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16 Zylinder für ein Halleluja beim ersten Anantara Concorso Roma

Rom hat zum ersten Mal seit 1960 wieder einen Concours d'Elegance ausgerichtet, und das Warten hat sich definitiv gelohnt. 70 italienische Automobile trafen auf ein malerisches Ambiente und einen monströsen 16-Zylinder-Maserati, dessen Geschichte untrennbar mit der Stadt verbunden ist.

Rom hat Päpste, Gladiatoren und Kaiser beherbergt. In puncto historischer Bedeutung und kultureller Tiefe kommt kaum eine andere Metropole an die Ewige Stadt heran. Anders als die Zentren Norditaliens ist sie jedoch keine klassische Autostadt – zumindest war sie es in den vergangenen Jahrzehnten nicht. Nun hat sie zum ersten Mal seit 1960 wieder einen großen Concours d'Elegance ausgerichtet. Vom 16. bis 19. April 2026 versammelten sich 70 der seltensten und bedeutendsten Automobile aus italienischer Produktion an einem der schönsten Schauplätze der Hauptstadt. Der erste Anantara Concorso Roma wurde seinem Anspruch nicht nur gerecht, er hat sich sofort als eines der unverwechselbarsten und stilvollsten Automobilevents der Welt etabliert.

Die Idee hinter dem Concorso ist bestechend einfach: eine durch und durch italienische Hommage an den nationalen Automobilbau, präsentiert in der prächtigsten Stadt der Nation. Keine ausländischen Marken, keine Zugeständnisse an internationale Standards mit gemischten Starterfeldern. Jury-Präsident Adolfo Orsi Jr. hat die Veranstaltung ins Leben gerufen, weil ihm in seiner Heimat ein Wettbewerb fehlte, der ausschließlich italienischen Autos gewidmet ist. An dieser Grundausrichtung möchte er für alle künftigen Ausgaben festhalten. Dieser klare Fokus verleiht dem Event eine starke Identität, die es aus der Masse der Concours-Veranstaltungen heraushebt. Wer zwischen den Autos umherging, betrachtete keine bloßen Relikte einer längst vergangenen Ära, sondern erlebte durch Metall, Leder und Glas ein Jahrhundert italienischen Automobilvermächtnisses.

Die Veranstaltungsorte hätten nicht passender sein können

Das Ambiente war außergewöhnlich und so italienisch, wie es nur sein kann. Die 70 Wettbewerbsfahrzeuge waren im Herzen der Villa Borghese und an der Casina Valadier aufgereiht, einer neoklassizistischen Villa auf dem Pincio-Hügel mit weitem Blick über die Dächer der Stadt. Das warme Aprillicht fiel durch die Pinien und warf lange Schatten über Hauben und Karosserien. So entstand eine Atmosphäre, die man in keiner zweckmäßigen Ausstellungshalle hätte reproduzieren können. Weitere Fahrzeuge waren im prächtigen Atrium des Anantara Palazzo Naiadi an der Piazza della Repubblica ausgestellt, dem offiziellen Gastgeber des Events. Am Freitag, dem 17. April, begaben sich die Teilnehmer für die Parade Giro d'Anantara auf Roms Straßen. Dabei hallte der Sound von Vorkriegs-Alfa-Romeos und Ferraris aus den 1960er Jahren von dem antiken Gestein und den barocken Brunnen wider. Am Samstagabend wurden die Gäste mit feiner italienischer Küche im historischen Palazzo Brancaccio verwöhnt.

Von Alfa Romeo bis Pagani: Die 70 Fahrzeuge waren in 16 Klassen eingeteilt, die nahezu ein Jahrhundert Automobilgeschichte abdeckten. Mit den Vorkriegsklassen wurde direkt ein exklusiver Ton angestimmt. Den President's Prize der Jury erhielt ein Alfa Romeo 6C 1750 Sport Zagato von 1929. Ein Alfa Romeo 8C 2900B Cabriolet von 1938 mit einer Karosserie von Stabilimenti Farina aus der Keller Collection wurde als elegantestes Vorkriegsmodell ausgezeichnet.

Von Alfa Romeo bis Pagani

Die 70 Fahrzeuge waren in 16 Klassen eingeteilt, die nahezu ein Jahrhundert Automobilgeschichte abdeckten. Mit den Vorkriegsklassen wurde direkt ein exklusiver Ton angestimmt. Den President's Prize der Jury erhielt ein Alfa Romeo 6C 1750 Sport Zagato von 1929. Ein Alfa Romeo 8C 2900B Cabriolet von 1938 mit einer Karosserie von Stabilimenti Farina aus der Keller Collection wurde als elegantestes Vorkriegsmodell ausgezeichnet.

