Bei German Sports Cars gibt es 911 Arten, schnell zu sein

Im Lauf der letzten 25 Jahre haben bei Thomas J. Schmitz tatsächlich rund 911 Porsche 964 und 993 RS-Modelle seine Traumfabrik in Telgte verlassen. Es gibt vermutlich keine Frage rund um diese Hochleistungswagen, die er nicht beantworten könnte.

Man darf schon davon ausgehen, dass allerhöchstens Porsche selbst mehr 964 und 993 RS und auch noch Leichtbaumodelle verkauft hat, als Thomas J. Schmitz von German Sports Cars. Der frühe Modeunternehmer gründete seine Firma Mitte der neunziger Jahre mit dem Ziel, neue Besitzer für eine ganze Reihe von klassischen und modernen Sportwagen zu finden. Aber er warf alles über den Haufen, als er sich Hals über Kopf in einen Porsche 964 RS verliebte. Eigentlich hatte er ihn für Track Days und als Daily Driver für den Alltag gekauft, aber daraufhin beschloss er, sein Business lieber ganz den seltensten und interessantesten Exemplaren dieser kostbaren, leichten und fahrerorientierten 911 zu widmen. Man denke nur an den 964 Cup, 993 RS und 993 GT2.

In den mehr als 20 Jahren, die seither vergangen sind, hat Schmitz mit seiner fairen und transparenten Geschäftsphilosophie und den hochwertigen Fahrzeugen im Angebot Hunderte von leidenschaftlichen Porschefahrern begeistert. Wir sind erleichtert, aus seinem Munde zu hören, dass die extreme Phase der Spekulanten und Investoren vorbei ist und es am Markt neben ernsten Sammlern doch auch wieder ums reine Fahrvergnügen geht. Für nichts anderes wurden diese Modelle entwickelt. Wir besuchten die Schatzkammer von Schmitz in Telgte, um die luftgekühlten Wunder zu bestaunen und einiges von dem 911-Experten zu erfahren.

Was sind Ihre frühesten Erinnerungen ans Auto?

Ich habe so viele Erinnerungen aus meiner Kindheit wie auf dem Rücksitz des großartig klingenden Alfa Romeo GT Junior meiner Mutter zu sitzen oder mit meinem Vater Formel 1-Rennen zu verfolgen. Einer unserer Nachbarn besaß auch eine tolle Sammlung von Sportwagen, die ich regelmäßig besuchte, um seinen Ferrari 512 BB, Lamborghini Countach, BMW 507 und Mercedes-Benz 300 SL zu bestaunen. 

Was war Ihr erstes Auto?

Mein allererstes Auto war ein Alfa Romeo 1750 GT. Aber das erste Auto mit dem ich wirklich gut zu fahren lernte, war ein Alfa Romeo 1600 Duetto Spider, den ich sehr liebte. Den ersten Porsche, einen 911 2.7 mit Baujahr 1977 oder 1978, habe ich mit 21 Jahren gekauft. Ich habe ihn aber verkauft, um ein anderes Auto zu finanzieren. So war das damals: Schritt um Schritt geht es voran.

Wie kam es zur Entscheidung, „German Sports Cars” zu gründen?

Als mein Vater 1992 verstarb, litt ich unter Depressionen und wollte mein Leben ändern, in dem ich etwas völlig anderes in Angriff nahm. Ich beschloss, aus meinem Hobby einen Beruf zu machen und in der Automobilbranche zu arbeiten. 

Warum fühlten Sie sich gerade von Porsche und speziell von den Leichtbaumodellen angezogen?

Als Kind mochte ich Porsche überhaupt nicht - ich favorisierte italienische Fahrzeuge wie den Alfa meiner Mutter und die Lamborghini und Ferrari des Nachbarn. Aber 1996 kaufte ich mir einen Porsche 964 RS für den Track Day und verliebte mich sofort. So sehr, dass ich jeden Tag im Porsche unterwegs war. 

