

Der König der Löwen
Von wegen Audi quattro! Die Gruppe-B-Krone gebührt einer Raubkatze aus Sochaux: Aus Marketingzwecken verwandelte Peugeot seinen neuen Hoffnungsträger im Kleinwagensegment in ein Mittelmotor-Biest mit Turboaufladung und permanentem Allradantrieb. 1985 holte der Autobauer mit sieben Gesamtsiegen den Weltmeistertitel, 1986, in der letzten Saison der Gruppe B, folgte mit sechs Siegen die Titelverteidigung. Gemessen an den Titeln ist der zierliche Franzose damit das erfolgreichste Auto dieser legendären Ära. Für die Homologation musste Peugeot 200 Straßenversionen bauen, die bis auf eine Handvoll Autos für VIP-Kunden allesamt in Winchester-Grau lackiert waren. Den Vortrieb übernimmt eine auf 200 PS gezähmte Version des 1,8-Liter-Turbovierzylinders, der im Renneinsatz bis zu rund 500 PS leistete. Charles Pozzi bietet an seinem Standort in Vence aktuell ein Exemplar an, das erst 30.900 Kilometer abgespult hat und stolze 405.000 Euro kostet. Nicht nur dieser Preis zeigt, welch wichtige Rolle der 205 T16 für die Löwenmarke spielt: Auf dem Pariser Autosalon hat Peugeot erst vor wenigen Tagen die vollelektrische Studie E-T16 enthüllt, die Optik und Konzept des Homologationsmodells in die Zukunft übersetzt.


Nordische Mythologie mit weißer Weste
Mit Know-how aus der Formel 1 auf die mondänsten Boulevards der Welt: Der 2026er Aston Martin Valhalla bringt kompromisslose Racing-DNA aus der Königsklasse des Motorsports in die Serie. Mit seinem 1.079 PS starken Plug-in-Hybridantrieb hat sich das auf 999 Stück limitierte Mittelmotor-Biest im Reich der Hypercars einen Namen gemacht. Die klinisch reine Lackierung in Zenith White bildet mit ihrer kühlen Ästhetik einen Kontrast zu den freiliegenden Aerodynamikteilen aus Carbon und lässt ihn mit ihrer farblichen Zurückhaltung in seinem Segment herausstechen. Im Innenraum setzt Aston Martin auf eine im Motorsport bewährte Ergonomie, während bei diesem fabrikneuen, von Selected Car Investment angebotenen Exemplar feines Duotone-Leder und blaue Kontrastnähte aus dem Q-by-Aston-Martin-Programm für eine skandinavisch-klare Note sorgen. Da kann sich der neue Besitzer passend zum Namen wie in der großen Halle des Göttervaters Odin fühlen.


Das Procar für die Straße
Mit dem BMW M1 stieß die damals eher volkstümliche Marke in den späten Siebzigerjahren unter die Supercar-Hersteller vor. Der von Giugiaro gezeichnete Faustkeil sah nicht nur spektakulär aus, sondern fuhr mit seinem 277 PS starken 3,5-Liter-Reihensechser so manchem Ferrari oder Lamborghini um die Ohren. Für den BMW-Händler AHG war der auf 399 Stück limitierte Sportler aber noch nicht exklusiv genug. 1982, nach dem Produktionsende des M1, legte AHG-Geschäftsführer Peter Gartemann eine vor allem optisch von der Rennversion M1 Procar inspirierte Sonderserie auf. Vermutlich entstanden nicht mehr als zehn Exemplare, jedes ein Unikat. Erkennbar waren sie an Procar-Spoilern, ausgestellten Radhäusern, dreiteiligen 16-Zöllern von BBS sowie einem aufgewerteten Innenraum. Am meisten fielen aber die individuellen Sonderlackierungen der Lackiererei Altmiks ins Auge. Der Motor soll auf 350 PS gebracht worden sein, während ein verstellbares Rennfahrwerk, eine neue Auspuffanlage und eine Rennkupplung die Sportkur abrundeten. Das blaue Exemplar, das RM Sotheby’s am 20. November in München versteigert, wurde einst für den AHG-Chef höchstpersönlich angefertigt und blieb in seinem Besitz. Zudem zierte es den Prospekt, mit dem AHG für seine Version des M1 warb.



Der Schlussstein der De-Tomaso-Ära
Der legendäre, technisch aber mittlerweile doch sehr angegraute Pantera war nach über zwanzig Jahren Bauzeit längst über seinen Zenit hinaus, als De Tomaso 1993 mit dem Guarà endlich den Nachfolger enthüllte. Er setzte zugleich den glamourösen Schlussstein in der Karriere des 2003 verstorbenen Alejandro De Tomaso. Der ungewöhnlich gestylte Sportwagen basierte auf dem Prototyp Maserati Barchetta Stradale und nutzte ein Aluminium-Wabenchassis mit einer Hülle aus Kevlar, Carbon und Glasfaser sowie ein vom Formel-1-Ingenieur Enrique Scalabroni entwickeltes Rennsportfahrwerk. Schon bald setzte der argentinisch-italienische Hersteller aus Kostengründen wieder auf V8-Motoren von Ford, wie einst beim Pantera. Dieses 1996er Exemplar ist eines von nur rund 21 gebauten Coupés und gehört dank seines 4,0-Liter-V8 von BMW, der nach 1995 nur noch in eine Handvoll Autos eingebaut wurde, zu den seltensten Ausführungen. Ausgeliefert in Porsche Blue Metallic mit grauer Lederausstattung, weist der Underdog, der am 7. November bei der Zürcher Auktion von Broad Arrow angeboten wird, gut 25.000 Kilometer auf dem Tacho und Werkspapiere auf.


Pozzis silbernes Unikat
Je nach Ausführung bildet der von Pininfarina-Designer Leonardo Fioravanti gestylte Ferrari 365 GTB/4 optisch ein breites Spektrum ab. Während das muskulös und sehnig wirkende Coupé im Serientrimm ein zeitloser Designklassiker ist, dessen Ästhetik Maranello beim 12Cilindri wieder aufgegriffen hat, wirkt der Daytona als Rennwagen für einen italienischen Boliden ungewohnt brutal. Mit seinen Sidepipes, dem aggressiven Stance, den ausgestellten Radkästen und der Aero-Maske erinnert er eher an US-amerikanische IMSA-Rennwagen aus dieser Ära. Das silberne Exemplar von 1971 ist der einzige bekannte Daytona, den der Pariser Ferrari-Importeur Charles Pozzi in Eigenregie auf Competizione-Spezifikation umrüstete. Der Zweitbesitzer Philippe Cornet-Epinat trat damit 1972 bei den 4 Stunden von Le Mans an und fuhr trotz eines Unfalls in der ersten Runde noch auf Rang acht. Später zum Spider umgebaut, wurde der Wagen unter Daytona-Experte Mike Sheehan wieder in seinen Le-Mans-Zustand von 1972 zurückversetzt. Heute hat der Londoner Händler Sam Hancock den straßenzugelassenen und rennfertigen Competizione in seinem Bestand.
































