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Rarität ab Werk: Warum kleine Hersteller gerade ihren großen Moment haben

In dieser Folge von Market Insights besuchen wir die Werkstätten der letzten wirklich handgebauten Sportwagen. Wiesmann, Noble, Ruf und Morgan haben nie mehr als ein paar Hundert Autos pro Jahr gebaut. Jetzt hat das endlich auch der Sammlermarkt bemerkt.

Manche Geschichten aus der Welt der Sammlerautos beginnen in einer blitzblanken Werkshalle, andere in einem bescheidenen Schuppen. Unsere neue Folge von Market Insights besucht vier Marken, die ihre Autos noch immer einzeln und von Hand bauen: Wiesmann, Morgan, Noble und Ruf. Dabei geht sie der Frage nach, ob genau das heute die begehrenswerteste Eigenschaft ist, die ein Auto haben kann. Jede der vier Marken verfolgt einen eigenen Ansatz. Wiesmann kombinierte handlaminierte GFK-Karosserien mit BMW-Motoren und baute bis zur Insolvenz im Jahr 2013 rund 1.500 Autos, darunter nur 43 Exemplare des MF5 Roadster mit V10. Der Noble M400 ist ein puristischer Mittelmotor-Sportwagen, der konsequent auf Fahrspaß ausgelegt ist. Ruf wurde lange fälschlich als Porsche-Tuner abgestempelt, baut aber komplette Autos mit eigenen Fahrgestellnummern. Morgan wiederum fertigt in Malvern bereits seit 1909 Rahmen aus Eschenholz.

Auch der Markt hat das mittlerweile erkannt. Im vergangenen Jahr wechselte auf Amelia Island ein Ruf Yellowbird von 1989 mit weniger als 1.700 Kilometern auf dem Tacho für 6 Millionen Dollar den Besitzer. Nie zuvor wurde für einen Ruf mehr bezahlt. Zwei weitere Exemplare folgten für 4,6 und 4,2 Millionen Dollar. Wiesmann-Modelle in gutem Zustand werden inzwischen für 250.000 bis 370.000 Euro gehandelt und liegen damit über ihrem einstigen Neupreis. Der Noble bleibt mit rund 60.000 bis 65.000 Euro der Einstieg in dieses Segment. Die Preise für Morgan steigen moderater, dafür aber stetig.

Warum gerade jetzt? Saugmotoren, Handschaltgetriebe und hydraulische Servolenkungen verschwinden zunehmend aus den Showrooms der größeren Hersteller. Eine Generation, die mit Postern dieser Autos an der Wand aufgewachsen ist, kann sich heute eines davon tatsächlich leisten. Hinzu kommt, dass diese Wagen ohne Assistenzsysteme auskommen und stattdessen ehrliche Mechanik bieten. Ihre Herkunft lässt sich nachvollziehen, denn hinter jedem einzelnen steht ein Mensch, der ihn gebaut hat. Und vielleicht am wichtigsten: Sie waren vom ersten Tag an selten. Wer einen kauft, wettet nicht auf künftige Knappheit, sondern erwirbt eine Seltenheit, die von Anfang an eingeplant war.

Die ganze Folge sehen Sie auf dem YouTube-Kanal von Classic Driver.

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