Verglichen mit dem 930 Turbo, den ich vorher hatte, war das Fahrerlebnis im 964 viel puristischer. Es gibt genügend andere Sportwagen auf dem Markt, sowohl älter wie jünger. Aber keiner ist so pur, so authentisch und macht dabei soviel Spaß wie der Porsche RS oder ein Leichtbau. Zusammen mit der hohen Fertigungsqualität und der legendären Verlässlichkeit waren sie ihren Zeitgenossen um Lichtjahre voraus. 

Verraten Sie uns, wie viele Exemplare Sie von jedem Modell verkauft haben?

Es müssen rund 500 Stück des 964 RS gewesen sein, 300 des 993 RS, ungefähr 15 964 Turbo S und vielleicht 50 der 993 GT2. Verkauft habe ich auch einige 964 sowie 993 Cups, 964 3.8 RSR und 993 RSR. Sagen wir einfach, dass ich auf 25 Jahre Erfahrung mit diesen Fahrzeugen zurückblicke und die Porschewelt das honoriert. Aber stolz bin ich schon, wenn die Enthusiastengemeinde mich als „Mr. RS” oder „Leichtbau-Papst” tituliert. 

Leichtbau-Porsche wurden für höchste Ansprüche entworfen - fahren Ihre Kunden auch mit ihnen?

Als ich in diesem Geschäft anfing, war der Markt noch sehr überschaubar und es fühlte sich an, als wäre ich der einzige, der von diesen Modellen überzeugt war. Aber das hatte auch zur Folge, dass ich nicht mit den offiziellen Porsche-Zentren konkurrieren musste - so konnte ich mit meiner Firma zum Marktführer in dieser Nische avancieren. 

Über die Jahre hat sich der Markt genauso stark gewandelt wie die Kunden. Viele meiner frühen Kunden setzten ihre Fahrzeuge auf der Straße wie auf der Rennstrecke ein und hatten viel Freude dabei. Vor ein paar Jahren hat sich das verändert, denn zunehmend wurden die Autos von Investoren oder Sammlern gekauft. Viele dieser Exemplare werden selten gefahren, sondern werden in gepflegten Sammlungen gehalten und allenfalls zu Club-Treffen oder Concours mitgebracht. Aber ich habe den Eindruck, dass sich der Kreis gerade wieder schließt: Jetzt wollen Menschen auch wieder ihre Autos fahren und ausreizen.

Und Sie? In Ihrem Büro stehen viele Trophäen - fahren Sie selbst auch Rennen?

Zu fahren habe ich immer geliebt und werde es immer lieben. Aber um ehrlich zu sein: Ich fahre diese Porsche nicht mehr jeden Tag wegen ihres Werts, und wegen des fürchterlichen Verkehrs. Und ich habe ein paar Punkte in Flensburg gesammelt! Ich habe viele Track Days absolviert und habe sogar mit dem Rennfahren angefangen. Ich war bei verschiedenen Sprint- und Langstreckenrennen mit klassischen Alfa Romeo, BMW DTM-Fahrzeugen und - natürlich - Porsche 911 am Start. 

Der Markt für Sammlerautos war in den letzten Jahren sehr unruhig. Wie sehen Sie die aktuelle Situation?

Es wird immer ein Auf und Nieder geben. Ich war noch nicht im Business, als es in den späten achtziger Jahren fast einen Crash am Markt gab, aber ich spüre die negativen Folgen des 11. September sowie der Immobilien- und Finanzkrisen. Was kann man dagegenhalten? Nichts. Wir können nur jeweils reagieren. Aber der Markt zieht wieder an. Eines ist dennoch sicher: Sportwagen bleiben die Toys für die Big Boys und das wird auch noch ein paar Dekaden lang so bleiben.

Was sind für Sie die bedeutendsten Porsche für die Straße und für die Rennstrecke?

Schwierige Frage! Bei Rennwagen fällt es leichter - das kann nur der 917 sein. Und vielleicht der 993 GT2 oder Carrera 2.7 RS für die Straße. 

Text & Fotos: Rémi Dargegen für Classic Driver © 2019 

Die Realisierung dieses Artikels wurde freundlich unterstützt von Thomas J. Schmitz - German Sports Cars. Sie finden diese grandiosen Porsche RS und Leichtbaumodelle die aktuell zum Verkauf  angeboten werden, im Classic Driver Markt.