Jedes Jahr wird im Bereich der Sammler-Autos dieselbe Geschichte erzählt: Der Markt steigt, der Markt fällt, gefolgt von der obligatorischen Ferrari-Schlagzeile. Die neueste Ausgabe der Market Insights zeigt jedoch eindrucksvoll, dass sich der Markt im Jahr 2026 keineswegs nur in eine Richtung bewegt. Er spaltet sich vielmehr auf.
Auf der einen Seite stehen außergewöhnliche Automobile wie F40, F50, Enzo oder McLaren F1, die Werte erzielen, die noch vor fünf Jahren völlig absurd gewirkt hätten. Auf der anderen Seite bleiben viele hervorragende und einst extrem beliebte Liebhaber-Wagen im Bereich von 100.000 bis 200.000 US-Dollar (circa 86.000 bis 172.000 Euro) schlicht stehen und finden kaum Beachtung. Monterey untermauert diesen Trend mit einem Gesamtergebnis von über 750 Millionen Dollar: Der Anteil moderner Supercars am Umsatz wurde vorab auf 58 Prozent geschätzt, am Ende lag er aber bei knapp 69 Prozent. Die Verschiebung hatten alle erwartet, aber kaum jemand in diesem Ausmaß.
Besonders auffällig ist, wie schnell sich die Definition eines Klassikers verändert. Die Modelle, die auf den Postern der heutigen Käufergeneration hingen, gelten längst als etablierte Bluechips und nicht mehr als wenige Jahrzehnte alte Kuriositäten an der Schwelle zum Klassiker-Status. Ein Enzo aus dem Jahr 2003 erzielte im Januar bei Mecum 17,8 Millionen Dollar. Das ist fast das Dreifache des Preises, den er vor wenigen Jahren erzielte, obwohl der Wagen im Grunde aus der Ära der Klapphandys und CDs stammt. Das Fazit bleibt dennoch erfrischend unkonventionell: Kaufen Sie das Auto, das Ihnen nicht mehr aus dem Kopf geht, und nicht das, bei dem Sie darauf hoffen, dass jemand anderes später zu viel dafür bezahlt.
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