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Diese Design-Studie lehrte BMWs „Clownschuh“ das Laufen

1988 baute die BMW Technik GmbH eine mittlerweile in Vergessenheit geratene Designstudie – der Z1 Coupé Prototyp trug bereits die DNA des zehn Jahre später folgenden Z3 Coupé in sich und war ein Vorreiter des Crossover-Trends.

BMW gab sich in der zweiten Hälfte der Achtzigerjahre betont experimentell, was zum großen Teil auf die Kappe der 1985 gegründeten BMW Technik GmbH ging. Die Organisation hatte die Entwicklung und den Bau von Prototypen, Designstudien und Concept Cars zum Auftrag. Vereinzelt schafften es die Entwürfe des Teams rund um Ulrich Bez sogar in die Serienproduktion – dazu gehörte auch der 1987 vorgestellte und ab Mitte des darauffolgenden Jahres produzierte Z1. Ein Entwurf von Harm Lagaay, der damals Designchef des Tochterunternehmens war.

Das Modell hat aufgrund seines futuristischen Designs, seiner auf 8.000 Stück limitierten Auflage und seines unkonventionellen Türkonzepts schon vor Jahren absoluten Klassiker-Status erreicht. Auch wenn der offene Zweitürer die einzige Version war, die es tatsächlich in die BMW-Showrooms geschafft hat, blieb er nicht die einzige Fingerübung auf der hinterradgetriebenen Roadster-Plattform. 1988 entstand in den Münchner Ateliers der Z1 Coupé Prototyp, der zwar heute so gut wie vergessen, aber in mehrfacher Hinsicht fortschrittlich und richtungsweisend war – konzeptuell, aber auch in Sachen Design.

An der Front mit den breiten Scheinwerfern und den schmalen Nieren sowie der sich nach vorne auswölbenden Stoßstange ist schon gut das Gesicht des Z3 zu erkennen, der rund sieben Jahre später als bayerische Antwort auf das Roadster-Revival der Neunzigerjahre auf den Markt kam. Dazu kam ein ordentlicher Schuss 8er BMW. 1997 wurde auf der IAA in Frankfurt eine Coupé-Version des Mercedes SLK und Porsche-Boxster-Konkurrenten Z3 vorgestellt. Diese ging 1998 in Serie – rund zehn Jahre, nachdem die BMW Technik GmbH bereits einen konkreten Ausblick auf das Shooting-Brake-artige Design mit der charakteristischen Abrisskante gegeben hatte. Die Designer waren ihrer Zeit offensichtlich weit voraus: Die geschlossene Variante des Z3 war lange umstritten und wurde anfangs als „Clownschuh“ verspottet. Erst in den vergangenen Jahren hat sie so richtig an Popularität gewonnen, während auch der Spitzname heute eher liebevoll als abwertend gemeint ist.

 

Zu guter Letzt war der smaragdgrüne Prototyp ein früher Vertreter des Crossover-Trends. Obwohl er das klassische Layout mit dem Sechszylinder vorne und angetriebenen Hinterrädern beibehielt, rollte er auf Geländebereifung und verfügte neben der rustikalen Dachreling auch über eine erhöhte Bodenfreiheit. So sollte er zumindest optisch den Anschein erwecken, für das eine oder andere Offroad-Abenteuer gerüstet zu sein. Technische Daten der Studie wurden kaum veröffentlicht – laut den Münchnern soll das Coupé dank seines 170 PS starken und 2,5 Liter großen Reihensechsers, der ursprünglich dem 325i entliehen worden war, aber bis zu 225 km/h rennen. In dieser Disziplin steht er seinem offenen Bruder in nichts nach. Doch reine Zahlen können gar nicht ausdrücken, wie weit BMWs Experimentalabteilung ihrer Zeit mit dem Freizeitmobil konzeptuell voraus war.

Fotos: BMW Group, Leuba Collection

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