

Das Jahr 2026 steht bei McLaren offensichtlich ganz im Zeichen einer Rückbesinnung auf die Wurzeln des Autobauers. Erst im Juli hatte MSO (McLaren Special Operations), die für individuelle Kundenwünsche zuständige Sparte der Sportwagenschmiede, einen M6GT neu aufgebaut. Dabei handelte es sich um den ersten Supercar aus dem Hause McLaren, von dem 1969 und 1970 insgesamt drei Prototypen entstanden. In Serie ging der fortschrittliche Mittelmotor-Sportler mit Can-Am-DNA jedoch nie – er gilt heute aber als die Keimzelle aller Straßen-McLaren.
Dass der neu aufgebaute Urahn der heutigen McLaren-Supercars publikumswirksam auf dem Goodwood Festival of Speed präsentiert wurde, war ein erstes Anzeichen dafür, dass die Reise in die Vergangenheit mit der Neuaufstellung des Modellportfolios zu tun haben könnte. Und tatsächlich: Rund einen Monat später hat sich der Kreis nun geschlossen. Im Rahmen der Monterey Car Week haben die Briten im „House of McLaren" den kommenden McL 6GT vorgestellt – das Coupé erinnert nicht nur namentlich an Bruce McLarens einst unerfüllten Supercar-Traum, sondern ist auch optisch und vom grundsätzlichen Layout her eine Hommage an den wegweisenden Prototypen.

Seit der Wiedergeburt der Marke im Jahre 2010 hat sie sich vor allem mit progressivem, aerodynamischem Design sowie modernster Technik mit Motorsport-DNA einen Namen gemacht. Statt eines analogen Fahrgefühls standen eher maximale Effizienz auf allen Ebenen, pure Geschwindigkeit und das Brechen von Rundenrekorden im Lastenheft.
Mit dem 6GT der Neuzeit zeigt sich der Hersteller nun von einer ganz anderen Seite. Statt fast schon außerirdisch anmutender Formen setzt er bei der ersten Studie, aus der bis 2028 ein Serienmodell werden soll, auf minimalistisches Retro-Design, das an die Sportprototypen aus den späten Sechzigerjahren und damit natürlich auch an Bruce McLarens Original erinnert. Denselben Zweck erfüllen die Kiwi-Logos auf dem Schaltknauf (mit offener Kulisse) und dem Tankdeckel, die auf den neuseeländischen Ursprung des Pioniers hinweisen.


Sie haben richtig gelesen – der McL 6GT verfügt als erster McLaren seit dem F1 aus dem Jahre 1992 über eine klassische Handschaltung. Zusammen mit einer hydraulischen Lenkung, reichlich Aluminium im Innenraum und taktilen Schaltern soll dem Fahrer so ein betont mechanisches und analoges Gefühl vermittelt werden, das in McLarens aktuellem Modellprogramm seinesgleichen sucht.
Auch das Stichwort Elektrifizierung findet sich in der Pressemitteilung nicht – in dem komplett aus Carbon gefertigten Leichtbau-Monocoque steckt wie beim historischen Vorbild ein kraftvoller und klangstarker V8-Motor. Konkrete Leistungswerte und weitere technische Eckdaten haben die Briten noch nicht veröffentlicht. Mit dem für 2028 geplanten Serienmodell möchte McLaren Kunden bedienen, die eine unverfälschte Verbindung zwischen Mensch und Maschine mehr zu schätzen wissen als astronomische Beschleunigungs- oder Downforce-Werte.


„Der McLaren McL 6GT verwirklicht die Vision unseres inspirierenden Gründers – ergänzt um sechs Jahrzehnte technologischer Innovation und leidenschaftlicher Entwicklung. Das Ergebnis ist eine moderne Ikone des Fahrerlebnisses. Gleichzeitig steht er sinnbildlich für die mutige, visionäre und ausgesprochen aufregende Zukunft, die wir für McLaren gestalten", meint Nick Collins, CEO von McLaren Automotive.











































