


Bei Autos aus dem Vorbesitz von Prominenten scheiden sich oft die Geister. Es wird hitzig diskutiert, ob die prominente Historie wirklich ein triftiger Grund ist, den Wert eines ohnehin schon teuren Wagens zu verdoppeln, zu verdreifachen oder gar zu vervierfachen. Oder handelt es sich am Ende nur um die ultimative Marketingtaktik, um einen Traum zu verkaufen? Die Antwort auf diese Frage ist natürlich vollkommen subjektiv. Bei dem Chassis T000233, einem Honda NSX aus dem Jahr 1991, sieht die Sache jedoch anders aus. Dieser Wagen ist ein derart intimes Stück aus Ayrton Sennas Privatleben, dass man ihn schlichtweg als historisch bezeichnen muss.
Sennas Verbindung zu exakt diesem NSX war kein inszenierter PR-Stunt für Sponsoren. Der Rennfahrer hatte den Prototypen von Honda getestet und den Ingenieuren mit seiner charakteristischen Direktheit mitgeteilt, dass sich das Chassis ein wenig zerbrechlich anfühle. Genau dieses Feedback brachte Honda dazu, den Rahmen um ganze 50 Prozent zu versteifen, noch bevor das Auto überhaupt an die ersten Kunden ausgeliefert wurde. Wenn ein Ausnahmetalent wie Senna Ratschläge erteilt, wie man einen ohnehin schon beeindruckenden Wagen noch besser machen kann, sollte man diese tunlichst beherzigen. Honda überließ Senna das Auto daraufhin zur privaten Nutzung in Portugal. Das war im Jahr 1991, in dem er seinen dritten Weltmeistertitel holen sollte - wie zu erwarten, bewegte er den Sportwagen absolut artgerecht.

Er pendelte mit ihm von seinem Haus in Quinta do Lago zum Grand Prix von Estoril und ließ dabei zur Freude der Kameras bekanntermaßen die Hinterräder durchdrehen. Zudem existiert ein Bild, das dieses Auto seither unweigerlich begleitet: Es zeigt Senna, wie er den Wagen in Jeans und aufgeknöpftem Hemd mit einem schnöden Gartenschlauch selbst wäscht. Dieser Schnappschuss brachte dem Modell den Spitznamen Gartenschlauch-Auto ein und gewährt einen überaus seltenen Blick auf einen Mann, der den Großteil seines öffentlichen Lebens unter einem Helm verbrachte.



Auch nachdem sich die Wege von Senna und dem japanischen Sportler getrennt hatten, las sich die Historie des Autos weiterhin überaus beeindruckend. Es wurde 2016 nach Großbritannien importiert und hatte 2019 einen sehr emotionalen Auftritt in Imola. Zum 25. Todestag von Senna wurde der Wagen dort von Giancarlo Minardi höchstpersönlich gefahren. Es mag sicherlich schnellere, gepflegtere und womöglich auch seltenere NSX geben. Doch es gibt eben nur diesen einen, den Senna in seiner Freizeit zu einem Grand Prix fuhr, und den er an einem ruhigen Nachmittag in Portugal eigenhändig wusch. Der Schätzpreis von gut 500.000 Pfund dürfte daher, so unsere Prognose, am Ende wohl eher ein Startgebot sein.


































