Auf Tauchgang in die Designgeschichte im neuen Vitra Schaudepot

Das Vitra Design Museum in Weil am Rhein öffnet sein Archiv: Im neuen Vitra Schaudepot von Herzog & de Meuron kann man ab sofort hunderte Schlüsselobjekte der Designgeschichte bestaunen.

Mit rund 7.000 Möbeln, mehr als 1.000 Leuchten und zahlreichen umfangreichen Archiven besitzt das Vitra Design Museum eine der größten und wichtigsten Sammlungen moderner Möbelgestaltung weltweit. Doch obwohl die Objekte ursprünglich in dem 1989 von Frank Gehry gestalteten Museumsbau auf dem Vitra Campus gezeigt werden sollten, blieben sie bis heute der Öffentlichkeit verborgen. Das soll sich nun ändern: Im Vitra Schaudepot, einem von den Basler Star-Architekten Herzog & de Meuron entworfenen Neubau am Rande der Produktionshallen, ist ab sofort eine Dauerausstellung mit 400 Schlüsselstücken des modernen Möbeldesigns zu sehen. Das Spektrum reicht von 1800 bis heute; frühe Bugholzstühle sind ebenso vertreten wie Ikonen der klassischen Moderne von Le Corbusier und Alvar Aalto, Kunststoffmöbel der Pop-Art-Ära und aktuelle Prototypen aus dem 3D-Drucker. Neben den großen Vitra-Klassikern von Eames, Panton und Prouvé gibt es auch unbekanntere Fundstücke und echte Skurrilitäten zu entdecken.

Doch nicht nur die gezeigten Objekte sind einen Besuch wert – auch das Schaudepot selbst fasziniert. Das schlichte Gebäude mit seiner fensterlosen Fassade aus gebrochenen Backsteinen wirkt auf den ersten Blick wie ein einfaches Industrie- oder Lagergebäude. „Das Schaudepot mag das bescheidenste Gebäude auf dem Vitra Campus sein“, erklärt Architekt Jaques Herzog bei der Eröffnung, „doch es bringt die ikonischen Gebäude wie Zaha Hadids Fire Station noch besser zur Geltung. Es betont die Gesamtkomposition. Die gebrochenen Klinkersteine geben dem Gebäude zudem eine textil anmutende Oberfläche und machen es zu einem geradezu magnetischen Zentrum der Gravitation.“ So hermetisch das Schaulager von außen wirken mag, so transparent ist es im Inneren. Die ausgestellten Möbel und Objekte sind in offenen Regalen platziert, so dass man den großzügigen Raum stets im Blick behält. Im Untergeschoss erhält man zudem Einblick in die Sammlungsbestände, die hinter großen Glasscheiben in endlosen Regalen untergebracht sind. Und vom angeschlossenen Café aus kann man die Mitarbeiter des Museums in ihren Büros und die Restauratoren in ihren Werkstätten beobachten.

Neben den wichtigsten Stücken aus der Sammlung, deren Geschichte man im neuen digitalen Katalog detailliert nachlesen kann, gibt es im Vitra Schaudepot auch kleine Wechselausstellungen zu sehen. Momentan werfen die Kuratoren einen Blick auf das italienische „Radical Design“ der 1960er Jahre, im Herbst rücken die Möbel des legendären Braun-Gestalters Dieter Rams in den Fokus.

Weitere Informationen über das Vitra Design Museum und das neue Vitra Schaudepot erhalten Sie unter design-museum.de.