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In Tokyo hat dieser 27-Jährige Luxus auf die zurückhaltendste Art gefunden

In einer Stadt, in der Auftreten oft mit voller Lautstärke daherkommt, geht Zen Cardonas Toyota Century einen deutlich bedachteren Weg. Lackiert im seltenen Zuiun-Blau und angetrieben von einem seidenweich laufenden V12, ist es ein Auto, das Spektakel gegen Präsenz eintauscht.

Es gibt viele Autos, die gut zu Tokio bei Nacht passen, aber nur sehr wenige strahlen dieselbe leise Autorität aus wie der Toyota Century. In einer Stadt, in der die Autokultur irgendwo zwischen extrovertiert und makellos kuratiert pendelt, wirkt Zen Cardonas Century der zweiten Generation wie etwas, das auf ganz eigene Weise selbstsicher ist. Lackiert in dem seltenen und ausgesprochen schönen Farbton Zuiun-Blau, schreit er nicht nach Aufmerksamkeit, sondern zieht sie auf sich — so, wie es wirklich besondere Autos eben tun.

Wir haben Zen in Tokio getroffen, wo sich der Century nahtlos in den Rhythmus der Stadt einfügt. Mit 27 Jahren reicht sein Hintergrund schon über mehrere Kulturen hinweg. „Meine Mutter ist Japanerin, und mein Vater kommt aus Argentinien“, erzählt er uns. „Ich habe von meinem neunten bis zu meinem 15. Lebensjahr in Texas gelebt, also habe ich einen großen Teil meiner Kindheit in den USA verbracht.“ Diese internationale Prägung erklärt vielleicht die Bandbreite seines Autogeschmacks, doch die Faszination selbst begann schon lange vor dem Erwachsenenalter. „Ich interessiere mich für Autos, seit ich klein bin“, sagt er. „Ich habe mein ganzes Leben Fußball gespielt, aber aus irgendeinem Grund haben mich Oldtimer immer besonders angezogen. Mustang und Rolls-Royce waren meine Favoriten, als ich aufgewachsen bin.“

Mit 22 kaufte Zen sein erstes Auto, einen Toyota Crown von 2015. Das war nicht einfach nur eine praktische Entscheidung und auch keine spontane Laune. „Ich habe ihn gekauft, weil mein Großvater früher auch einen hatte, bevor er ihn verkauft hat“, erklärt er. „Wenn ich die Sommerferien in Japan verbracht habe, bin ich immer mit ihm darin mitgefahren, deshalb ist mir dieses Auto immer im Gedächtnis geblieben.“ Es war ein Anfang mit viel Gefühl — und einer, der ein Thema setzte, das sich bis heute durch seine Entscheidungen zieht: Für Zen geht es bei Autos genauso sehr um Erinnerungen und Atmosphäre wie um Leistung oder Status.

Nach drei Jahren musste der Crown weichen. Zu der Zeit lebte er in Fukuoka, aber mit dem Umzug nach Tokio und den Anforderungen seines Jobs fuhr er ihn kaum noch. „Ich habe ihn verkauft, aber nach ungefähr sechs Monaten habe ich beschlossen, mir wieder ein Auto zu kaufen“, sagt er. „Ich bin einfach wahnsinnig gern nachts gefahren.“ Dieses Gefühl — das Bedürfnis nach einem Auto nicht nur als Fortbewegungsmittel, sondern als Begleiter durch die Stadt — führte ihn wieder zum Namen Century zurück.

Die erste Begegnung war kurz, aber entscheidend. „Ich habe während meiner Mittagspause einen gesehen, als er an einer roten Ampel stand, und mich sofort in ihn verliebt“, erinnert sich Zen. Noch am selben Abend begann er online nach Händlern und Fahrzeugen in ganz Japan zu suchen. Es folgte eine dreimonatige Suche, bei der er geduldig auf das richtige Auto in der richtigen Farbe wartete. „Nach drei Monaten Suche habe ich genau die Farbe gefunden, die ich wollte, und ihn sofort gekauft.“

