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Zweimal 19 Jahre: Dieser Subaru Impreza Rallyewagen ist genauso alt wie seine Pilotin!

Dieser 2006 bei Prodrive aufgebaute Subaru Impreza WRX STI startete einst in der WRC. Am letzten Wochenende trieb ihn Victoria Dold den Bernina-Pass hinauf. Im Interview wird deutlich, dass sie mit der Rallyerakete mehr verbindet als nur das Geburtsjahr.

Unter den 50 donnernden und flammenspuckenden Rennwagen beim Bernina Gran Turismo vom vergangenen Wochenende war ein Fahrzeug, das auf den ersten Blick nicht so auffällig und spektakulär wirkte wie manch anderer. Aber dennoch großes Interesse vor allem bei Rallye-Fans erregte. „Ist das wirklich ein Original?“, fragten sie. „Ein echtes Prodrive-Modell?“ Und tatsächlich! Der weiße Subaru Impreza mit der imposanten Scheinwerfer-Batterie, den goldenen Felgen und den berühmten Subaru World Rally Team-Aufklebern war zu seinen Glanzzeiten bei fünf WRC-Läufen, darunter 2008 in Argentinien – und zahlreichen nationalen Rallyes im Einsatz. Nun nahm Victoria Dold, die Tochter des bekannten deutschen Autosammlers Klaus Dold und zugleich jüngste Teilnehmerin des Events, mit ihm am Berninapass-Bergrennen teil. Wir wollten mehr über den Impreza und Victorias Leidenschaft für Autos erfahren. Deshalb begleiteten wir sie auf einen kleinen Abstecher in der Nähe des Bernina Hospizes.

Danke dass Du Dir Zeit nimmst für ein Gespräch, Victoria! Erzähl uns doch mal: Wann hat sich Dein Interesse für Autos entwickelt? Gab es da einen bestimmten Moment, der entscheidend für Deine Leidenschaft für Autos und Motoren war?

„Ja, ich erinnere mich sehr gut an diesen Moment. Ich war gerade einmal drei Jahre alt, als ich mit meinem Vater in einem weißen Porsche 911 über den Gotthardpass fuhr. Ich kann mich noch an jedes Detail dieser Fahrt erinnern: das Gefühl, der Klang, die Aufregung. Das war mein erstes richtiges Auto-Erlebnis, und ab diesem Zeitpunkt begann alles. Es gab also definitiv dieses entscheidende Erlebnis! Schon bevor ich den Führerschein hatte, interessierte ich mich sehr für Autos, sowohl für alte als auch für neue Modelle. Ich besuchte mit meinem Vater regelmäßig Veranstaltungen: Formel-1-Rennen, Concours Events, Rallyes…

Der wirkliche Wendepunkt kam jedoch, als ich 17 Jahre alt war und mit Begleitung meines Vaters („Begleitprogramm 17“) zum ersten Mal Auto fahren durfte. Mein Dad machte es mir nicht gerade leicht. Er übergab mir die Schlüssel zu unserem Alfa Romeo 8C aus dem Jahr 1932. Bis dahin war ich nur als Beifahrer darin mitgefahren, und nun musste ich ihn selbst bewegen. Es war ein puristisches, mechanisches Fahrerlebnis – kein Synchrongetriebe und keine elektronischen Fahrhilfen – und ich begriff schnell, dass es nicht einfach werden würde. Aber mit Übung und Geduld bekam ich den Dreh mit der Zeit immer besser raus. Und als ich endlich alles beherrschte, war ich absolut begeistert. Von diesem Moment an wurde Autofahren zu meiner großen Leidenschaft.“

Und so hat Deine Leidenschaft für Autos dazu geführt, jetzt diesen fantastischen Subaru Prodrive Impreza WRX STI zu besitzen und zu fahren. Erzähl uns bitte mehr darüber…

„Der Subaru Prodrive Impreza WRX STI ist unglaublich. Ich habe ihn dieses Jahr erstmals bei der Bernina Gran Turismo richtig gefahren, nach ein paar kurzen Testfahrten in meiner Heimatregion, dem Schwarzwald. Dieser Gruppe-N-Wagen hat eine spannende Geschichte. Er hat an insgesamt fünf WRC-Rallyes teilgenommen, dazu auch bei der Welsh Rallye und der Rallye San Marino, um nur einige zu nennen. Und dank des Prodrive-Umbaus ist er perfekt geeignet für Rallyeeinsätze. Wenn man Footage von der Rallye San Marino auf YouTube gesehen hat, weiß man, wozu dieser Wagen imstande ist.“

„Der Wagen hat ein Anti-Lag-System, das verhindert, dass man beim Start zu einer Prüfung den Motor abwürgt. Natürlich hatte ich anfangs großen Respekt vor dem Auto, aber ich habe schnell gelernt, ihm zu vertrauen. Er ist unglaublich stabil, zuverlässig und macht einfach unheimlich Spaß beim Fahren. Von seinem Sound und seiner Leistungsentfaltung bis hin zum Gesamtdesign – es ist eine wirklich außergewöhnliche Maschine.“

Und für jemanden, der vielleicht noch nicht einmal die straßenzugelassene Version dieses JDM-Kultautos gefahren hat: Wie ist das Gefühl, die Rallye-Ausführung im Rennbetrieb zu steuern?

