Bis heute hat BMW nie einen M7 gebaut, zumindest nicht in München. Doch es gibt da ein Exemplar, das unter der Nennung von BMW Südafrika 1986 mit Tony Viana am Steuer den Sieg in der dortigen Wessban-Modified-Meisterschaft holte. Es ist einer von nur zwei existierenden Werksrennwagen vom Typ BMW 745i (E23). Und ein Mann ist heute der stolze Besitzer beider Fahrzeuge.


Bühne frei für Paolo Cavalieri, Gründer und Inhaber von Pablo Clark Racing, einem der führenden modernen Rennteams Südafrikas. Er lud uns freundlicherweise auf den Zwartkops Raceway unweit von Johannesburg ein, um uns mit einer wahren südafrikanischen Motorsportlegende zu treffen. Paolo war damals Teamkollege von Tony Viana und hat zudem beide Renn-745i im alten Glanz restauriert.


Der erste Wagen wurde noch nach dem sehr seriennahen Gruppe-1-Reglement aufgebaut und war der erste jemals bei Autorennen eingesetzte 7er-BMW. Schon 1985 dominierte Viana mit diesem Modell, das sich heute im Showroom von Pablo Clark Racing befindet, die Serie. Dieser 7er besaß eine nahezu vollständig straßentaugliche Innenausstattung – mit der Besonderheit eines durch Vianas Ehering abgenutzten Lenkrads, da der Pilot kein großer Freund von Rennhandschuhen war!



Im darauffolgenden Jahr präsentierte BMW Südafrika eine nochmals optimierte und für die freizügigere Wesbank Modified-Serie entwickelte Version. Dieser 7er ist der Star unseres Videos und besticht durch eine breite Karosserie aus Fiberglas, einen wuchtigen Frontsplitter und einen stattlichen Heckflügel. Auch wenn es kaum jemand für möglich hielt, dass eine Luxuslimousine auf der Rennstrecke so schnell sein könnte, erwies sich auch der 86er-745i als ernstzunehmender Konkurrent und gewann dank Vianas meisterhafter Fahrkunst erneut den Titel.


Abseits des Rennsportprogramms entstand auch eine streng limitierte Auflage südafrikanischer 745i-Homologationsfahrzeuge mit Straßenzulassung. Exakt 255 Exemplare, darunter etwas mehr als ein Dutzend mit Schaltgetriebe. Zwar wurde der 745i bekanntlich auch in Europa verkauft, doch dort mit dem turbogeladenen M102-Reihensechszylinder, der aber nicht in den Motorraum eines Rechtslenkers passte. Womit wir beim interessantesten Aspekt dieses südafrikanischen Sondermodells wären: dem Motor.



Denn BMW Südafrika machte Nägel mit Köpfen und pflanzte kurzerhand den Reihensechszylinder M88/3 aus dem Supersportwagen M1 in die Oberklasse-Limousine. Fertig war ein wahres Rennstreckenmonster. Wie Paolo in unserem Interview verrät, war diese Organtransplantation jedoch kein einfacher Prozess. Sehen Sie sich daher unseren vollständigen Film an, um mehr über diese südafrikanischen Motorsport-Ikonen zu erfahren.
Fotos von Mikey Snelgar, Video von Stefan Kotze



































































