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Im Gespräch mit den Schweizer Supercar-Spezialisten des Autopark Uznach

Die Autopark Uznach AG ist ein auf Supersportwagen spezialisiertes Familienunternehmen aus dem Schweizer Kanton St. Gallen. Wir unterhielten uns mit Geschäftsführer Benjamin Brnicanin über aktuelle Markttrends, warum Wachstum um jeden Preis nicht geplant ist und was er dennoch für Ausbaupläne hat.

 

Wir treffen den 30-jährigen Firmenchef in der nach Entwürfen des Zürcher Architektenbüros Kalfopoulos entworfenen Sitzgruppe – und damit im Zentrum des großzügig verglasten Showrooms. Mit viel hochglanzlackiertem und -poliertem Makassar-Holz, einem Kamin aus brasilianischem Marmorimitat und Tischen aus italienischem Kupferdraht wird eine angenehme Atmosphäre geschaffen. Noch verstärkt wird sie durch eine mehrstöckige Vitrine. Gefüllt mit Modellautos, Auto-Bildbänden und edlen Getränken könnte sie so oder ganz ähnlich auch in der guten Stube von APU-Kunden stehen.

 

Hallo Benjamin, danke, dass Du Dir Zeit genommen hast, heute mit uns über die Ursprünge des Autoparks Uznach zu sprechen und wie er sich seitdem entwickelt hat. Aber zunächst würden wir gerne wissen: Was sind Deine frühesten Erinnerungen an Autos?

Mein Vater hat das Unternehmen ab etwa 2000 aufgebaut. Schon zur Schulzeit, etwa mit 16 Jahren, war ich immer wieder im Betrieb, habe da mitgeholfen und das Ganze praktisch mit der Muttermilch aufgesogen. Nebenbei habe ich später noch ein Betriebswirtschaftsstudium absolviert.

War APU immer am selben Standort?

Nein, zunächst in Wetzikon, ab 2020 dann in Uznach.

Und wann hast Du dann die Leitung von deinem Vater übernommen?

Das war auch im Jahr 2020.

 

Wie würdest Du Euer Geschäftsmodell beschreiben? Was können Kunden bei APU erwarten, was sie anderswo vielleicht nicht so finden?

Also zunächst die Atmosphäre eines Familienbetriebs – unter anderem ist mein Bruder Kenan im Ein- und Verkauf tätig. Wir sind eine kleine, aber hochspezialisierte und motivierte Truppe, mit aktuell 13 Mitarbeitern, davon drei in der Werkstatt. Viele sind schon sehr lange bei uns, die Fluktuationsrate ist sehr gering.

Welche Marke macht den größten Anteil am Portfolio aus?

Ganz klar Ferrari, mit in den letzten Jahren zunehmender Tendenz.

Und welche Marke fehlt bisher im Angebot, die Du aber gerne noch hättest?

Klare Antwort: Pagani!

 

Welche Tendenzen beobachtet Ihr aktuell im Sammlermarkt? Welche Modelle gehen gerade besonders gut, welche sind eher rückläufig?

Modelle der Jahrgänge ab 2000 sind definitiv im Kommen. Alles vor 1950 wird immer weniger nachgefragt. Elektroautos und selbst Hybride sind dagegen weniger nachgefragt.

Der aktuelle Showroom wurde 2020 eingeweiht. In ihm steht auch ein wunderschöner Mercedes 190 SL. Inwieweit ist das Geschäft mit Klassikern auch für APU interessant?

In Einzelfällen können wir solche Kundenwünsche auch erfüllen, aber unser Kerngeschäft sind wie gesagt Supersportwagen und Hypercars aus der Klasse Ferrari, Lamborghini, Bugatti und weiteren.

Zu APU gehört auch eine eigene Werkstatt. Welche Services werden dort angeboten?

Mit modernster Technik bieten wir dort die ganze Bandbreite von sanften Lackreinigungen über präzise Innenraumbehandlungen bis hin zu High-End-Versiegelungen an. Aber auch maßgeschneiderte Folierungen und Reifenwechsel für unsere Kunden.

 

Die Rede ist auch von Umbauten und Individualisierungen. Gibt es dazu ein oder zwei Beispiele aus jüngerer Vergangenheit?

Novitec-Umbauten (offizieller Partner) und auch solche von Brabus.

Welche Verbindungen gibt es zu Vertragshändlern und deren Werkstätten, wenn bei den technisch ja sehr komplexen Modellen kompliziertere Reparaturen anfallen?

Da stützen wir uns auf ein Netz von Spezialbetrieben in der näheren Umgebung. Zum Beispiel Emil Frey für Modelle von Brabus, meistens für Arbeiten an G-Klassen.

Stichwort Sourcing: Wenn sich jemand mit dem Wunsch nach seinem Traumwagen bei APU meldet, wie kann man ihm oder ihr helfen?

Da profitieren wir von unserem seit Jahren bestehenden internationalen Netzwerk und dem über die Jahre gesammelten Branchenwissen. Auktionen und Messen sind natürlich auch Pflichttermine.

 

Was gehört denn heute unverzichtbar zu einem Rundum-Wohlfühl-Service für Kunden dazu?

Ein Bring- und Holservice sowie ein Shuttle-Service vom Flughafen oder Bahnhof. Wir arbeiten mit internationalen Transportunternehmen, die Fahrzeuge von überall her verschiffen können.

Was war denn so der weiteste Transport aus jüngerer Zeit?

Nach Australien und Hongkong.

Was steht bei APU in näherer Zukunft an?

Wir planen, einen zweiten Showroom zu bauen, vierstöckig. Dann hätten wir – Stichwort Storage – auch die Möglichkeit, Kundenfahrzeuge sicher und klimatisiert unterzustellen. Wie das genau und auch vom Zeitplan her aussehen kann, darüber sind wir gerade in Gesprächen mit der Gemeinde.

 

Und in weiterer Zukunft?

Was Mitarbeiterzahl und Menge an Autos angeht, wollen wir nicht wachsen, sondern uns noch mehr auf Sportwagen und speziellere Fahrzeuge fokussieren. Deshalb wollen wir die Menge an Autos eher sogar verkleinern, um noch besser auf die Kundenbedürfnisse eingehen zu können.

Wie viele Autos gehen denn pro Jahr bei APU durch den Prozess?

Aktuell rund 700.

 

Gibt es ein Auto, das Du am liebsten gar nicht verkauft, sondern lieber in die eigene Garage gestellt hättest?

Wenn ich mich für eines entscheiden müsste: ein Ferrari F40.

Benjamin, danke für dieses Gespräch.

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