1960 Aston Martin DB4

Series 2

Summary

  • Year of manufacture 
    9/1960
  • Car type 
    Coupé
  • Drive 
    RHD
  • Condition 
    Restored
  • Exterior brand colour 
    Snow Shadow Grey
  • Interior colour 
    Red
  • Interior type 
    Leather
  • Number of doors 
    2
  • Number of seats 
    4
  • Location
  • Exterior colour 
    Silver
  • Gearbox 
    Manual
  • Performance 
    240 PS / 177 kW / 237 BHP
  • Drivetrain 
    2wd
  • Fuel type 
    Petrol

Description

An English description can be found on https://www.bv-auctions.com/lot/lot-details/27/aston-martin-db-4

********************

* DB4 Serie 2
* Seit 14 Jahren in letzter Hand bei einem Deutschen Sammler
* Vorbesitzer war Syd Greene, Formel 1 Teambesitzer
* „Matching numbers“ Motor
* 2005-2008 komplett durch LeRiche Automobile restauriert
* Voll dokumentierte Restaurierung
* Sehr gute Dokumentation der Historie

Dieser wunderschöne Aston Martin DB4 ist ein attraktives Modell der Serie 2 mit „matching numbers“ und einer spannenden und gut dokumentierten * Geschichte. Er wurde neu an Syd Greene, einen Rennfahrer und Formel 1 Rennstallbesitzer, Unternehmer und Royal Air Force Pilot, ausgeliefert und 2007-2008 komplett restauriert.

Der Aston Martin DB4 wurde von 1958 bis 1963 gebaut und gilt bis heute als eines der schönsten und wichtigsten Autos der Geschichte. Aston Martin arbeitete lange an seiner Entwicklung. Das Design gab Aston Martin Chef John Wyer bei der Carrozzeria Touring in Mailand in Auftrag. Dort entwarf man eine umwerfende Karosserie nach dem eigenen, patentierten „Superleggera“-Prinzip, bei dem handgefertigte Aluminiumbleche auf einen Gitterrohrrahmen gesetzt werden, der fest mit dem Rahmen verbunden war. Es gab den DB4 sowohl als Coupé als auch als Cabrio. Hinzu kamen noch die Sondermodelle DB4GT, der DB4 GT Zagato, sowie den „Jet“ als Einzelstück von Bertone.

Den Vortrieb lieferte ein Reihensechszylinder Aluminium-Motor mit 3670 ccm, den Aston Martin’s Designer Tadek Marek entworfen hatte. Kombiniert mit dem standardmäßigen SU HD8 Zwillings-Vergaser sollte dieser 240 PS (176 kW) liefern. Damit brachte es das Fahrzeug innerhalb von neun Sekunden aus dem Stand auf 96 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit wurde mit 225 km/h angegeben. Allerdings räumt Aston Martin auf der eigenen Internetseite ein, dass die Leistung nach heutigen Maßstäben wohl näher an 200 PS gelegen habe. Im Vergleich mit seiner damaligen Konkurrenz war die Leistung in jedem Fall sehr beeindruckend. Der Motor wurde mit einem manuellen Vier-Gang-Getriebe gepaart, das von der David Brown Corporation gefertigt worden war.

Insgesamt gab es fünf Serien des DB4. Die Hauptunterscheidungsmerkmale waren zum einen die Einführung der Fensterrahmen bei der Serie 2, die einhergingen mit einer benötigten Erhöhung des Ölvolumens um ein Überhitzen des Motors zu verhindern. Die Rückleuchten wurden mit der Serie 3 verändert und bestanden nun aus drei runden Einzelleuchten, die die eleganten einteiligen Leuchten ersetzten. Mit der Serie 4 wurde ein neuer Grill und eine kleinere Lufthutze eingeführt. Für die Serie 5 wurden wieder einteilige Leuchten verwendet, die man etwas zurückversetzt einbaute. Die Serie 5 hatte meist schon die Scheinwerferabdeckungen und eine höhere Dachlinie, die man durch kleinere Räder kompensierte.