Die Faszination ist leicht nachzuvollziehen. Der Toyota Century hat in der Autowelt schon immer einen ganz besonderen Platz eingenommen — nicht nur wegen dem, was er ist, sondern auch wegen dem, wofür er steht. Er gilt seit Langem als Japans Antwort auf die großen Luxuslimousinen der Welt und ist ein Auto voller Zeremonie, Handwerkskunst und Zurückhaltung. Während viele Flaggschiffmodelle darauf ausgelegt sind, auf offensichtliche Weise Eindruck zu machen, liegt das Selbstbewusstsein des Century gerade darin, dass er sich nicht erklären muss. Zen versteht diese Qualität besser als die meisten. „Was ich am Toyota Century liebe, ist, dass er so ein Auto nach dem Motto ‚if you know, you know‘ ist“, sagt er. „Nicht viele Leute haben einen, und wenn ich in Tokio unterwegs bin, vor allem die ältere Generation zeigt dem Auto viel Liebe — und das mag ich wirklich.“

Trotzdem verändert sich diese Wertschätzung, je weiter sich der Ruf des Century auch außerhalb Japans verbreitet. „In letzter Zeit ist er im Ausland deutlich populärer geworden“, sagt er. „Immer wenn ich in Daikoku oder auf einem Car Meet bin, merke ich, dass mehr Touristen auf mich zukommen und mich nach dem Auto fragen.“ Dennoch bleibt er ein Objekt, das gerade deshalb so faszinierend wirkt, weil es sich dem Offensichtlichen entzieht. In Schwarz kann der Century imposant wirken, in manchen Kontexten sogar leicht einschüchternd. Zen hat sich bewusst anders entschieden. Sein Auto ist in Zuiun lackiert, einem hellen Blau, das der stattlichen Limousine einen weicheren und zugleich markanteren Charakter verleiht. „Für mich hat es diesen pop-luxuriösen Geschmack“, erklärt er. „Nicht zu auffällig, aber mit einer ganz eigenen Note.“ Er sagt auch ganz offen, dass schwarze Exemplare in Japan gewisse Assoziationen mit sich bringen können. Zuiun dagegen wirkt leichter, seltener und vielleicht sogar noch eleganter.

Abgesehen von der Farbe liegt der Reiz des Century in den Details. Angetrieben wird er von Toyotas bemerkenswertem 5,0-Liter-V12, kombiniert mit einem 6-Gang-Automatikgetriebe — eine Konfiguration, die heute fast unvorstellbar wirkt, besonders von einem Hersteller, der weltweit eher für Pragmatismus als für Exzess bekannt ist. Autos wie dieses brauchen nur selten Verschönerungen, und Zen hat klugerweise der Versuchung widerstanden, daran etwas zu verändern. „Ich habe keinerlei Modifikationen daran vorgenommen“, sagt er. „Für mich ist er genau so perfekt, wie er ist.“ In einer Zeit, in der selbst die vollständigsten Autos oft wie leere Leinwände behandelt werden, hat diese Zurückhaltung etwas Bewundernswertes. Natürlich gibt es noch andere Details, die das Auto auf leise Weise besonders machen. Zen weist darauf hin, dass die Embleme von Toyota von Hand graviert werden — ein Detail, das den Reiz des Century perfekt auf den Punkt bringt. Es ist ein Auto, das auf Handwerkskunst, Subtilität und Stolz aufbaut, und eines, das umso mehr von sich preisgibt, je länger man sich mit ihm beschäftigt.

Für die Zukunft sind Zens Pläne angenehm schlicht. „Im Moment habe ich eigentlich gar keine besonderen Pläne“, sagt er. „Es ist aktuell wirklich mein Lieblingsauto, also möchte ich einfach sehr gut darauf aufpassen und damit durch Japan fahren.“ Ein Gedanke, der sowohl zum Besitzer als auch zum Auto passt. Nicht jede besondere Maschine muss neu erfunden werden, und nicht jeder Enthusiast träumt in Projektlisten und Teilekatalogen. Manchmal liegt das größte Vergnügen einfach darin zu erkennen, dass man bereits das Richtige gefunden hat.

Bleib hier auf dem Laufenden über Zen und seinen Toyota Century.

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