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Ferrari-Puristen verachteten ihn — jetzt wird er von Sammlern gejagt

Der Dino hat schon lange seinen Makel abgeschüttelt, kein “echter” Ferrari zu sein. Im Gegenteil gilt er heute dank des zeitlosen Designs, des Mittelmotor-V6 und des famosen Handlings als heißbegehrt, speziell wenn er so originalgetreu ist wie dieser 246 GT, der jetzt von Aguttes versteigert wird.

Der auf dem Genfer Autosalon von 1969 als Ersatz für den Dino 206 GT vorgestellte 246 GT bleibt abseits aller früheren Diskussionen über seinen Status eines der ikonischsten Fahrzeuge, die je in Maranello konzipiert wurden. Als Hommage an Alfredo 'Dino' Ferrari, den früh verstorbenen Sohn von Enzo Ferrari, wurde er unter der Dino-Untermarke vermarktet und trug – wie dieses hier vorgestellte Exemplar – zunächst nicht einmal das Ferrari-Cavallino-Emblem auf der Fronthaube. Viel wichtiger war jedoch die Tatsache, dass Ferrari erstmals in seiner Geschichte ein Modell mit mittig eingebautem Motor auf den Markt brachte. Einen V6 statt eines im Bug installierten V12 alter Schule. 

Entworfen von Pininfarinas Aldo Bravarone, fasziniert der Dino bis heute durch seine puristischen Linien, die ausgewogenen Proportionen und das famose Fahrverhalten. Sein bei Fiat gebauter 2,4-Liter-V6, gespeist von drei Weber-Vergasern und kombiniert mit einem Fünfgang-Schaltgetriebe samt offener Schaltkulisse, leistet 195 PS bei einem Trockengewicht von nur 1080 Kilo. Bis 1974 weniger als 2.500-mal gebaut, genießt der Dino 246 GT heute den Ruf des begehrtesten und wichtigsten Ferrari dieser Ära.

Das von Aguttes angebotene Exemplar wurde am 29. November 1972 über Charles Pozzi, dem offiziellen Ferrari-Importeur für Frankreich, an seinen Erstbesitzer, einen Architekten aus Cannes, ausgeliefert. Seitdem hatte er nur zwei weitere Eigentümer, was sehr selten in Dino-Kreisen ist. Während viele Modelle im Laufe der Jahrzehnte modifiziert oder nach Unfällen repariert wurden, besticht dieses Modell neben seiner Originalfarbe „Rosso Dino” durch seine außergewöhnliche Originalität. Die sich auch im Innenraum widerspiegelt, der eine so nicht noch einmal reproduzierbare Atmosphäre und Patina ausstrahlt. Außerdem beim Wagen geblieben sind alle originalen Auslieferungsunterlagen: Serviceheft, Bedienungsanleitungen, Garantiezertifikat und eine Ferrari-Ledermappe. 

So lässt sich seine Historie präzise nachvollziehen; was dem Dino eine Glaubwürdigkeit und einen bei Sammlern besonders geschätzten historischen Wert verleiht. 2013 wurde dieser Dino einer umfassenden technischen Überholung unterzogen, die unter anderem den kompletten Ausbau des Motors sowie die Aufarbeitung der Zylinderköpfe umfasste. In jüngerer Vergangenheit – zwischen 2023 und 2024 – wurden weitere umfangreiche Arbeiten durchgeführt. Da der kleine Ferrari in den letzten Jahren nicht bewegt wurde, sind noch einige zusätzliche Arbeiten erforderlich, ehe er wieder uneingeschränkt gefahren und genossen werden kann. 

Als lohnendes Restaurierungsprojekt für Liebhaber, die einen nicht alltäglichen Dino suchen, bietet dieses mit den damals für in Frankreich zugelassene Autos typischen gelben Scheinwerfern alle Voraussetzungen für eine erstklassige Investition. Hat sich doch laut den Experten des Auktionshauses Aguttes der Ferrari Dino 246 GT in den letzten fast fünfzehn Jahren als eine der wertstabilsten Anlagen auf dem Oldtimermarkt etabliert. Auch wenn er kein „echter“ Ferrari im klassischen Sinne ist, überzeugen sein Design und seine Fahrdynamik nach wie vor auch anspruchsvollste Kunden – speziell dann, wenn das Objekt der Begierde im Originalzustand erhalten ist sowie eine lückenlos dokumentierte Historie und überschaubare Anzahl an Vorbesitzern vorweisen kann. Dieser Dino erfüllt all diese Kriterien und kommt nun am 21. Juni beim „Summer Sale“ von Aguttes in Paris mit einem Schätzwert zwischen 280.000 und 380.000 Euro unter den Hammer. 

 

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