


Es gibt Sammler, denen schlicht die gewöhnlichen Wünsche ausgehen. Sie besitzen bereits den 964 mit Matching Numbers, das Sonderwunsch-Sondermodell oder den Wagen mit Rennsporthistorie samt lückenloser Dokumentation. Was bleibt da noch? Ganz einfach: Art Cars. Echte Museumskunst mit Straßenzulassung, Sechsgang-Handschaltung und einer Lackierung in Vanillegelb, die von einem mythischen 911 Turbo S inspiriert wurde.
Hier kommt Daniel Arshams „993A“ ins Spiel, ein rollendes Skulpturenwerk, das bei jedem Autotreffen die Blicke auf sich zieht. Der New Yorker Künstler, der vor allem dafür bekannt ist, Alltagsgegenstände der Gegenwart in fiktive archäologische Funde der Zukunft zu verwandeln, entschied sich dieses Mal für einen anderen Weg. Er schuf eine vollständige, funktionstüchtige und fahrbare Version des 993. Acht Monate Arbeit in Arshams eigener Garage stecken in dem Projekt, bei dem der Mechaniker und Künstler Greg Agastanopolous das Werkzeug führte.

Technisch wurde der luftgekühlte 3,6-Liter-Motor auf 3,8 Liter Hubraum vergrößert, mit Carrillo-Pleueln sowie CNC-bearbeiteten Zylinderköpfen bestückt und an ein überholtes G50-Getriebe gekoppelt. Ein maßgeschneidertes KW-Fahrwerk sorgt für eine optimierte Straßenlage. Im Innenraum verarbeitete der deutsche Lederspezialist Justin Placek ein dunkelgrünes Leder mit Dreifachnähten, kombiniert mit Sitzschalen in Wagenfarbe und eigens entworfenen Instrumenten von Arsham Studio. Das ist eine feine Anspielung auf das Sonderwunsch-Programm von Porsche, mit dem dieses Auto ganz bewusst flirtet. Außen übernimmt der Farbton Vanillegelb das Kommando, der damals ab Werk angeblich nur auf einem einzigen Turbo S aufgetragen wurde.



Für Sammler wird es an dieser Stelle besonders spannend: Autos wie dieses entwickeln sich zunehmend wie limitierte Kunsteditionen. Arshams erodierte Skulpturen erzielen auf Auktionen bereits hohe Summen. Der „993A“, der 2024 auf der Veranstaltung The Bridge debütierte und nun über Canepa im Classic Driver Markt angeboten wird, wirft die Frage auf, wie ein solches Unikat zu bewerten ist. Handelt es sich um einen Porsche, um einen Arsham oder um etwas, das längst über beides hinausgewachsen ist? Schaut man sich an, wie der Markt andere Designer-Kollaborationen auf Basis luftgekühlter Modelle aufgenommen hat, lautet die Antwort schlicht: Ja zu allem – und das spiegelt sich im Preis wider. Der 993 war als letzter luftgekühlter 911 ohnehin das Ende einer Ära. Arsham hat diesem Schlusspunkt lediglich noch mehr Nachdruck verliehen. So möchte man direkt nach dem Scheckbuch greifen.
































