Autos, die wir lieben: Audi quattro

Optisch mag der Audi quattro der 1980er Jahre vielleicht in die Kategorie „quadratisch-praktisch“ passen. Doch unter dem recht unscheinbaren Kleid dieses Coupés versteckt sich eines der innovativsten Konzepte, die je das Licht der Welt erblickten.

Bevor Jensen-FF-Enthusiasten gleich der Kragen platzt, räumen wir noch schnell ein, dass der Audi quattro nicht das erste leistungsstarke Coupé mit Allradantrieb und Straßenzulassung war. Doch 1980 – jenem Jahr, in dem der quattro in Genf Premiere feierte – kam der Audi genau zum richtigen Zeitpunkt für die Ingolstädter. Denn Audis Plan war es, die Konkurrenz zu überholen – und zwar nicht nur im Rallyesport, sondern viel wichtiger: auf der Straße. Also wurden extravagante, möglicherweise allzu seltsame Designgimmicks lieber gleich von der Liste gestrichen und ein klares, unaufgeregtes Coupé gestaltet. Genau diese Schlichtheit, stellen wir heute fest, machte den Audi umso attraktiver.

Bayrischer Wolf im Schafspelz

Der eigentliche Grund, warum wir diesen Audi lieben, ist jedoch: Das technische Meisterwerk unter seinem Kleidchen. Audi schaffte es, viele potentielle Mängel eines Allradantriebs auszumerzen, etwa den erhöhten Reifenverschleiß und niedrigeren Komfort. Der turbogeladene Fünfzylinder des Audi quattro lieferte derweil 200 PS und diese brachte der permanente Allradantrieb mit Bravour auf die Straße. In 7,1 Sekunden ging es von  0 auf 100 km/h. Der spätere 20V-Motor, der zwischen 1989 und 1991 verpflanzt wurde, lieferte sogar 220 PS und schob den Audi quattro in 6,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h.

Kürzer, leichter, stärker

Während es Audi tatsächlich erreicht hatte, dass sportliche Fahrer die Serienversion des Audi quattro als ein wahrgewordenes Technikwunder ansahen, lief es jenseits des zivilen Verkehrs, also im Rallyesport, sogar noch besser: In den frühen Achtzigern dominierte der Audi quattro die Rallye-Weltmeisterschaft und veränderte den Kurs dieses Sports für alle Zeiten. Was uns zu dem Audi bringt, den Sie hier im Bild sehen: 1984 legte Audi eine limitierte Kleinserie von 224 Coupés auf, die auf den Namen „Sport quattro“ hörten. Diese Homologationsserie galt natürlich der gefürchteten Gruppe B. Das hier gezeigte Exemplar ist eines dieser handverlesenen Performance-Maschinen mit sehr kurzem Radstand und deutlich verringertem Gewicht - im Vergleich zum herkömmlichen Audi quattro.

Der hier gezeigte 1984er Audi Sport Quattro mit vermutlich nur 8.300 Kilometern Laufleistung kommt am 16. Januar 2015 bei RM Auctions in Arizona mit Preiserwartungen zwischen 350.000 und 475.000 US-Dollar zum Verkauf. 

Fotos/Video: Erik Fuller ©2015 Courtesy of RM Auctions / © GF Williams for Classic Driver

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Dieser Artikel ist Teil der Serie „Autos, die wir lieben“, in der wir Ihnen jeden Samstagmorgen unsere liebenswertesten Klassiker und Youngtimer präsentieren.