In den Nachkriegsklassen dominierte die Marke mit dem springenden Pferd zahlenmäßig. Ein Ferrari 340 America Barchetta von 1951 (Touring) gewann im Barchetta-Segment, ein Ferrari 275 GTB von 1965 aus der Ronnie-Kessel-Sammlung siegte in der Pininfarina-Berlinetta-Klasse, und ein Ferrari 275 GTB/4 von 1967 wurde als einflussreichstes Design geehrt. Ein von Pinin Farina gestalteter Lancia Aurelia B24S Convertible von 1958 siegte bei den offenen Wagen und erhielt zudem den Spirit of the Journey Award, während ein Fiat 8V von 1954 den Preis für die beste Restaurierung gewann. Die späteren Klassen zeigten, dass das goldene Zeitalter italienischer Sportwagen mit dem Wechsel von Frontmotor-Coupés zu Mittelmotor-Supercars nicht endete: Ein Lamborghini P400 Miura von 1968 gewann in der Klasse XIV und ein Bugatti EB 110 GT von 1993 in der Klasse XV. Letzterer erinnerte daran, dass der in Campogalliano bei Modena gebaute Bugatti aus der Romano-Artioli-Ära echte italienische Wurzeln besitzt, auch wenn die Marke normalerweise in Frankreich verortet wird. Den Abschluss der Zeitreise bildete ein Pagani Huayra Roadster BC von 2021, der die Hypercar-Klasse gewann. Der Lifetime Achievement Award ging an den renommierten Restaurator Paul Russell.

Speaktkulärer Bolide mit spannender Historie

Der mit Spannung erwartete Best-of-Show-Preis ging an eines der historisch außergewöhnlichsten Automobile des Feldes: einen Maserati V4 Sport Zagato von 1932 aus dem Besitz des US-Sammlers Lawrence Auriana. Als eines von nur zwei je gebauten Exemplaren hat dieser Wagen eine faszinierende Verbindung zur Hauptstadt: Er gehörte einst Professor Riccardo Galeazzi-Lisi, dem Leibarzt von Papst Pius XII. Im Jahr 1934 ließ dieser den Wagen bei Zagato mit einer neuen Roadster-Karosserie in zwei Grüntönen versehen, mit der er damals durch die Straßen Roms fuhr.

Auch die Geschichte, wie der V4 den Zweiten Weltkrieg überlebte, ist bemerkenswert. Der Niederländer Erik Verkade zerlegte das Auto nach der deutschen Invasion und versteckte den gewaltigen V16-Motor fünf Jahre lang in seinem Schlafzimmer, um ihn vor dem Zugriff der Besatzer zu schützen. Den Antrieb übernimmt ein Sechzehnzylinder mit vier Litern Hubraum, der aus zwei Reihenachtzylindern des Typs 26B kombiniert wurde. Dieses Aggregat verleiht dem Auto einen monströsen Charakter und ermöglicht eine Höchstgeschwindigkeit von 255 km/h. Bereits 1929 hatte Baconin Borzacchini mit einem V4 in Cremona einen Weltrekord aufgestellt, als er auf unbefestigter Straße ein Tempo von 246 km/h erreichte. Später bescherte das Auto Maserati beim Großen Preis von Tripolis 1930 den ersten bedeutenden internationalen Sieg. Die Zagato-Karosserie ist ebenso außergewöhnlich: leicht, aerodynamisch effizient und von einer muskulösen Spannung, die noch heute modern wirkt. Auriana erwarb den Wagen 1999 und restaurierte ihn originalgetreu, woraufhin er 2003 in Pebble Beach mit dem Hauptpreis ausgezeichnet wurde. Die Rückkehr nach Rom schloss nun einen Kreis. Ein in Bologna gebauter und in Italien siegreicher Bolide gewinnt den Hauptpreis in der Ewigen Stadt – eine Symmetrie, die bestens zu einer Premierenveranstaltung passt.

Der Dreizack bewies seine Vielseitigkeit

Maserati war offizieller Partner und präsentierte in der Villa Borghese bedeutende Meilensteine der Markengeschichte. Dies war besonders passend, da der Concorso fast exakt mit dem hundertsten Geburtstag des Maserati-Dreizacks zusammenfiel – jenem vom Neptunbrunnen in Bologna inspirierten Logo, das 1926 bei der Targa Florio debütierte. Besonders viel Aufmerksamkeit erregten der Tipo 26B von 1927 aus dem MAUTO Turin und die A6GCS-53 Berlinetta Pininfarina von 1954 aus der Panini-Sammlung. Ein 3500 GT Vignale Spider-Prototyp von 1959 gewann zudem seine Klasse und den Preis für das schönste Interieur.

Das Ziel, die bedeutendsten Sammler der Welt nach Rom zu holen, wurde zweifelsohne erreicht. Die Atmosphäre war die eines echten Kennertreffens, blieb aber dennoch zugänglich: Das Event war am Wochenende öffentlich, und es war eine Freude zu beobachten, wie Römer und Touristen gleichermaßen vor Italiens schönsten Schöpfungen staunten. Der Dank gebührt den Anantara Hotels & Resorts als Veranstalter sowie dem Partner UBS. Die Messlatte für die zweite Ausgabe vom 1. bis 4. April 2027 liegt nun sehr hoch.

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