Direkt zum Inhalt

Magazin

Schwedens Aurora Concours 2026 unterstreicht die Vielfalt der Sammlerauto-Kultur

Skandinavien etabliert sich weiter im Kalender der Sammlerauto-Events: Beim Aurora Concours 2026 in den Norrviken Gardens trafen 70 handverlesene Klassiker und Hypercars auf Best-ofs aus dem Hause Koenigsegg und Ferrari. Bei dem berauschenden Sommer-Event stand die Vielfalt im Vordergrund.

 

Schweden etabliert sich weiter im Kalender der Sammlerauto-Events: Beim Aurora Concours 2026 in den Norrviken Gardens trafen 70 handverlesene Klassiker und Hypercars auf Best-ofs aus dem Hause Koenigsegg und Ferrari. Bei dem berauschenden Sommer-Event stand die Vielfalt im Vordergrund.

Pebble Beach, Amelia Island, Villa d’Este, Chantilly – wenn man an Concours d’Elegance denkt, fallen einem direkt illustre Orte an der US-Küste oder pittoreske Orte in Italien oder Frankreich ein. Die Skandinavischen Länder hatte man dagegen lange Zeit kaum auf dem Schirm. Der Aurora Concours ist aber Beweis genug, dass sich das langsam, aber sicher ändert. Seit 2024 zieht die Veranstaltung die internationale Sammlerauto-Szene in den Garten eines traumhaften Anwesens an der schwedischen Westküste.

 

Vom 26. bis 28. Juni 2026 verwandelten sich die Norrviken Gardens in Båstad zum dritten Mal in ein fast schon episches Zentrum einer Ära-übergreifenden automobilen Eleganz. Wer durch die herrschaftliche Anlage flanierte, konnte über 500 erlesene Autos bestaunen, die sich perfekt in die mondäne Kulisse einfügten. Sammler und Enthusiasten aus 35 Nationen sowie mehr als 250 Medienvertreter pilgerten für den einzigartigen Wettbewerb in den hohen Norden. Auf dem akkurat gemähten Rasen parkten 70 sorgfältig kuratierte Concours-Teilnehmer. Der Clou bei der Veranstaltung ist, dass sie historische Pretiosen und moderne Hypercars dank des Dual-Concours-Konzepts mit exakt derselben Hingabe und Ernsthaftigkeit bewertet.

 

„The Aurora wurde ins Leben gerufen, um ganz unterschiedliche Welten miteinander zu verbinden“, erklärt Filip Larsson, Gründer und CEO der Veranstaltung, die Kernidee des Events. „Das diesjährige Teilnehmerfeld hat eindrucksvoll gezeigt, was das in der Praxis bedeutet: Vorkriegsikonen, Grand Tourer der Nachkriegsära, waschechte Rennwagen, Restomods, Super- sowie Hypercars und große Neuheiten teilen sich allesamt ein und dieselbe Bühne. Genau diese unverwechselbare Mischung macht The Aurora so außergewöhnlich.“

 

Zwei ikonische Marken zogen das Publikum an dem sonnigen Frühsommer-Wochenende besonders in ihren Bann. Zum ersten Mal war Ferrari offiziell dabei und brachte das pulsierende Herz Maranellos an die schwedische Küste. Der neue Ferrari Amalfi Spider feierte im Rahmen des Aurora Concours seine Skandinavien-Premiere und verkörperte als offener Grand Tourer italienische Automobilkultur unter der nordischen Sonne. Auf der anderen Seite zelebrierten die Hypercar-Spezialisten von Koenigsegg ihr Heimspiel und stellten eine ehrfurchterregende Ahnengalerie der hauseigenen Modellhistorie aus. Der Zeitstrahl reichte dabei vom allerersten Prototypen XP 001 aus dem Jahr 1996 über das erste Serienmodell CC8S bis hin zum brandneuen, kundenfertigen Sadair's Spear und dem ersten Serien-Gemera. Nie zuvor konnte man den raschen Aufstieg der schwedischen Manufaktur so gebündelt an einem Ort bewundern. BMW, zusammen mit J.P. Morgan Private Bank Hauptpartner des Events, hatte zudem seine brandneue Studie „BMW M Concept Neue Klasse“ im Schlepptau.

 

Trotz Weltpremieren wie dem ersten öffentlichen Auftritt des Rolls-Royce Spectre Series II oder der Enthüllung des Lamborghini Fenomeno Roadster stand am Ende naturgemäß die Preisverleihung im Zentrum. Der begehrte „Best of Show“-Titel bei den klassischen Fahrzeugen ging an einen zeitlos schönen Ferrari 250 GT Berlinetta SWB aus dem Jahr 1960, während sich in der Hypercar-Klasse ein brachialer Mercedes-Benz CLK GTR von 1998 die Haupttrophäe sichern konnte. Auch fast drei Jahrzehnte nach seinem Debüt beeindruckt das radikale GT1-Homologationsmodell mit seiner imposanten Optik und seinem spektakulären V12-Sound.

 

Doch auch in den einzelnen Wertungsklassen erzählte das Blechkleid faszinierende Geschichten. Ein 1935er Mercedes-Benz 500K dominierte bei den Vorkriegs-Klassikern, während der 1958 gebaute Volvo P1800 Prototyp X3 den Bogen zum schwedischen Design-Erbe schlug und in seiner Klasse siegte. Dass automobile Kraft nicht immer laut und aufdringlich sein muss, bewies der Klassensieger unter den „Wölfen im Schafspelz“: Ein betont dezent gehaltener BMW Alpina 2000 ti Touring A1 von 1973 bündelte sein praktisches Talent mit einer kräftigen Leistungsspritze aus Buchloe.

 

Bei den Supercars brillierte wenig überraschend ein Porsche Carrera GT aus dem Jahr 2005, der mit seinem spektakulären V10-Sauger und seiner Handschaltung zugleich analog und modern ist. Wer den brachialen Koenigsegg Jesko Attack „TYR“ durch den Park rollen sah, verstand sofort, warum dieses kompromisslose Kraftpaket nicht nur auf der Tour glänzte, sondern auch mit dem prestigeträchtigen President’s Award ausgezeichnet wurde. Für einen Hauch ungezähmter Motorsport-Aura auf dem gepflegten Rasen sorgte zudem der Sieger der Competition-Klasse, ein 2011er Citroën DS3 WRC, der mit Sébastien Loeb hinter dem Steuer stolze etliche Trophäen in der Rallye-Weltmeisterschaft einfuhr.

 

Mit diesem formidablen Aufgebot beweist The Aurora, dass skandinavische Zurückhaltung und feurige automobile Leidenschaft eine unwiderstehliche Symbiose eingehen. In Båstad begegnen sich die Tradition, die Gegenwart und Zukunft der Luxusauto-Industrie auf Augenhöhe – eine Formel, die das Event langfristig zweifellos zum Nordstern am Himmel der Concours-Veranstaltungen machen wird.

Fotos: Keno Zache für Aurora Concours

Watch our latest YouTube videos