Jaguar elektrifiziert den E-Type – und sorgt für heiße Diskussionen

Neben der Ankündigung, ab 2020 alle neuen Modellreihen auch mit Elektroantrieb auszustatten, enthüllte Jaguar in London einen elektrisch angetriebenen E-Type. Damit soll der Besitz eines Klassikers auch in einer Zero Emission-Welt weiter möglich sein.

Kontroverse Entscheidung

Es ist ein Projekt, das innerhalb der E-Type-Fangemeinde ohne Zweifel heftige Diskussionen und Kontroversen hervorrufen wird. Dabei verfolgt Jaguar doch mit dem zunächst als Studie deklarierten Einzelstück die Absicht, den Besitz eines Autoklassikers auch in künftig noch abgassensibleren Zeiten zu garantieren. Der E-Type „Zero“ basiert auf einem 1968 gebauten Roadster der Serie 1.5, der bei Jaguar Classic Works in Coventry komplett restauriert wurde. Statt des traditionellen XK-Reihensechszylinders wanderte jedoch ein 220 kW starker E-Antriebstrang unter die Fronthaube. Er beschleunigt den „EV-Jag“ mit 5,5 Sekunden eine geschlagene Sekunde schneller von 0 auf 100 km/h als das Original. Konzessionen an die Gegenwart sind energiesparende LED-Scheinwerfer und im Kontrast zum Holzlenkrad etwas skurril anmutende, weil voll digitalisierte Instrumente. Zum Glück wird es möglich sein, jederzeit wieder den Verbrenner zu implantieren, sind doch die Einbaulage und wohl auch das Gewicht der Antriebsmodule mehr oder weniger identisch. Nachdem wir gerade erst den prickelnden Sound eines E-type mit eigenen Ohren erfahren haben, bezweifeln wir, dass der E-Type „Zero“ – trotz 42 Kilo weniger Gewicht – dem Original in punkto Fahrdynamik und Emotionalität das Wasser reichen kann. Doch bewundern wir auch Jaguars Wagemut – und wer weiß, welches Modell (oder welcher Hersteller) folgen wird? Jaguar schließt eine Kleinserienfertigung jedenfalls nicht aus – vorbehaltlich ausreichend positiver Kundenreaktionen.

Fotos: Jaguar Land Rover