Der DB4, den wir Ihnen hier anbieten ist ein Wagen aus der Serie 2 mit der Chassisnummer DB4/432/R.

Die Serie 2 wurde ab Januar 1960 angeboten. Die meisten Verbesserungen sind nicht auf den ersten Blick erkennbar. Am ehesten fallen vermutlich die jetzt ausstellbaren hinteren Dreiecksfenster auf, die aus flachem anstelle von gebogenem Glas gefertigt waren. Wurde der Wagen mit geöffneter Motorhaube gezeigt, war der Unterschied eindeutig: Deren Scharniere waren nun vorn befestigt, was im Falle eines Versagens des Schnappers weniger gefährlich war.

Auf der technischen Seite wurde der Ölvolumen von 14 auf 17 Pints vergrößert, um eine bessere Kühlung des Motors zu ermöglichen. Auch die Ölpumpe wurde verbessert. Optional war ein Ölkühler erhältlich, der aber damals nur bei wenigen Fahrzeugen installiert wurde. Erkennbar ist er an einer Lufteinlass unter dem vorderen Stoßfänger. Ein Automatik-Getriebe und ein Overdrive waren nun auf Wunsch ebenso erhältlich wie elektrische Fensterheber.

Wie schon die Serie 1 war die Serie 2 mit Rückleuchten von Lucas ausgestattet, die auch bei einigen Rolls Royce und Bentleys eingesetzt wurden und als „Cathedral-Taillights“ bekannt wurden, da ihre Form an die Fenster einer Kathedrale erinnerten.

Insgesamt wurden 349 Exemplare der Serie 2 gebaut, bis im April 1961 die Serie 3 vorgestellt wurde.

Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten, aber für uns ist die Serie 2 die schönste Variante des DB4. Sie verbindet die technischen Verbesserungen der Serie 2 mit der großen Hutze, dem flachen Dach, den schönsten Rückleuchten und dem klassischen Grill.

DB4/432/R wurde laut dem Aston Martin Werksunterlagen am 19.09.1960 an die Firma Pierpoint and Sons (BLDR) Ltd. in der Heath Road in Weybridge Surrey ausgeliefert. Unter dieser Adresse lebte der Britische Tourenwagen Rennfahrer Roy Pierpoint. Pierpoint war ein guter Freund und Geschäftspartner von Alan Mann, mit dem er zusammen eine Werkstatt in Rusper betrieb. Roy Pierpoint wurde für Alan Mann Racing 1965 sogar Meister im Britische Saloon Car Championship.

Bestellt worden war der Wagen in der seltenen Farbkombination „Wedgewood Blue“ (hellblau uni) mit beigefarbenem Connolly-Leder. Interessant ist zudem, dass er mit der extralangen Übersetzung von 3.31:1 geordert wurde, damit der Wagen höhere Geschwindigkeiten erreichen konnte. Der Neupreis eines DB4 lag 1961 bei 3.967 Pfund inklusive Steuern bzw. 46.000 DM auf dem deutschen Markt. Ein Mercedes-Benz 300 SL Flügeltürer kostet 29.000 DM.

Gut möglich, dass Roy Pierpoint den teuren Aston Martin also als Händler bestellte, denn laut Neil F. Murray vom Aston Martin Heritage Trust war der tatsächliche Erstbesitzer des Wagens Syd Greene. Syd Greene war ebenfalls eine schillernde Gestalt der Britischen Rennwagenszene. Mit 16 verlor er bei einem unglücklichen Verkehrsunfall seinen linken Arm. Er stürzte bei der Arbeit mit seinem Lastenfahrrad und ein Londoner Stadtbus überfuhr ihn. Nachdem er sich einige Monate im Haus seiner verwitweten Mutter zurückgezogen hatte, nahm er sein Schicksal an und arbeitete jeden Tag daran, das Beste aus seinem Leben zu machen. Er wurde technischer Zeichner und kaufte sich von seinem ersten Geld einen MG Magnum Magnette und später einen Aston Martin International mit denen er in Silverstone, Donington etc. vor dem zweiten Weltkrieg erfolgreich Rennen fuhr. Er ließ keines seiner Autos umbauen und schaltete mit der rechten Hand, während er das Lenkrad mit den Oberschenkeln fixierte. Eines Tages beschwerte sich jedoch ein Konkurrent darüber und Greene wurde aufgrund seiner Behinderung die Rennlizenz entzogen.

