Der Meyers Manx kehrt zurück, um weltweit Coolness zu stiften

Wenn es ein Auto gibt, dass den kalifornischen Way of Life perfekt verkörpert, dann ist es der Meyers Manx. Jetzt kehrt der ikonische Beach Buggy zurück. Wir haben Markenchef Richard Gauntlett in den Schweizer Alpen getroffen – und auf den Skipisten von St. Moritz für Baja-Feeling gesorgt.

Wenn Sie bislang dachten, ein Meyers Manx könnte sein Autoleben nur auf Meereshöhe verbringen, werden Sie sich wundern, einen solchen Beach Buggy auf 3000 Meter Höhe über St. Moritz durch den Schnee tosen zu sehen. Doch die Ankunft des Manx im mondänsten aller Schweizer Skiresorts ist Teil eines großen Comebacks. Im vergangenen Jahr hatte der amerikanische Autoliebhaber und Unternehmer Philipp Sarofim die traditionsreiche Marke übernommen – und sich nach dem Tod von Markengründer Bruce Meyers im Februar 2021 das Ziel gesetzt, das Genie und Erbe des Designers zu würdigen und zu bewahren.

„Meyers Manx steht für die Hochblüte der kalifornischen Automobilgeschichte, die Surfkultur und eine große Designepoche," erklärt Sarofim im Gespräch mit Classic Driver. „Es besteht ein großer Bedarf, diese Geschichte in Erinnerung zu behalten und zugleich die kalifornischen Werte des 21. Jahrhunderts in ein neues Produkt einfließen zu lassen. Wir möchten eine in die Zukunft blickende Marke aufbauen, die ihre Vergangenheit in Ehren hält und zugleich etwas Nachhaltiges und Umweltfreundliches erschafft. Ein Auto, das zugleich unsere Liebe für den Ozean unterstützt und Wege zurück zur Natur ebnet”, so Sarofim weiter.

Als Brand Director der wiedergeborenen Marke Meyers Manx fungiert Richard Gauntlett – wohlbekannt bei Classic Driver Lesern, unter anderem als Sohn des legendären Aston-Martin-Chefs Victor Gauntlett, als auch als Regisseur der aktuellen Restauration des Aston Martin Bulldog. Wäre alles nach Plan verlaufen, Richard hätte die Rückkehr von Manx in diesem Frühjahr mitsamt dem Team in Kalifornien gefeiert. Doch die Pandemie wollte nicht enden – und so saß Richard nicht in Los Angeles vor seinem Laptop, sondern in den Schweizer Alpen. Nun ist Meyers Manx ja eine Marke, die selbst in den abgelegensten Teilen dieser Erde für Abenteuer und Freude sorgen soll. Und so wurden statt Wüstendünen eben die Skipiste von St. Moritz unter die Goodrich-Reifen genommen. Selbstverständlich ließ sich auch die lokale jeunesse dorée nicht lange bitten, als Richard nach Mitstreitern für eine Runde Skijöring Ausschau hielt.

Im Interview mit Classic Driver erklärt der Markenchef nun Näheres über das Revival des ikonischen Strandläufers, warum die große Vielseitigkeit eines Manx ihn zu einem echten Wunderauto macht – und warum überhaupt jeder Haushalt einen haben sollte.

Unser Interview musste wegen eines Termins bei Ihrem Physiotherapeuten fast verschoben werden. Sind Sie verletzt? 

Nur leicht – ich ließ mich auf Skiern hinter einem Manx herziehen. Ich hatte mich allerdings zu wenig aufgewärmt, und daher gab es einen kleinen Crash…

Wie überraschend, aber keine weiteren Fragen zu diesem Thema. Doch es wäre interessant zu erfahren, wie und warum Sie ein Auto benutzten, dass man viel eher mit der kalifornischen Surfkultur statt einem Schweizer Luxusskiresort verbindet.
Nun, das ist sehr einfach. Dieser spezielle Manx wurde mir von einem ernsthaften Sammler geliehen. Damit ich besser verstehen könne, was es heißt, einen Manx wirklich täglich nutzen, speziell in einem etwas extremeren Klima. 

Und was haben Sie herausgefunden?

Zunächst, dass man sich warm anziehen muss. Mantel, Mütze und Handschuhe während der Wintersaison. Und egal ob man nun einem Snowmobil auf einem Waldweg folgt oder die Straße rauf zu einem Supermarkt fährt: Jede Fahrt ist ein freudiges kleines Abenteuer und zaubert allen Leuten ein Lächeln ins Gesicht.

Doch es gibt auch noch eine ernsthafteren Grund für ihre blühende Liebesaffäre mit dem Markennamen Meyers. Erzählen Sie uns doch ein bisschen mehr darüber und über ihre Mitstreiter. 

Gerne. Ich bin Teil eines kleinen Teams, das im November 2020 Meyers Manx übernommen hat –  also noch vor dem Tod von Bruce Meyers, dem Designer des Buggys, der leider mit 94 Jahren im Februar 2021 gestorben ist. Unser CEO und COO ist Freeman Thomas, der, wie sich viele Leser sicher erinnern werden, seine Designerlaufbahn bei Porsche begann und danach solch ikonische Modelle wie den „New Beetle” und den Audi TT schuf. Zuletzt formte er Rufs neuen CTR und den SCR. Freeman wuchs in den Sechziger- und Siebzigerjahren in Südkalifornien auf. Das verhilft ihm, der 1957 geboren wurde, zu einem besonderen Mix an Visionen: Die VW-Vergangenheit, eine hohe Sensibilität für außergewöhnliche Designs und die direkte Erfahrung der Kultur, in die der Manx damals hineingeboren wurde.