„Unbeschreiblich! Das eng abgestufte ‚dog-leg‘-Getriebe erzeugt einen unglaublichen Adrenalinkick, besonders auf einer Bergstraße wie dem Bernina-Pass. Die Schaltvorgänge sind schnell und präzise, und die kurze Übersetzung ist ein echter Vorteil auf engen, kurvenreichen Passagen. Und dann der Klang! Das ist nicht zu vergleichen mit einem modernen Auto. Man hört alles: das Getriebe, den Turbolader, sogar den Überrollkäfig. Es ist pur und authentisch. Man spürt alles – genau so, wie es bei einem Rallye-Auto sein sollte.“

Wenn wir uns nicht irren, bist Du 19 Jahre alt, was exakt dem Alter des Impreza entspricht. Was reizt Dich an diesem Auto im Vergleich zu einem brandneuen Fahrzeug?

„Ja, ich bin 2006 geboren, und der Subaru ist auch aus diesem Jahr. Ich habe mich immer eher für ältere Autos interessiert, daher ist der Subaru für mich das modernste Auto, das ich jemals bei Rallyes oder Bergrennen gefahren bin. Normalerweise bin ich mit Autos aus der Vorkriegs- oder frühen Nachkriegszeit unterwegs. Der Subaru eröffnet da ein völlig anderes Erlebnis. Natürlich bietet er mehr Support und moderne Funktionen, bewahrt aber noch immer ein betont analoges Fahrgefühl. Das Getriebe ist beispielsweise nicht synchronisiert, was mich an die alten Autos erinnert. Er ist die perfekte Verbindung zwischen modernem und klassischem Design. Und ehrlich gesagt, ich würde jederzeit den Subaru einem brandneuen Auto vorziehen. Er ist viel spannender und bietet ein intensiveres Fahrerlebnis.“

Da die Preise für japanische Autos aus den frühen 2000er-Jahren weiterhin steigen, stellt sich die Frage: Gibt es noch andere japanische Autos, die Du besitzen oder einmal selbst fahren möchtest?

„Ich fand den Nissan Skyline GT-R aus dem Jahr 1999 schon immer faszinierend. Natürlich hat das zum Teil auch mit dem Film ‚Fast & Furious‘ zu tun, aber abgesehen davon ist er einfach ein ikonisches und wunderschönes Auto, sowohl in Bezug auf das Design wie auf die Technik. Daneben bin ich auch ein großer Fan von Geländewagen, daher wäre ein Toyota Land Cruiser Restomod mit V8-Motor von etwa 1954 ebenfalls ein Traum. Ich liebe einfach den Charakter dieser klassischen Allradfahrzeuge.“

Deine Traumgarage für drei Autos – ohne Budgetbeschränkung: Was stünde da drin? 

„Einfach gesagt: Zuerst der Bugatti EB110. Er gehört zu meinen absoluten Lieblingsautos. Wie er Technologie und Ästhetik kombiniert, ist einfach perfekt. Als nächstes würde ich einen Bugatti Type 51 Grand-Prix-Rennwagen wählen. Ich bin ein großer Fan des historischen Grand-Prix-Rennsports, und obwohl es heutzutage extrem schwierig ist, ein originales, authentisches Exemplar zu finden, wäre das definitiv einer meiner Traumwagen. Und drittens natürlich etwas für abseits der Straße: ein Mercedes G-Klasse Cabrio. Ich bin als Kind schon mal in einem mitgefahren, und für mich ist das G-Modell noch immer einer der ikonischsten 4x4 überhaupt. Er würde meine Garage perfekt abrunden.“

Welche Abenteuer oder Veranstaltungen hast Du nach der Bernina Gran Turismo mit dem Subaru geplant? 

„Die nächste Veranstaltung mit dem Subaru ist eine Rallye im Schwarzwald, ganz in der Nähe meines Wohnorts. Da ich den Wagen bisher noch wenig gefahren bin, freue ich mich sehr darauf, mehr Fahrpraxis zu sammeln und ihn besser kennenzulernen. Später werde ich auch an der „Journée d’Automne“ in Frankreich teilnehmen, allerdings nicht mit dem Subaru. Dort werde ich mit meiner Schwester einen Bugatti Type 35 fahren. Da kann der Subaru also leider nicht dabei sein.“ 

Fotos von Keno Zache für Classic Driver 2025
Aus dem Englischen von Thomas Imhof 

Hat Sie der beeindruckende Subaru Impreza WRX von Victoria dazu inspiriert, sich selbst eine Rallye-Legende anzuschaffen? Dann entdecken Sie im Classic Driver Markt eine große Auswahl an Subaru-Modellen.

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