Vergolden Sie Ihren Herbst mit diesem königlichen Aston Martin DB6 Volante

Es gibt schlechtere Stilberater als den Prince of Wales findet der angesehene Journalist Simon de Burton. Schließlich ließ sich Seine Königliche Hoheit einst von den Meriten des Aston Martin DB6 Volante überzeugen. Heute ist das klassische Cabrio ein nobler Vertreter britischer Autokultur.

Was Marktwert, Attraktivität und natürlich cineastischen Ruhm betrifft, mag der Aston Martin DB6 im Schatten des DB5 stehen, aber anders als sein Vorgänger erhielt er das Siegel royalen Wohlwollens.

Die Rede ist vom DB6 Volante in Seychelles Blue, der einst Charles, dem Prinzen von Wales gehörte und, wie oft kolportiert wurde, ein Geschenk seiner Mutter zum 21. Geburtstag gewesen sein soll. Aber laut seiner offiziellen Residenz Clarence House hat sich der Sohn der Queen dieses Cabrio von 1969 irgendwann im Jahr 1970 selbst gekauft. 

Egal wie der DB6 nun in seinen Besitz kam, der Prinz hat sich offenkundig in dieses Auto verliebt. Dieses Jahr markiert sowohl 50 Jahre Treue zu diesem speziellen Cabrio und zu der Marke – ein Beleg dafür ist eine Flotte von Aston Martin, die nach und nach im Dienst des königlichen Haushalts unterwegs waren. Zugleich avancierte die „POW Specification“ zur anerkannten Beschreibung bestimmter Aston-Modelle, die eben spezifische Merkmale aufweisen.

Auch das Exemplar Royal DB6 kann mit einer ungewöhnlichen Konfiguration aufwarten. Vor gut zwölf Jahren drohte der Prinz damit, es in der Garage zu belassen, sollte es nicht eine „umweltfreundlichere“ Überarbeitung erfahren, eine Qualität für die der von Tadek-Marek entworfene Reihensechszylinder nicht bekannt war. Diesen königlichen Wunsch erfüllte der Markenspezialist R. S. Williams und wandelte das Auto so um, das es statt mit herkömmlichen Treibstoff mit Weinabfall und Molke betrieben werden konnte, die in der landwirtschaftlichen Produktion des Prinzen auf dem Gut Highgrove in Gloucestershire anfielen. 

Seine Königliche Hoheit behauptet, dass durch diese Konversion das Auto nicht nur ökologischer geworden sei, sondern auch kraftvoller. Der DB6 Volante absolviert regelmäßig persönliche Auftritte, beispielsweise als Charles im Februar diesen Jahres Ehrengast der Eröffnung von Aston Martins Werk St. Athan war und 2011 als Hochzeitsmobil bei der Vermählung seines Sohnes Prince William.  

Der DB5 von James Bond gilt gemeinhin als „das berühmteste Auto der Welt“ und wenn ein Vertreter dieser legendären Reihe am Markt erscheint, wechselt er für Millionen den Besitzer. Vor diesem Hintergrund fragt man sich, welche astronomische Summe aufgerufen würde, sollte er je unter den Hammer kommen. Von wie vielen der 72 gefertigten DB6 Volante mit manueller Schaltung  kann man schon sagen, dass sie sich seit über einem halben Jahrhundert in königlichen Händen befinden? Die Antwort auf diese Frage fällt sehr einfach aus – keine.

Sollte Sie diese Geschichte von Prinz Charles und seinem außerordentlichen Cabrio bewogen haben, den DB6 Volante in neuem Licht zu sehen und sich sogar vorstellen zu können, selbst in königlichem Stil unterwegs zu sein, dann lohnt sich ein Blick auf dieses Exemplar von 1967, das vom Londoner Händler Taylor & Crawley angeboten wird. Abgesehen davon, dass es zu den 68 Fahrzeugen zählt, die mit einer Automatik ausgestattet wurden und es in einem etwas anderen Blau lackiert worden ist, erinnert es doch sehr stark an das Cabrio von Charles.

In den Annalen von Aston Martin komm dem DB eine wichtige Rolle zu, und das gilt erst recht für die Volante-Version. Der DB6 war das erste Modell, das im berühmten Werk Newport Pagnell entwickelt wurde, aber zugleich war diese offene Variante auch der erste Aston, der sich mit dem Namen „Volante“ schmücken durfte. Durch den längeren Radstand, der versetzten Hinterachse und dem von Ferrari inspirierten Kamm-Heck war das Cabrio schneller und agiler als dessen Vorgänger.

Das Auto, das Taylor & Crawley anbieten, ist ein bestechendes Exemplar aus dieser exklusiven Reihe, nicht zuletzt, weil in den letzten Monaten üppige 24.000 Pfund in die Restaurierung flossen, die einen Fahrgenuss bescheren, der der Optik in nichts nachsteht. 

Alle Extras, die der ursprüngliche Eigner geordert hatte, wurden erhalten: Dazu gehören verchromte Speichenräder, eine hydraulische Servolenkung und eine elektrische Antenne. So kurz waren einst die Optionslisten. Man könnte diesen Aston auch als Auto für den reflektierten Geist bezeichnen – ein Fahrzeug für all jene, die längst nicht mehr Lust haben, James Bond nachzueifern, sondern es nun vorziehen, einen Aston Martin zu fahren, der eines Königs würdig ist. Genau genommen, eines zukünftigen Königs. 

Keine Sorge, Sie brauchen für diesen Volante übrigens weder ein eigenes Weingut noch eine Molkerei – ihm genügt feinstes bleifreies Benzin. 

Fotos: Tim Scott / Fluid Images für Taylor & Crawley © 2020 

Die Produktion dieses Beitrags wurde freundlich unterstützt von Taylor & Crawley. Sie finden diesen Aston Martin DB6 Volante von 1967 zum Verkauf im Classic Driver Markt, zusammen mit dem kompletten Bestand von Taylor & Crawley