Was also heißt, dass der einzig wirklich originale Beach Buggy eine Zukunft hat? 
Absolut, und dazu noch eine strahlende! Wir verlegen das Geschäft an seine Wurzeln aus den 1960er Jahren, sprich nach Newport Beach. Es wird bald möglich sein, einen Meyers Manx mit all dem Charakter, der Performance und den Fähigkeiten eines klassischen Exemplars zu erwerben – gleichwohl zugeschnitten auf die Kundenerwartungen von heute.

Wie lange werden wir warten müssen, um einen zu ergattern? 

Wir arbeiten hart und hoffen, dass während wir an neuen Plattformen und Modellen arbeiten, Kunden schon in den nächsten sechs Monaten Bestellungen aufgeben können. 

Sie erwähnen neue Modelle – das bedeutet aber nicht das Ende der berühmten Form eines Manx, oder? 

Nein, überhaupt nicht. Das Design wird immer der Grundpfeiler der Marke sein; wir nehmen nur ein „Re-Mastering” des Originals mit all seinen ikonischen Details vor. Doch erweitern wir auch die Palette um neue aufregende Modelle, darunter eine elektrische Version. Es gab damals aber auch dieses extremere Modell namens „Tow’d”, ein minimalistischer zweisitziger Dune Buggy mit komplett freistehenden Rädern für die kalifornischen Dünen oder die Baja Rallye. Was auch nicht so bekannt ist: Meyers verwendete nicht nur VW-Motoren. Den Buggy, den er für Steve McQueen aufbaute und der im Film Die Thomas Crown Affäre mitspielt, hatte einen 200-PS-Sechszylinder aus dem Chevrolet Corvair. Auch Porsche-Motoren waren sehr populär.

Der Manx gilt meistens als reines Spaßauto, weniger als ernsthafte Fahrmaschine. Ist das eine faire Bewertung?

Überhaupt nicht. Der Meyers Manx blickt auf eine sehr ernsthafte Motorsport-Vergangenheit zurück. Sie begann 1966, als Bruce den Rekord für eine 1000 Meilen lange Wüstenrallye in Mexiko um über fünf Stunden unterbot. Aus dem Rennen wurde dann ein Jahr später die Baja 1000, und nach 27 Stunden und 38 Minuten Fahrzeit hießen die Sieger Vic Wilson und Ted Mangels auf einem Meyers. Der Manx ist auch nahezu unzerstörbar. Bruce war früher ja Bootsbauer und besaß daher große Kenntnisse im Bau von Konstruktionen aus Glasfaser. Und er war besessen von Qualität. Würde ihn jemand fragen, was einen Buggy auszeichnet, würde er auf einem der Kotflügel auf und ab springen. Würde der dabei nicht zerbrechen, konnte es nur ein von ihm gefertigtes Teil sein! 

Sehr beeindruckend. Doch war jeder Manx so gut wie die, die Meyers baute? 
Das ist ein extrem wichtiger Punkt. Diese Autos sind immer nur so gut wie die Leute, die sie zusammenbauen. Aus diesem Grund überarbeiten wir auch bereits die Werkzeuge. Um sicherzugehen, dass jeder Manx nach den exakt authentischen und engen Toleranzen  gefertigt wird. Und dass, in Verbindung mit nach höchsten Standards entwickelten Hilfswerkzeugen, es für Jedermann möglich sein wird, ein sehr schönes und viel Fahrspaß bietendes Kit-Modell zu bauen. 

Auf den ersten Blick scheint ein Manx ein absolut unpraktisches Auto zu sein, das man nur für gelegentliche Ausflüge benutzt. Ist das der Fall?

Nein. Vielmehr macht die große Vielseitigkeit und Anpassungsfähigkeit des Manx einen Großteil seines Reizes aus. Mit einigen wenigen Änderungen ist er ein schnelles Straßenauto für die Canyons, ein Auto für den Strandausflug oder um die Kinder zur Schule zu bringen und Einkäufe zu erledigen. Er verfügt über ausreichend Stauraum, hat ernsthafte Offroad-Qualitäten, ist robust und einfach zu warten und zu reparieren.


Wenn Sie das so sagen, klingt es so, als würde der Manx genau zum Boom der Outdoor Abenteuer passen? 

Das denken wir auch – und wir werden den Manx mit einer breiten Palette an Extras anbieten, sodass er auch für Camper, Mountain Biker, Abenteurer und Overlander – Langzeitreisende mit eigenem Wagen – attraktiv ist.

Wir haben noch Platz für eine letzte und die vielleicht wichtigste Frage von allen: Wird es weiterhin die Sonderfarbe Metalflake geben?

Definitiv ja! Wir werden sie sogar besonders herausstellen. Bruce Meyers hat als Erster ein Auto mit Metalflake-Finish gezeigt – inspiriert dazu wurde er übrigens von einer Fender-Gitarre. 

Fotos: Andrea Klainguti © 2021

Noch können Sie den neuen Meyers Manx nicht bestellen – wir halten Sie aber auf dem Laufenden. Warum tun Sie in der Zwischenzeit nicht etwas für Ihr Mojo und bestellen eine im Stil von Venice Beach der 1970er Jahre gehaltene Reisetasche oder einen Reisekoffer auf Skateboard-Rädern von Floyd aus dem Classic Driver Shop?