Ein Paar Lamborghini Diablo GT - für die ultimative Zwei-Auto-Garage

Tatsächlich sind aller guten Dinge zwei. Wie beispielsweise bei dem Diablo GT und dem Diablo GTR, die bei BH Auctions Collection Car-Versteigerung am 10. Oktober in Tokio aufgerufen werden.

Was ist Ihr Liebling unter den Lamborghini? Wenn Sie die Klassiker mögen, dann fällt fraglos Ihre Wahl auf den Miura oder Sie halten es mit unserem Chefredakteur, für den der LP 500 Prototyp die Spitzenleistung Lamborghinis darstellt. Für mich persönlich ist der allercoolste der wilden Stiere, jener, der die anderen im Stall doch ein klein wenig zahm aussehen lässt, der Diablo GT. Und sogar noch besser: Der ausschließlich auf die Rennstrecke zugeschnittene Diablo GTR. Wenn Sie meiner Meinung sind, dann sollten Sie die Lose der BH Auction Collection Car Auction No. 5 am 10. Oktober sehr genau unter die Lupe nehmen, denn das ist womöglich Ihre einzige Chance, gleich beide bei einer Versteigerung zu ersteigern! 

Fangen wir mit dem für die Straße zugelassenen Auto an. Als primus inter pares auf dem öffentlichen Asphalt verkörpert der Diablo GT das, was passiert, wenn man einen ohnehin wutschnaubenden Stier noch weiter reizt. Der umfassende Einsatz von Karbonfaser sowie ein optimiertes Fahrgestell zusammen mit der verstärkten Aufhängung gestatteten dem Diablo GT leichter und schneller als jeder Diablo zuvor zu sein. Ein vergrößerter 6,0-Liter-V12, der dem Fahrer im Nacken sitzt, entwickelt 580 wilde PS, die an die Hinterachse dank eines manuellen Fünfganggetriebes gescheucht werden. Übrigens konnten Kunden hier ein persönliches Übersetzungsverhältnis bestellen. Die Karosserie unterschied sich komplett von den anderen Diablo, denn der GT besitzt fast so viele Paneele wie der Track-only GTR und ebenfalls eine ausgezeichnete Dachlufthutze. Als Folge dieser beherzten Aufrüstung konnte Lamborghini behaupten, das schnellste Auto der Welt – mit einer Spitzengeschwindigkeit von 340 Stundenkilometer – auf die Straße losgelassen zu haben. Das Auto, das versteigert wird, ist Nummer 22 von 80 Stück und wurde in der charakteristischen Farbe Giallo Flash konfiguriert. Mit beachtlichen 37.710 Kilometern auf der Uhr ist dieser Diablo GT sogar noch seltener, denn er wurde tatsächlich auch gefahren! Aktuell ist er in der Obhut seines Zweitbesitzers, der ihn seit zehn Jahren pflegt. Dieser GT ist in ausgezeichnetem Zustand mit einem makellosen Innenraum, und nur einige winzige Steinschlagspuren an der Front belegen, dass er gefahren wurde. Allerdings nie auf einer Rennstrecke. 

Und nun zu dem Diablo, der Rennstreckenluft geschnuppert hat. Beim GTR nahm man das GT-Rezept und verschärfte es mit einem reduzierten Interieur, einem Schub mehr an Leistung und dann schraubte man in wahrer Rennwagenmanier einen riesigen Flügel direkt auf die Karosserie. Gebaut für die ausschließlich den Lamborghini vorbehaltene Super Trophy, Vorgängerin der heutigen, exklusiv für die Huracan ausgeschriebene Supertropheo-Serie, ist dieser GTR der 18. von nur 30 gefertigten Exemplaren. Man könnte sagen, es handelt sich hier um das Über-Einhorn. Der GTR wurde auch weniger gefahren: Mit nur 6.800 absolvierten Kilometer auf der Rennstrecke ist er ein fantastisches Beispiel für einen der heißesten Lamborghini, die je Sant´Agata verließen. Beide Diablo stammen von einem Besitzer. Es wäre also nur passend, wenn diese extreme Paarung wieder eine Garage teilen dürfte. Es wäre doch geradezu tierquälerisch, sie voneinander zu trennen, oder? Sollten Sie als Enthusiast soviel investieren können und natürlich auch von einer ausgeprägten Leidenschaft für italienische Supercars getrieben sein, dann greifen Sie zu.  Dieses Duo allein ist für sich schon eine ganze Sammlung!