Da er als Einarmiger bei der Army ausgemustert wurde, meldete er sich zur Royal Airforce und wurde unter dem etwas makabren Rufnamen „Wingless Wonder“ zum Spitfire Piloten mit mehreren bestätigten Abschüssen. Er stieg bis zum Squadron Leader auf.

Nach dem Krieg gründete er 1946 mit seinem Geschäftspartner Monty Gilby für 500 Pfund die Firma Gilby Engineering. Obwohl die Firma nach Gilby benannt war, hielt Greene die Mehrheit der Anteile. Die Firma wuchs jedes Jahr und im Jahr 1960 arbeiteten 250 Menschen für Gilby Engineering und stellten rund um die Uhr Bauteile für Kühlschränke, Ford PKWs, Armstrong Stoßdämpfer etc. her.

Der wirtschaftliche Erfolg ermöglichte es Syd Greene mit seinem Rennteam Gilby Engineering auch als Teambesitzer weiterhin sehr erfolgreich am Rennzirkus teilzunehmen. Sir Stirling Moss gewann 1961 die British Empire Trophy in Greenes Frazer Nash und viele berühmte Fahrer wie Jim Russel und Mike Hawthorn fuhren für ihn. Am bekanntesten von allen war seine Zusammenarbeit mit Roy Salvadori, der zunächst für Gilby Engineering auf einem Maserati A6GCS fuhr und später mit dem ersten nach England importierten Maserati 250 F sogar an der Formel 1 teilnahm. Syd Greenes Sohn Keith begann in den 1950er Jahren ebenfalls mit dem Motorsport und fuhr für das Team seines Vaters sogar in der Formel 1. Gilby Engineering nahm insgesamt an 12 Formel 1 Rennen teil, die letzten beiden davon sogar mit einem vom Team selbst konstruierten und gebauten Rennwagen – dem Gilby 61 und Gilby 62. Keith Greene wurde später Formel 1 Teammanager bei Brabham und leitete 1971 David Pipers LeMans Team, dass den 4. Platz im Gesamtklassement schaffte.

Der Aston Martin DB4 hat also sicherlich eine Menge erlebt und war wahrscheinlich an zahlreichen Rennstrecken Englands und Europas zu Gast. In einem Artikel in der Juni Ausgabe 1984 des Britischen Motorsport Magazins ist eine lustige Anekdote über Syd Greene und seinen DB4 zu lesen. „Leise vor sich hin lachend erinnert er sich immer noch gerne an den Gesichtsausdruck der Tramper, wenn er neben Ihnen, sagen wir in einem Aston Martin DB4, stoppte und sie seinen fehlenden linken Arm und die Gangschaltung sahen und zögerten. („With a chuckle, he still likes to recall the look on hitch hikers’ faces when he’d stop for them in, say, an Aston Martin DB4 and they’d look at his one arm and the manual gearbox and hesitate…“)

Bis 1969 sind die Servicearbeiten detailliert in den Werksunterlagen aufgeführt.

