Starten Sie Ihre Zagato-Kollektion mit diesen vier handgefertigten Unikaten

Die Automobilabteilung des französischen Auktionshauses Aguttes organisiert für den 12. Dezember in Paris ihre jährliche Herbstauktion. Mit dabei sind vier ganz besondere Zagato-Modelle…

Unter den 92 unter den Hammer kommenden Autos stammen 33 aus einer besonderen Sammlung mit dem Namen ANNA LISA Art On Wheels. Sie alle haben 30 Jahre lang in einer Art Dornröschenschlaf gelegen. Ihr Besitzer, Patrick Duvarry, der sich vor drei Jahren bis zu dem Punkt in sie verliebte, an denen er sie dann erstand, entschied nun, die schlafenden Schönheiten eine nach dem anderen aufzuwecken, um so zu veranschaulichen, was er als „ein einzigartiges Erbe eines der größten Erfindungen des 20. Jahrhunderts betrachtet, des Automobils.

Die ANNA LISA Collection hat sich dazu entschlossen, 33 ihrer Autos über Aguttes versteigern zu lassen, nahezu alle ohne Mindestpreis (‚no reserve‘). Seit Jahrzehnten ist keines mehr in der Öffentlichkeit gesehen worden, doch sind die meisten in einem guten Zustand, einige wurden vor kurzem sogar mal wieder angelassen. 

