Snapshot, 1930: Caracciola ist nicht zu stoppen

Wir schreiben den 9. August 1930 und am Klausenpass ist die Hölle los. Beim „Grossen Bergpreis der Schweiz“ rasen die weltbesten Rennfahrer durch 136 Kurven und über 1237 Höhenmeter auf der wohl gefährlichsten Straße der Alpen. Unter den Haudegen ist auch Rudolf Caracciola im Mercedes-Benz SSK.

Staub und Benzinduft liegen an diesem Augusttag des Jahres 1930 in der Luft, das Donnern der Motoren hallt von den Bergen, die zu zehntausenden angereisten Zuschauer johlen den Rennfahrern begeistert zu: Zum neunten Mal ausgetragen, gilt das Klausenrennen bereits als größte Herausforderung des noch jungen Automobilrennsports. Neben Fahrern wie Josef Kessler und Hans Stuck steuert auch Rudolf Caracciola, mit Brille und Mütze notdürftig vor Ruß und Staub geschützt, seinen Mercedes-Benz SSK brüllend und fauchend über die 21,5 Kilometer lange Bergstrecke. "Karatsch" ist trotz seines Alters von 29 Jahren bereits eine lebende Legende, schon zweimal hat er den Großen Preis von Deutschland gewonnen. Auch am Berg sollten ihm die Renngötter hold sein: Mit heißem Reifen sicherte er sich den Klassensieg. In die Annalen des Klausenrennens, ja sogar des gesamten Bergrennsports würde er sich allerdings erst vier Jahre später einschreiben – mit einer unglaublichen Rekordgeschwindigkeit von durchschnittlich 83,9 km/h!

Foto: Daimler

Noch bis zum 25. Juni 2017 folgt die Passione Caracciola den Spuren des legendären Vorkriegs-Piloten durch Italien und die Schweiz. Classic Driver berichtet mit freundlicher Unterstützung von IWC live von der außergewöhnlichen Rallye.