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Dieser Diablo-Restomod serviert seinen V12 völlig ungefiltert

Eccentrica hat dem beliebten Lamborghini-Diablo-Restomod das Dach abgenommen. Das Resultat, das diese Woche auf The Quail debütiert, ist jedoch weit mehr als ein retrofuturistischer V12-Roadster. Hier sind alle wichtigen Details zu der Premiere.

Während sich die Blicke der automobilen Welt aktuell anlässlich der Monterey Car Week auf die sonnige Küste Kaliforniens richten, sorgt die in San Marino ansässige Manufaktur Eccentrica als einer der ersten Aussteller für ein Ausrufezeichen. Der V12 Roadster stellt den zweiten Streich des Firmengründers Emanuel Colombini dar. Der passionierte Lamborghini-Sammler gab sich offensichtlich nicht damit zufrieden, dem Thema Restomod lediglich eine weitere Nuance hinzuzufügen.

Schon der geschlossene Erstling von Eccentrica wusste zu beeindrucken, basierte er doch auf einem gründlich überarbeiteten Diablo der ersten Generation, der aus mehr als 3.500 maßgeschneiderten Einzelteilen neu aufgebaut wurde. Bei der offenen Variante treiben die Macher dieses Konzept nun auf die Spitze. Durch den konsequenten Verzicht auf ein Verdeck fällt die letzte Barriere zwischen Mensch und Maschine. Colombini bringt es gewohnt prägnant auf den Punkt, wenn er betont, dass es weder Dach noch Filter gebe und den Fahrer rein gar nichts von der Mechanik trenne. Ein Blick auf die ersten Aufnahmen im Zusammenspiel mit den beeindruckenden Leistungswerten verdeutlicht umgehend, was er damit meint.

Unter der hinteren Abdeckung arbeitet ein aufwendig rekonstruierter 5,7-Liter-Saugmotor mit zwölf Zylindern, der stramme 550 PS sowie ein Drehmoment von 600 Newtonmetern an die Hinterachse schickt. Verwaltet wird die Kraft über ein manuelles Sechsgang-Schaltgetriebe mit offener Kulisse – eine Entscheidung, die Puristen aufhorchen lässt, die von einem echten Supercar nach wie vor vollen Körpereinsatz verlangen. Den Sprint auf Tempo 96 absolviert das Geschoss in gerade einmal 3,8 Sekunden, während der Vortrieb erst bei beachtlichen 335 km/h endet. Damit übertrifft die Neuinterpretation die Höchstgeschwindigkeit des historischen Vorbilds um immerhin 8 km/h. Zur Erinnerung: Der Ur-Diablo war 1996 das erste Serienmodell der Marke aus Sant’Agata Bolognese, das die magische 200-Meilen-Grenze knacken konnte.

Für das Karosseriedesign zeichnet das Mailänder Studio Borromeo De Silva verantwortlich. Die Außenhaut besteht aus einer Synthese aus Stahl sowie Kohlefaser und bewahrt trotz nachgeschärfter Proportionen und breiterer Spur die ikonische Silhouette des Originals treffsicher. Bei der aerodynamischen Feinabstimmung überließen die San-Marinesen nichts dem Zufall und verpflichteten ein Expertenteam rund um Maurizio Reggiani. Als ehemaliger Chefentwickler von Lamborghini begleitete er Meilensteine wie den Murciélago, Gallardo, Aventador sowie den Huracán – eine Reputation, die man bei einem Projekt dieser Größenordnung gerne im Datenblatt stehen hat. Schließlich galt es sicherzustellen, dass der Innenraum selbst bei extremen Geschwindigkeiten nicht zu einem Windtunnel mit Sitzen verkommt.

Der Innenraum präsentiert sich als gelungene Symbiose aus traditionellem Connolly-Leder, Alcantara, eloxierten Baugruppen und Sichtcarbon. Jedes Exemplar entsteht in enger Abstimmung mit dem jeweiligen Käufer, weshalb kaum ein Wagen dem anderen gleichen dürfte. Insgesamt verlässt eine streng limitierte Kleinserie von lediglich neunzehn Autos die Werkshallen, die rasch in den Garagen internationaler Sammler verschwinden dürfte.

Man nehme also ein Posterauto der Neunzigerjahre, übergebe die Konstruktion den Köpfen hinter den modernen Markenikonen und schneide kurzerhand das Dach ab. Der Diablo galt schon immer als emotionale Traumfantasie, und dieser V12 Roadster erweckt diesen Mythos mit moderner Fertigungstechnik neu zum Leben. Ein solches Project-Car einmalig umzusetzen ist bereits aller Ehren wert – ein solches Niveau jedoch neunzehn Mal individuell auf die Kundenwünsche einzustellen, grenzt an ein Kunststück. Sollten Sie diese Woche das Glück haben, über die Ausstellungsflächen in Monterey zu schlendern, halten Sie die Augen offen. Wobei die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass Sie diesen Zwölfzylinder hören, lange bevor er ins Blickfeld rückt.

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