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5 Sammlerautos, die Sie diese Woche in Ihre Garage stellen sollten

Ein Schweizer Hot Hatch mit Ferrari-Herz, ein Lancia-Erbe mit 505 PS, ein driftfreudiges Rallye-Coupé aus Rüsselsheim, ein Münchner Meister des Tiefstapelns und ein nachtschwarzer Werks-Capri mit Nordschleifen-Historie – das sind diese Woche unsere Highlights aus dem Classic Driver Markt!

 

Circuit Capri

Schon optisch ist Chassis BFC 002 als einziger schwarz gehaltener RS3100-Gruppe-2-Werkswagen ein absolutes Unikat. Die Motorsport-Historie dieses Ford Capri ist aber noch packender: 1973 von Broadspeed nach Kölner RS2600-Spezifikation aufgebaut, gewann der Rechtslenker in markanten BP-Farben mit Claude Bourgoignie auf Anhieb die belgische Gruppe-2-Meisterschaft der Klasse über 1300 cm³. 1974 fuhr die skandinavische Legende Bosse „Bo Emma“ Emanuelsson im STP-Design in der schwedischen Tourenwagen-Meisterschaft bei jedem Einsatz aufs Podium. Der Ritterschlag erfolgte dann im Winter 1975. Das Kölner Werk rüstete das Auto samt massiverer Aerodynamik auf die brachiale RS3100-Spezifikation um. Befeuert von einem kreischenden, 475 PS starken 24-Ventil-GAA-Cosworth-V6, mischte der nachtschwarze Bolide das DRM-Feld auf der Nordschleife auf. Nun sucht dieser ästhetisch ansprechende Tourenwagen mit Eisbär-Dekor einen neuen Piloten: Die Spezialisten von Duncan Hamilton ROFGO bieten den Werks-Capri aktuell zum Verkauf an.

 

 

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Freude am Understatement

Kaum ein Auto steht so perfekt für die Tugend des Tiefstapelns wie die zweite, von 1988 bis 1995 gebaute Generation des BMW M5. Die BMW Motorsport GmbH hatte sich dazu entschlossen, die schiere Kraft des Reihensechszylinders nur anhand von behutsam modifizierten Front- und Heckschürzen sowie größeren Rädern anzudeuten. Wildes Spoilerwerk oder vulgäre Kotflügelverbreiterungen sucht man bei der Sportlimousine der frühen Neunzigerjahre vergebens. Kein Wunder, dass der 315 PS starke Bayer das perfekte Fluchtauto für Bankräuber abgegeben hätte – und später vom Drift-König Giorgi Tewsadse durch Tiflis gejagt wurde. Wenn er sein Heck mal gerade nicht quer stellte, erregte sein E34 M5 in der georgischen Hauptstadt wenig Aufmerksamkeit. RM Sotheby’s bringt bei seiner London Auction am 31. Oktober ein Exemplar unter den Hammer, das das Thema Understatement mit seinem unauffälligen schwarzen Lack und der edlen hellen Lederausstattung auf die Spitze treibt. Laien würden das Auto aus dem Jahr 1989 für einen schnöden Geschäftswagen halten. Das Auktionshaus gibt den Schätzpreis für den eleganten Rechtslenker mit 45.000 bis 55.000 britischen Pfund an.

 

 

