ergebnis einer vierjährigen Entwicklungszeit wurde das zylindrische Uhrwerk auf nur 12,5mm verschlankt und ist nicht größer, als der Regulator der fliegenden Tourbillon. Das Uhrwerk ist komplett koaxial - eine Weltpremiere. Diese einzigartige Uhr ist zugleich als Uhrmacherkunst die perfekte Verkörperung von Bugattis Philosophie und dieser exklusiven automotiven Schöpfungen.

Wie haben Sie die Ingenieure Bugattis bei der Entwicklung dieser unglaublichen Uhr unterstützt?

Bugatti hat beim Design des Gehäuses mitgewirkt, aber das Werk wurde ausschließlich von Parmigianis Uhrmachern unter der Leitung von Michel Parmigiani selbst gebaut.

Das Herzstück des Chiron ist sein Motor - warum ist das zylindrische Uhrwerk in dieser Type 390 so bedeutungsvoll?

Es ist das Vorzeigeprojekt von Parmegiani Fleurier - das wahrhaft königliche Stück unserer Kollektion. Das Uhrwerk wird von zwei serienmontierten Federhäusern angetrieben, um ein relativ konstantes Drehmoment sowie 80 Stunden Gangreserve zu sichern. Das Räderwerk besteht aus einem aufeinander gebauten Planetengetriebe. Jedes besitzt eines der kleinsten Kugellager, die mit nur 0,2mm zu den kleinsten weltweit gehören. An seinem äußersten Punkt wird das Werk von einem fliegenden Minutentourbillon reguliert, das mit 28.000 Schwingungen pro Stunde oszilliert. Ein Differenzial mit konischem Getriebe ermöglicht die Anzeige der Gangreserve auf einem Saphirrohr, welches das Werk umschließt. Schließlich wurde eine smarte Schneckenschraube für den 90-Grad-Transfer der Bewegung vom rohrförmigen Werk zum angewinkelten Zifferblatt eingesetzt, um Stunden und Minuten anzuzeigen.

Welche Idee steckt hinter der ungewöhnlichen Keilform der Uhr?

Der Designgedanke, der die Type 370 von 2004 als Hommage an den Veyron, die Supersport von 2010 und die neue Type 390 miteinander verknüpft, ist, dass sie alle Fahreruhren sind. Auf der Type 390 wird die Zeit zwar auf traditionelle Weise, aber auf einer abgeschrägten Ebene gezeigt, damit der Fahrer die Uhrzeit beim Lenken ablesen kann - vor allem bei Geschwindigkeiten jenseits von 400 Stundenkilometern.

Obwohl den Chiron fortschrittlichste Technologie auszeichnet, verbeugt er sich zugleich vor der glanzvollen Vergangenheit Bugattis. Ist das bei der Type 390 ähnlich?

Die fließenden Kurven des anspruchsvollen Gehäuses wurden von den Schöpfungen Jean Bugattis inspiriert - ganzheitliche Meisterwerke, die Kunst, Form und Technik verbanden und geschaffen wurden, um Generationen zu überdauern. Das goldene Gehäuse ist detailreich konzipiert. Größere Öffnungen wurden mit Saphirkristallen bestückt, damit der Träger einen Blick auf die komplizierten Feinheiten des Uhrwerks und das durchbrochene Zifferblatt erhält. Wie man erwarten darf, ist die handwerkliche Meisterschaft, die hier erreicht wurde, fantastisch. Selbst die unsichtbaren Teile sind genauestens gefertigt. Die Uhr besitzt außerdem eine Gravur mit den Initialen von Ettore Bugatti, fast so, als hätte der legendäre Markengründer persönlich der Qualität und dem Design dieses spektakulären Zeitmessers seine Zustimmung erteilt.

Wurde die Uhr ausschließlich Chiron-Eignern angeboten?

Sie wurde in zwei limitierten Editionen von jeweils 10 Exemplaren vorgestellt und Bugatti- und Parmigianikunden angeboten.

Welche ist Ihre Lieblingsuhr von Parmigiani Fleurier, die im Lauf der 13-jährigen Partnerschaft mit Bugatti entstanden ist?

Nur zwei Tourbillons wurden während dieser Kooperation entwickelt. Als Konzeptfahrzeug hatte der Bugatti Galibier 16C eine One-off-Tourbillon, die in der Armaturentafel integriert war, anlässlich der Feier des 100-jährigen Bestehens der Marke im Jahr 2009. Als Serienmodell ist die Type 390 die Uhr, die aus Sicht der Uhrmacherkunst am meisten beeindruckt. Sie vereint in sich so viele Innovationen und neue Lösungen wie beispielsweise die winzigen Kugellager, dreieckige Kopplungen und ein durchbrochenes Gehäuse. Aber es ist das modulare Uhrwerk, das eine neue Ära in der Uhrmacherei begründen wird und sicherlich auch in künftigen Kreationen von Parmigiani in Erscheinung treten wird.

Fotos mit freundlicher Genehmigung von Parmigiani Fleurier und Bugatti © 2017

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