Pariser Auktionshighlight: Ferrari 166MM mit Marathon-Rennkarriere

Ein Ferrari 166MM mit erfolgreicher Marathon-Rennkarriere in den 50er-Jahren wird schon jetzt als Höhepunkt der Artcurial-Auktion im Rahmen der Rétromobile 2014 angekündigt.

Es gibt wenige klassische Rennwagen, die derart viele Kilometer im Motorsport abgespult haben wie dieser Ferrari 166MM – und das auch noch erfolgreich und nahezu unbeschadet. Dem Ferrari blieben nach seiner Werksauslieferung im Jahr 1953 nur zwei Monate Schonfrist, ehe er mit seinem Besitzer, dem belgischen Rennfahrer Jacques Herzet, ins Rennen von Spa-Francorchamps startete. Das Resultat: Platz zwei in der Gesamtwertung. Es folgten weitere erfolgreiche Einsätze: Mit dem Co-Piloten Lucien Bianchi erreichte Herzet den dritten Platz in der Gesamtwertung und den Klassensieg bei der XVI. Rallye des Alpes im Juli sowie bei der Rallye Liège-Rome-Liège im August 1953. Ohne Luft zu holen, starteten Herzet und Bianchi bei der Tour de France im September und bei der Rallye Lissabon im Oktober. Beide Rennen schloss das Team mit Platz 7 in der Gesamtwertung ab.

Anstatt sich vom europäischen Winter den Spaß verderben zu lassen, verschiffte Herzet Chassis 0300M nach Südamerika und rannte weiter: Top-Ten-Platzierungen beim Grand Prix von Rio de Janeiro und Sao Paolo folgten. Herzet fuhr sie zusammen mit seinem Teamkollegen Johnny Claes ein. Am Ende der Saison wurde der Ferrari zurück nach Belgien gebracht und erhielt dort beim Karosseriedesigner Martial Oblin in Brüssel einen außergewöhnlichen Barchetta-Aufbau. Die Karosserie war in mattem Grau gehalten und erhielt als Kontrast einen roten Rallyestreifen. Sie glauben, dass Jacques Herzet den frisch gestylten 160MM fortan als automobile Trophäe in der heimischen Garage behütete? Nein, er fuhr wieder Rennen – und knüpfte an seine Erfolgsserie an.

Nach der Herzet-Ära gelang der Ferrari in die USA und wechselte dort einige Male den Besitzer, ehe er in die Hände von Dr. Robert Selz gelang. Der in Florida lebende Selz erwarb den Wagen 1977 und gab ihn 35 Jahre nicht mehr her. Stattdessen brachte er das extravagante Coupé zu zahlreichen Concours-Veranstaltungen und auch zur Mille Miglia im Jahr 2005.

Der aktuelle Besitzer ließ den Ferrari kürzlich für rund 400.000 US-Dollar restaurieren und in seinen Zustand von 1955, als das Coupé bei der Autoausstellung in Brüssel zu sehen war, zurückversetzen. In diesem Zustand soll die Legende im kommenden Jahr während der Rétromobile in Paris versteigert werden.