Die Sammlung ist stark italienisch geprägt und glänzt mit einer großen Bandbreite an Autos. Darunter den potentiellen Stars der Auktion vom 12. Dezember in Paris: vier Modelle mit Zagato-Karosserie. Drei stammen aus den Sechzigerjahren, ein goldenes Zeitalter für die Mailänder Karosserieschmiede. Ihr damaliger Designchef Ercole Spada hatte sich bereits durch seine Interpretation des Aston Martin DB4 GT einen Namen gemacht. Damals war er erst 23 Jahre alt und hatte nur sieben Monate Zeit für sein frühes Zagato-Meisterwerk. 
Spada sah einen Wendepunkt in seiner schaffensreichen Karriere, als er begann, sich auf die aerodynamische Effizienz zu fokussieren. Seine Forschungen mündeten in das ‚coda tronca‘-Konzept, auch bekannt als ‚Kammheck‘, welches sich in der Folge an den meisten seiner ikonischen Kreationen wiederfand. Vom Alfa SZ2 über die Giulia TZ und TZ2 bis zum Alfa Romeo 2600 SZ.
Wie Spada erklärte: „In den 1920er-Jahren bewiesen deutsche Ingenieure, dass ein Tropfen Wasser aerodynamisch betrachtet die ideale Form darstellte. Weil jedoch die Autos drohte, am hinteren Ende zu lang zu werden, fanden sie heraus, dass eine halb-tropfenförmige Karosserie mit verkürztem Heck den gleichen aerodynamischen Zweck erfüllte. Doch niemand traute sich zu einem radikalen Schnitt, sodass diese Autos noch immer abgerundete Heckpartien hatten. Ich war der erste, der den ‚cut‘ konsequent ausführte, fertig war der ‚coda tronca‘, wie es im Italienischen heißt. Es war mein erfolgreichstes aerodynamisches Experiment der 60er-Jahre.”
Zwei der von Aguttes zum Verkauf angebotenen Zagato Modelle folgten diesem Designexperiment und einer von beiden ist mit Sicherheit der bekannteste von allen: der Alfa Romeo Giulia Tubolare Zagato (TZ). Bei diesem Entwurf rückte Spada die Kabine so weit wie möglich nach hinten und gestaltete das Heck im Sinne der Kammschen Gesetze komplett neu um, wodurch das Coupé sehr straffe Linien erhielt.
Der TZ, auch liebevoll ‚der kleine GTO‘ genannt, kombiniert lediglich 660 Kilo Gewicht mit einem famosen Aluminium-DOHC-Vierzylindermotor und einem mit dünner Aluminiumhaut überzogenen Gitterrohrrahmen. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 216 km/h, Scheibenbremsen und Einzelradaufhängung errang der TZ zahlreiche Klassensiege, unter anderem bei den 24 Stunden von Le Mans, der Targa Florio, aber auch bei der Coupe des Alpes, den 1000 km auf dem Nürburgring und der Tour de France Automobile. Insgesamt entstanden nur 112 Exemplare. 
Der TZ aus der Sammlung ANNA LISA ist Baujahr 1965 und ein erhabenes Zeugnis eines fast unberührten Fahrzeugs. Laut dem 2019 vom Alfa Romeo Documentation Center ausgestellten Zertifikat verließ das Chassis AR 750091 die Zagato-Werkstatt im April 1965 in Rot mit schwarzer Innenausstattung. Der Wagen wurde als Neuwagen nach Italien verkauft und blieb dort bei verschiedenen Besitzern. Im Jahr 1977 befand es sich in Rom in den Händen von Girolami Vittorugo, in dessen Garage es neben einem Ferrari 250 GT TDF stand. Der Wagen war da schon weiß und hatte sehr wahrscheinlich für den Renneinsatz breitere hintere Radkästen bekommen. Er wurde 1983 verkauft und ging später in die berühmte, 200 Fahrzeuge umfassende ‚Rosso Bianco‘-Sammlung von Peter Kaus über. Im Dezember 1990 gelangte der TZ bei einer Auktion an seinen vorletzten Besitzer, der ihn dann 28 Jahre lang in einer Garage abstellte. 
Der Wagen wurde kürzlich zu RS Historics in Italien geschickt, einem renommierten Spezialisten für Alfa Romeo-Rennwagen, um einen vollständigen Bericht über seinen Zustand zu erhalten. Das Urteil war eindeutig: Fahrgestell, Motor, Getriebe, Achsen...das ganze Auto ist authentisch und vollständig original. Natürlich wurden einige Elemente wie das Lenkrad, die Sitze oder die Bremsen ausgetauscht, vermutlich in den späten 1980er-Jahren. Nach dem Austausch der Zündung und des Kondensators konnte der Motor problemlos wieder gestartet werden. Dieser Alfa Romeo Giulia TZ mit seiner eindeutigen und lückenlosen Historie wird seinem nächsten Besitzer die Möglichkeit bieten, das Auto entweder so zu behalten, wie es ist, es in einen Concours-Zustand zu versetzen oder rennfertig zu machen. 
Ein weiteres Auto, das man nicht sehr oft sieht, ist der Alfa Romeo 2600 SZ von 1966. Auch er verkörpert mit seinem ‚Coda Tronca‘-Heck voll und ganz die Handschrift Zagatos. Die Frontpartie, die oft mit einem Hai verglichen wird, ist einzigartig für dieses Auto und verleiht ihm eine starke Präsenz. Nur 105 Exemplare wurden seinerzeit gebaut, da das kantige Design und der hohe Preis die Zielgruppe auf besser betuchte Käufer reduzierte. Das Auto der ANNA LISA wurde im Dezember 1966 als Neuwagen in Italien in Silber verkauft. Es wurde vor Jahrzehnten weiß lackiert und befindet sich in einem nicht restaurierten, aber sehr guten Zustand. Nur der Motor wurde kürzlich überholt und schon mal zur Probe gefahren. 
Ein ebenfalls sehr interessanter Wagen ist der Lancia Appia GTE, war er doch der erste von Zagato entworfene Lancia, der dann auch offiziell verkauft wurde. Das von Aguttes zur Versteigerung ausgeschriebene  Auto ist das letzte von fünf Exemplaren, die 1959 vom Importeur Max Hoffman in den USA verkauft wurden. Es blieb 40 Jahre lang in Amerika, ehe es nach Europa zurückkehrte. 
Der Alfa Romeo SZ von 1990, auch bekannt als ‚Il Mostro‘, ist mit seiner kraftvollen und scharfen, fast brutalen Formensprache eine fabelhafte Hommage auf das Beste im Zagato-Design. Nur 1.036 Exemplare wurden produziert, der Wagen aus der ANNA LISA-Sammlung ist das 38. Der Wagen wurde neu in Italien verkauft und hatte nur zwei italienische Besitzer, bevor er in die Sammlung aufgenommen wurde. Er hat weniger als 3.000 km auf dem Tacho.
Gautier Rossignol, Leiter der Automobilabteilung von Aguttes, bezeichnet diese Autos gerne als ‚Zeitkapseln‘, und erklärt warum: „Diese Autos sind keine Scheunenfunde, sondern wurden in den späten 80er und frühen 90er Jahren mit großem Aufwand restauriert und anschließend unter idealen Bedingungen gelagert. Was für eine Ehre für die künftigen Besitzer, als Erste in Autos mit quasi neuwertiger Innenausstattung zu steigen, jahrzehntelang stillgelegter Mechanik eine Stimme zu geben oder die ersten Kilometer der wenigen Autos zu fahren, die erst kürzlich wieder auf die Straße gebracht worden sind."
 
Fotos von Antoine Pascal 

Diese vier Zagato und viele weitere faszinierende Sammlerautos können Sie am 12. Dezember bei Aguttes in Paris ersteigern. Den gesamten Auktionskatalog finden Sie im Classic Driver Markt

Dieser gesponserte Beitrag wurde produziert und veröffentlicht als Teil einer bezahlten Partnerschaft mit Aguttes. Classic Driver ist nicht für den darin enthaltenen Inhalt und die Information verantwortlich.