Darum sind frühe Ferrari Challenge Modelle plötzlich so begehrt

Scheinbar über Nacht haben Sammler erkannt, dass frühe Ferrari Challenge-Autos sehr seltene und dazu noch straßenzugelassene Modelle sind. Wir sprachen mit Heinz Swoboda, einem Sammler, der ein neues und nur für diese Ferrari gedachtes Event organisiert hat, über das Besondere an ihnen...

Pilgertour zum Red Bull Ring 

Die Ferrari Challenge-Serie feiert in diesem Jahr 25-Jähriges Jubiläum. In jüngster Zeit sind die frühen Modelle des Markenpokals immer mehr in den Blickpunkt von Sammlern und Enthusiasten gerückt. Heinz Swoboda, ein österreichischer Sammler und Besitzer des in der Saison 1993 siegreichen 348 Challenge von Roberto Ragazzi, wird dem wachsenden Interesse nun mit einer von ihm organisierten privaten Veranstaltung gerecht. Die Challenge & GT Days, ausgetragen am 9./10. Mai 2018 auf dem Red Bull-Ring in Spielberg, geben Besitzern von Challenge- und GT-Ferrari die Chance zu einem Coming together, bei dem sie ihre F355 Challenge, F40 LM, 458 GTE oder 575 GTC in einem nicht wettbewerbsgetriebenen Umfeld genießen können. 

Das Ende einer Ära

Wir wollten wissen: Was macht speziell die 348 und F355 Challenge Autos, die zwischen 1993 und 2000 den Markenpokal prägten, heute so begehrenswert? „Ganz einfach“, sagt Heinz, „es sind die letzten jemals gebauten Ferrari mit Sechsganggetriebe und Straßenzulassung.” In der Tat: Die originalen 348 und 355 Challenge begannen ihr Autoleben als serienmäßige Berlinettas, die erst dann mit einem speziellen Werks-Kit bei Händlern aufgerüstet wurden. „Sie wechselten zwar die Bremsen, die Aufhängung, die Kupplung und die Karosserie, nicht aber den Motor“, weiß Heinz. „Daher kann man die Autos zur Wartung an jeden Ferrari-Händler geben.“ 

Originalität ist der Schlüssel

Wie bei jedem früheren Wettbewerbsfahrzeug (oder auch jedem „normalen“ Sammlerauto) spielen beim Kauf die Historie, die Dokumente und die Originalität eine entscheidende Rolle. „Vollständig originale Autos sind am wertvollsten – die Bremsen zum Beispiel sind vom F40 und kosten heute allein zwischen 15.000 und 20.000 Euro. Ähnlich verhält es sich mit den originalen OMP Rennsitzen.“ Aktuell schätzt Heinz, dass man für einen der rund 110 gebauten 355 Challenges mindestens 150.000 Euro hinlegen muss; die besten Exemplare brächten es auf über 220.000 Euro. Zum Vergleich: Ein (weitaus häufigerer), aber nicht straßenzugelassener 360 Challenge ist nur um die 75.000 bis 80.000 Euro wert. 

Wenn Sie selbst kein Ferrari Challenge Fahrzeug besitzen, die Challenge & GT Days auf Sie jedoch wie eine Szene aus ihren wildesten Träumen wirken, dann keine Sorge: Als offizieller Medienpartner der Veranstaltung werden wir im Mai ausführlich über die Geschehnisse auf dem Red Bull Ring berichten. Behalten Sie also Classic Driver mit Blick auf weitere Informationen zu diesem Thema im Auge. 

Fotos: Remi Dargegen für RM Sotheby’s © 2018 

Der hier abgelichtete Ferrari F355 Challenge von 1995 wird am 7. Februar bei RM Sotheby’s Paris Sale versteigert. Alternativ finden Sie eine kleine Auswahl an zum Verkauf stehenden Ferrari Challenge Modellen im Classic Driver Markt.

Für weitere Informationen über die Challenge & GT Days oder um sich für eine Teilnahme zu registrieren, besuchen Sie die offizielle Website.