10 Jahre Ferrari Classiche: Ein ganz besonderer 250 LM zum Jubiläum

Kein anderer Hersteller nahm die Klassikersparte so früh so ernst wie Ferrari. "Ferrari Classiche" hat sich weltweit zu einer eigenständigen Marke und einem anerkannten Qualitätsstandard entwickelt, wie die aktuelle Restauration des Ferrari 250 LM von Roy Salvadori beweist.

Automobile Leidenschaft kennt eine Farbe: Ferrari-Rot. Die Marke aus Maranello gilt Automobilliebhabern weltweit als Supersportwagen-Olymp. Und der Mythos Ferrari ist fundiert, denn wie kaum ein anderes Unternehmen versteht sich Ferrari neben dem Bau rassiger Sport- und Rennwagen auch auf perfekte Markenführung. Neben Rasse und Klasse setzt diese klar auf Tradition. Davon profitieren gerade auch klassische Modelle. Ferrari hat das früh erkannt und 2003 die eigene Klassiker-Sparte Ferrari Classiche ins Leben gerufen. Einen Weg, den mittlerweile auch andere Hersteller eingeschlagen haben. Doch keine Philosophie ist so klar wie die von Ferrari.

Wertbildung als Philosophie

Deren Klassikerphilosophie zielt auf wertbildende Faktoren ab. Sie basiert auf drei Säulen: Seltenheit, Abstammung und Originalität. Der erste Aspekt ist quasi eingebaut: Zwischen 1947 und 1970 wurden weniger als 7.000 Ferrari gefertigt. Die Abstammung wurde dabei einerseits immer wieder mit herausragenden Ergebnissen bei internationalen Motorsportveranstaltungen und andererseits mit wunderschönen Ausnahmefahrzeugen wie etwa dem 250 California oder 250 GT Berlinetta Lusso untermauert.

Die Frage der Originalität

Der Aspekt der Originalität allerdings, der ist heikel. Denn er kann sich im Laufe der Jahre eines Automobils verändern. Wenn beispielsweise nachträglich aus einem Roadster ein Coupé entsteht - oder umgekehrt - ist die Authentizität eines Modells in Gefahr. Hier setzt das Ferrari-Classiche-Programm an, welches ein Fahrzeug gemäß dessen ehemaligen Werksspezifikation begutachtet, bewertet und dies günstigenfalls - quasi amtlich testiert - mit einem Classiche-Zertifikat ganz offiziell bescheinigt. Damit hat sich ein Ferrari Classiche Zertifikat klar zum wertbildenden Faktor entwickelt, bis dato über 3.500 Zertifizierungen sprechen für den Erfolg des Programms. 

Jüngstes Glanzstück: Der Ferrari 250 LM von Roy Salvadori

Die Krone der Originalität ist dabei eine Restauration in der eigenen Klassiker-Werkstatt. Seit Juli 2006 gibt es diesen Edel-Workshop. Auf knapp 1.000 Quadratmeter und elf Hebebühnen erstrahlen alte Ferrari-Klassiker in neuem Glanz. 65 Fahrzeuge haben bislang den vollen Restaurationsprozess durchlaufen. Ein aktuelles Highlight ist der Ferrari 250 LM, Chassis 6051, den bereits der ehemalige britische F1-Pilot Roy Salvadori zu großen Erfolgen steuerte. Das Auto erhielt bei Ferrari Classiche wieder seinen ursprünglichen Vorderwagen mit der Nase des Daytona-Rennens von 1966. Motor, Kupplung und Getriebe wurden von Grund auf überholt und das Fahrzeug danach komplett neu aufgebaut. Der fertige Zustand dürfte wahrscheinlich mit "besser als neu" treffend beschrieben sein. Entscheidend dabei ist jedoch ein Aspekt: Alles an diesem Rennwagen ist 100 Prozent Ferrari. Und damit absolut original. Das kostet, hat aber auch seinen Wert. Steigenden Wert.

Weitere Informationen über Ferrari Classiche erhalten Sie unter www.ferrari.com. Klassische Ferrari mit dem begehrten Classiche-Zertifikat finden sich auch im Classic Driver Markt.

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