Porsche macht sich bereit für die „Mission E“

Erntedankfest in Frankfurt: Porsche präsentiert die ersten Früchte der Hybrid-Rennsportforschung in Le Mans mit einer knackigen Konzeptstudie. Als viersitziges Allrad-Elektromobil ist der Porsche Mission E jedoch nicht nur eine technologische Fingerübung.

Tesla im Visier

Mit dem Gesamtsieg des Porsche 919 Hybrid bei den 24 Stunden von Le Mans haben die Zuffenhausener bereits das Potential elektronischer Antriebstechnologien bewiesen. Nun wird es Zeit, die gewonnenen Erfahrungen auch in der Serie umzusetzen. Im Gegensatz zum Tesla P90D – der gegenwärtigen Benchmark für alle E-Mobile im Luxusmarkt – scheinen die Ingenieure bei Porsche allerdings die Reichweite höher zu bewerten als die bloße Geschwindigkeit. Während der Tesla in 2,8 Sekunden auf Tempo 100 zieht, braucht der Porsche für den Standardsprint 3,5 Sekunden. Dafür liegt dessen Reichweite bei 500 Kilometern, die kalifornische Elektro-Limousine schafft derzeit nur etwas mehr als 400 Kilometer. Dank einer neuen Schnell-Ladestation mit 800 Volt soll der Porsche Mission E zudem in 15 Minuten soviel Strom tanken können, dass er eine Reichweite von 400 Kilometern erzielt. Das 480-Volt-System von Tesla macht nach 30 Minuten erst rund 270 Kilometer möglich.

Mission geglückt?

Das klingt vielversprechend – auch angesichts geplanter staatlicher Privilegien für Elektromobile (wie kostenlosem Parken und der Benutzung der Busspuren in Innenstädten). Doch ist die Technik wirklich schon reif für die Serie? Antriebstechnisch setzt der Porsche Mission E auf je einen Elektromotor pro Achse, die ihre Kraft per Torque Vectoring auf die Straße bringen. Die Leistung entspricht rund 600 PS. Für Sportlichkeit sorgt die jüngst für den Porsche 911 eingeführte Allradlenkung. Als echtes Showcar hat der „Elektromissionar“ zudem natürlich noch ein paar futuristische Gimmicks zu bieten – so scannt der Wagen etwa durchgehend die Blickrichtung des Fahrers, um die Instrumente in seinem Sichtfeld anzuordnen. Interagiert wird derweil per Gestenerkennung. Während diese Technologien wohl noch ein wenig Zeit bis zur Serienreife brauchen, dürfte die neue Designsprache zumindest in Ansätzen schon bald ihren Weg auf die Straße finden. Spätestens mit der nächsten Generation des Porsche Panamera.

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