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Rüsselsheimer Rallye-Rochen

Während Lancia 1983 in der WRC noch mit einem reinen Hecktriebler triumphierte, konnte der Manta 400 mit seinem Hinterradantrieb in der zunehmend von Allrad-Boliden dominierten Gruppe B nicht mehr an die Erfolge seines eng verwandten Gruppe-4-Vorgängers Ascona 400 anknüpfen. Die Rallye-Version des Kult-Coupés war einfach etwas zu spät dran – Anfang der Achtzigerjahre hätte sie mit ihrem 2,4 Liter großen Vierzylinder mit Cosworth-Zylinderkopf gute Chancen gehabt. Ein Flop war der Manta 400 aber mitnichten: Mit seinem freudig tänzelnden Heck, dem schicken Design und dem klangstarken Motor driftete er sich bei zahlreichen europäischen und britischen Rallye-Veranstaltungen in die Herzen der Fans. Das britische Auktionshaus Iconic Auctioneers bietet bei seinem „The Iconic Sale“ im Rahmen der NEC Classic Motor Show eines von nur 245 gebauten Exemplaren der Homologationsversion aus dem Jahr 1983 an. Das Auto befand sich bis 2009 in Erstbesitz und wurde kurz nach dem Kauf vom zweiten Eigentümer von Grund auf restauriert. Ausgeführt wurden die Arbeiten von den Spezialisten von Retropower. Der nachträglich auf Rechtslenkung umgebaute Manta-Rochen soll bei der Auktion in Birmingham zwischen 80.000 und 100.000 britische Pfund einbringen.

 

 

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Der Hulk der Hot Hatches

Sie finden, dass der Renault 5 Turbo mit seinen ausgestellten Kotflügeln und dem aufgeladenen Vierzylinder hinter den Sitzen schon radikal ist? Dann werden Sie bei dieser Kreation des italienischen Wahlschweizers Franco Sbarro Schnappatmung bekommen. Inspiriert von den legendären Gruppe-B-Monstern, entwickelte er in der ersten Hälfte der Achtzigerjahre seinen eigenen Kompaktsportler und ging dabei keinerlei Kompromisse ein. Er verkürzte ein Ferrari-308-Chassis und stülpte ihm eine komplett eigenständige GFK-Karosserie über, die wie eine Mischung aus zeitgenössischen Kleinwagen wirkt – allen voran dem VW Golf I und am Heck teilweise auch dem AMC Pacer. Die Rückleuchten stammen übrigens vom Vauxhall Cavalier, dem britischen Zwilling des Opel Ascona C. Die 240 Pferde des Quattrovalvole-Triebwerks aus dem 308 GTB, das an die Fünfgang-Handschaltung aus dem Hause Ferrari gekoppelt ist, treffen im Sbarro Super Eight auf gerade einmal 800 Kilo – so beschleunigt der 3,15 Meter kurze Knirps in unter sechs Sekunden auf Tempo 100 und ist auch aufgrund des kurzen Radstands alles andere als narrensicher. Das französische Auktionshaus Aguttes bringt das Einzelstück aus dem Jahr 1984 am 10. Oktober mit einem Schätzpreis von 120.000 bis 180.000 Euro unter den Hammer.

 

 

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Reinkarnation des Rallye-Regenten

Der Erstling des 2021 gegründeten Unternehmens Kimera ist weit mehr als ein Restomod: Während sich andere Hersteller aus diesem Kosmos mit einer behutsamen Modernisierung der Technik begnügen, ist der Evo 37 im Grunde ein nahezu gänzlich neues Auto. Sowohl das Grundkonzept auf Basis eines Lancia-Beta-Monte-Carlo-Chassis als auch das Design wurden liebevoll in die Moderne übersetzt; in Sachen Fahrdynamik ist der Enkel des Lancia 037 seinem Großvater aber haushoch überlegen. Dieser gewann 1983, in der ersten reinen Gruppe-B-Saison, als letztes Auto mit Hinterradantrieb die Herstellerwertung der Rallye-Weltmeisterschaft. Hinter dem Steuer des leichten und agilen Italieners saßen dabei niemand Geringere als Walter Röhrl und Markku Alén. Ein 2,1 Liter großer, von Italtecnica aufgebauter Vierzylinder mit Turbo und Kompressor entwickelt 505 PS und 550 Newtonmeter Drehmoment. So sprintet das straßenzugelassene Rallye-Monster in knapp über drei Sekunden auf Tempo 100 und kommt erst bei 310 km/h an sein Limit. Ein State-of-the-Art-Fahrwerk von Öhlins und Brembo-Bremsen machen den Boliden beherrschbar. Dieses stilvoll konfigurierte Exemplar versteigert Broad Arrow am 9. Oktober bei der Zoute Concours Auction im belgischen Knokke-Heist. Der Schätzpreis liegt bei 950.000 bis 1,15 Millionen Euro.

 

 

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