Ferrari 166 Inter Vignale Coupé: Eine Berlinetta wie keine

Alfredo Vignale hatte erst vor wenigen Jahren sein Unternehmen gegründet, als er den Auftrag von Enzo Ferrari erhielt, ein elegantes Coupé-Kleid für die Straßenvariante des Ferrari 166 zu realisieren. Das Ergebnis dieser frühen Arbeit – bei uns im Klassiker-Porträt.

Ferrari war gerade erst in die Automobilproduktion eingestiegen, als 1948 die 166er-Baureihe als erste wirkliche Serienproduktion folgen sollte. Die „166“ stand für das Volumen eines Zylinders des 2,0-Liter-V12-Motors. Der Großteil der Karosserien entstand bei Touring, doch auch Alfredo Vignale wurde beauftragt. Für das Turiner Designbüro galt es, eine Coupé-Variante für die zivilere, mit längerem Radstand ausgestattete Straßenversion 166 Inter zu kreieren.

Ferrari 166 Inter Vignale Coupé: Eine Berlinetta wie keine
Ferrari 166 Inter Vignale Coupé: Eine Berlinetta wie keine Ferrari 166 Inter Vignale Coupé: Eine Berlinetta wie keine

Vignales talentierter Designer und Weggefährte Giovanni Michelotti schuf in Anlehnung an die von Touring karosserierte Rennsportvariante 166MM eine elegantes Coupé, das in der Folgezeit neun Mal gebaut werden sollte. Ein Erfolg, wenn man bedenkt, dass insgesamt nur 39 Ferrari 166 Inter entstanden.

Ferrari 166 Inter Vignale Coupé: Eine Berlinetta wie keine
Ferrari 166 Inter Vignale Coupé: Eine Berlinetta wie keine Ferrari 166 Inter Vignale Coupé: Eine Berlinetta wie keine

Angetrieben wurde das Ferrari Vignale Coupé von dem bereits erwähnten V12, der auf dem 1,9-Liter-Triebwerk des Ferrari 159 basierte. Für die 166-Baureihe wurde der Hubraum auf 2,0 Liter vergrößert. Während der kompakte V12 in der primär für den Rennsport ausgelegten 166-Mille-Miglia-Variante 140 PS leistete, wurde die Leistung für die Straßenversion auf 110 PS gedrosselt. Technisch basierte das Auto auf einem Kastenrahmen, auf dem die leichte Aluminiumkarosserie montiert wurde. Das Fahrwerk setzte sich aus einer Doppeldreieckslenkerachse vorne und einer hinteren Starrachse mit Blattfedern zusammen.

Ferrari 166 Inter Vignale Coupé: Eine Berlinetta wie keine
Ferrari 166 Inter Vignale Coupé: Eine Berlinetta wie keine Ferrari 166 Inter Vignale Coupé: Eine Berlinetta wie keine

Das hier porträtierte Vignale Coupé wurde am 15. September 1950 an seinem ersten Besitzer, Inico Bernabei, in Rom ausgeliefert und wird aktuell vom britischen Ferrari-Spezialisten Talacrest angeboten. Laut dem Händler ist es das 37. Exemplar der 166-Inter-Baureihe und das Einzige, das als sportliche „Berlinetta“ ausgelegt ist. Das Auto hat im letzten Jahrzehnt unter anderem zweimal an der historischen Mille Miglia teilgenommen. Eine seltene Gelegenheit, einen frühen Ferrari und eine der bedeutenden Arbeiten Vignales zu erwerben.

Fotos: Talacrest 2000 AD Ltd

Den hier gezeigten Ferrari 166 Inter Vignale finden Sie im Angebot des britischen Händlers Talacrest 2000 AD Ltd.