Als weitere Eigentümer sind in den Aston Martin Build Sheets noch folgende Eigentümer notiert:

- Chaseside Motor Co., Enfield, Middx.
- B.M. Lee, Belling & Lee Ltd., Enfield Middx.
- J.T. Adams, Ipswich, Suffolk
- 1985 Mr. Cohen
- A.K. Jonas Esq., Brundau, Norwich
- 1989 Adrian Julian Levy, Threads Clothing Company, Leicester

Aus der Zeit von Adrian Julian Levy sind noch zahlreiche Rechnungen im Original vorhanden. Er ließ den Wagen 1990 bei David Wall Vintage & Classic Cars in Wroxham, Norfolg restaurieren. Die Zulassung war damals HEX6 – interessant, da Keith Greene in den 1970ern für Hexagon of Highgate das Motorradgeschäft geleitet hat. Die Arbeiten sind neben den Rechnungen auch durch zahlreiche Fotos dokumentiert. Wie man an den Fotos sieht, war der Wagen vor der Restaurierung bis auf eine Neulackierung in Blaumetallic noch in einem sehr originalen und unberührten Zustand.

Im Juni 1995 wurde der Wagen dann von einem Geschäftsmann aus Richmond, Surrey gekauft. Er war der Gründer einer großen Modekette mit dutzenden Filialen. Diese ging leider im Februar 1992 insolvent und wurde verkauft. Wohl aus diesem Grund verkaufte er den Wagen an den nächsten Eigentümer, der ihn im Oktober 1996 auf Jersey zuließ.

Aus seiner Zeit liegen ebenfalls zahlreiche Rechnungen und Unterlagen vor. Er behielt den Wagen acht Jahre lang und verkaufte ihn 2005 an den jetzigen Eigentümer über die Firma LeRiche.

Der neue Eigentümer ließ den Wagen auf Jersey in der Werkstatt um ihn von LeRiche komplett restaurieren zu lassen. Ian Le Riche und seine Mannschaft haben viel Erfahrung in der Restaurierung und von ihm restaurierte Autos wurden unter anderem in Pebble Beach und der Villa d'Este prämiert.

Alle Arbeiten am Fahrzeug sind durch Fotos und Rechnungen bestens dokumentiert und die Qualität der Arbeiten ist sehr gut. Bei der Außenfarbe hat der Eigentümer den originalen Aston Martin Farbton „Snow Shadow Grey“ gewählt und die Innenausstattung dazu passend in beordeauxroten Connolly-Leder beziehen lassen. Dazu passend wurden originale Wilton Teppiche verwendet.

Der originale Motor wurde im Zuge der Restaurierung auf die leistungsgesteigerte Vantage bzw. SS („Special Series“) Spezifikationen umgerüstet. Dies ist ein üblicher Umbau und könnte bei Bedarf wieder zurückgerüstet werden.

Auch heute, elf Jahre nach der Restaurierung, ist der Wagen innen wie außen in einem guten Zustand. Motor und Getriebe funktionieren einwandfrei. Der Motor ist der originale „matching numbers“ Motor zu dem Fahrzeug.

Der Wagen hat eine deutsche Zulassung und ein H-Kennzeichen.

Er hat sehr interessante Vorbesitzer aus der englischen Rennszene, ist außergewöhnlich gut dokumentiert und in einem sehr schönen Zustand. Dazu ist er als Wagen der Serie 2 eine der schönsten Ausführungen aller Aston Martin DB4.

Der Wagen wird in unserem Auftrag durch den KFZ-Sachverständigen Klaus Kukuk geprüft. Herr Kukuk ist einer der bekanntesten KFZ-Sachverständigen Deutschlands mit jahrzehntelanger Erfahrung und einer sehr großen Expertise im Bereich der Oldtimer, Sportwagen und Rennfahrzeugen. Sein Gutachten kann bei ernsthaftem Kaufinteresse eingesehen werden.

Der Wagen kann nach Absprache jederzeit bei uns in 33415 Verl besichtigt werden. Eine Hebebühne steht Ihnen dafür selbstverständlich ebenfalls zur Verfügung.

Bitte sprechen Sie uns an, wenn Sie an weiteren Informationen Interesse haben.