

Jede Auktion hat ihr Top-Los, und bei der Zoute-Auktion von Broad Arrow ist das ein LaFerrari. Geschätzt ist er auf 4 bis 5 Millionen Euro, und die Aufmerksamkeit hat er sich redlich verdient. Speziell um dieses Auto dreht sich die neue Folge unserer Market Insights aber nicht. Denn im diesjährigen Katalog verstecken sich Autos, deren Historie mehr wert ist als das Blech selbst.
Nehmen wir den E39 M5, der zwar optisch dem Serienmodell gleicht, unter der Haube aber eine Sensation verbirgt: einen von nur drei W10-Motoren, die das Team von Ferdinand Piëch baute und die nie über das Prototypenstadium hinauskamen. Das Aggregat war ein Zwischenschritt auf dem Weg zum W16 des Veyron, und der Wagen diente Piëch als Alltagsauto. Ein normaler E39 M5 bringt vielleicht 60.000 Euro, dieser hier wird dagegen auf 250.000 bis 350.000 Euro geschätzt.
Dann wäre da der Z8 aus dem Besitz von Pete Sampras, kaum gefahren und später an den Mann hinter den glamourösesten Nachtclubs von Paris weitergegeben. Außerdem ein Cadillac, in dem der junge belgische König Baudouin zu offiziellen Besuchen fuhr. Und schließlich der MCA Centenaire, ein kaum bekannter Sportwagen aus Monaco, der womöglich das erste Straßenauto der Welt mit Carbon-Chassis ist und damit sogar dem McLaren F1 zuvorkam. Im Heck arbeitet ein V12 aus dem Countach, hinter der Konstruktion steht eine Formel-1-Legende.
Durch die Auktion zieht sich außerdem ein zweiter roter Faden: Autos, die von Hand in winzigen Werkstätten entstanden sind, gebaut von Menschen mit einem Hang zur Besessenheit. Dazu gehören ein Daytona Shooting Brake, in dem 15.000 Arbeitsstunden stecken, ein bis auf die Rohkarosse zerlegter und neu beplankter Lancia Delta Futurista und eine moderne Hommage an den 037, gebaut von den Ingenieuren von damals.
Das Fazit? Sammler kaufen zunehmend nicht mehr nur Autos. Sie kaufen Geschichten, die sich so niemand ausdenken könnte.
Die komplette Folge sehen Sie auf dem YouTube-Kanal von Classic Driver.















