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Dieser Ex-Michael Schumacher Benetton B192 strahlt Formel-1-Geschichte aus

Der gelb/grüne-Monoposto wurde in der Saison 1992 von Michael Schumacher auf Podiumsplätze gefahren. Jetzt wird der Benetton B192-06 am 25. April bei der Tour Auto-Auktion von Aguttes versteigert. Wir können es kaum erwarten, ihn wieder auf einer Rennstrecke in Aktion zu sehen...

Mit der erstmals von Peter Auto ausgeschriebenen Formula Legend 3.5-Serie finden die Formel-1-Autos der 90er Jahre in diesem Jahr eine neue und sehr wettbewerbsfähige Spielwiese. Und es besteht kein Zweifel, dass der 1992 von Michael Schumacher in der Formel-1-WM gesteuerte Benetton B192-06 dort mehr als willkommen sein wird. Abgesehen von seinem spektakulären und uns noch gut im Gedächtnis verbliebenen Livery Design war dieses Auto ein wichtiges Sprungbrett auf dem Weg zu Schumachers erstem WM-Titel im Jahr 1994. 

Gautier Rossignol, Leiter der „On Wheels“-Abteilung von Aguttes, der diesen Monoposto am 25. April, dem Tag vor dem Start zur Tour Auto 2022 in Paris versteigern wird, fasst die Bedeutung dieses Wagen so zusammen: „Dieser Benetton B192-06 ist in mehrerlei Hinsicht außergewöhnlich, erlaubte er doch Michael Schumacher, sich im Kreis der Großen zu emanzipieren, ehe er sich dann zu einem der größten Formel-1-Welmeister aller Zeiten weiterentwickelte. Ohne Zweifel hat jeder von ihm bewegte Formel 1 dieses gewisse Extra, das einen Rennwagen zu einer Ikone macht.“

Als der italienische Modegigant Benetton 1985 das angeschlagene Toleman-Team aufkaufte, sicherte er sich gleich auch die Dienste des hochtalentierten und bisherigen Toleman-Konstrukteurs Rory Byrne. Erstmals konnte der Südafrikaner aus einem beträchtlichen Forschungs- und Entwicklungsbudget schöpfen. Als Folge konnte Benetton gleich in seiner ersten Grand-Prix-Saison mit dem vom 1,5-Liter-BMW-Turbomotor (M12) angetriebenen B186 beim GP von Mexiko 1986 mit Gerhard Berger seinen ersten Grand Prix-Sieg feiern. Es war der Startschuss zu durchschlagenden Erfolgen im folgenden Jahrzehnt, in dem Byrnes Genie dank einer Mischung aus optimaler aerodynamischer Effizienz und eher konservativen technischen Lösungen zur Geltung kam.

1992 entschied sich Benetton, die F1-Saison mit einer „B“-Version des Vorjahresmodells B191 zu beginnen. Erst beim vierten Grand Prix in Barcelona präsentierte das in Enstone beheimatete Team sein neues, von Byrne entworfenes Chassis B192. Wie der B191 mit Pushrod-Aufhängungen rundum und dem 3,5 Liter großen Ford HB-V8 im Heck, jedoch ohne halbautomatisches Getriebe oder aktiver Federung, stach der Wagen auf Anhieb durch sehr konkurrenzfähige Zeiten hervor. Gleich beim Debüt belohnte Schumacher das Team mit einem zweiten Platz hinter Mansells Williams-Renault. Es folgten ein vierter Platz in Monaco und ein zweiter Rang in Kanada.

„Schumi“ fuhr das hier gezeigte Chassis B192-06 erstmals beim neunten Lauf der Saison, dem GP von England in Silverstone am 12. Juli 1992. Seine Leistung konnte sich auch diesmal sehen lassen: P4 im Qualifying, P3 nach dem Warm-up und - nach einem für viel Aufregung sorgenden Duell mit Senna - P4 im Ziel. Hinter den beiden unantastbaren Williams-Renault von Mansell und Patrese und Martin Brundle im zweiten Benetton.

Zum folgenden Grand Prix am 26. Juli, noch auf dem alten und extrem schnellen Hockenheimring, traten die Benettons im Vergleich gegen die PS-stärkeren Triebwerke von Renault, Honda und Ferrari mit einem Handikap an. Während Mansell im Williams FW14B-Renault den Rest des Feldes wieder klar dominierte, ließ Schumacher bei seinem ersten Heimspiel das Motodrom erbeben, als er im B192-06 zunächst Jean Alesi im Ferrari am Start überholte und nach einem Dreher Patreses hinter Mansell und Ayrton Senna als Dritter über die Ziellinie jagte.

Dann der Höhepunkt des Jahres am 30. August beim Spa-Grand Prix, Schauplatz des Formel-1-Debüts Schumachers im Vorjahr im Jordan.  Nachdem Mansell schon beim vorangegangenen Rennen in Ungarn den WM-Titel unter Dach und Fach gebracht hatte, balgten sich in den Ardennen Senna, Patrese und Schumacher um den Titel „best of the rest“. Der B192-06 war diesmal allerdings nur das Reserveauto, Schumacher gewann seinen ersten Grand Prix am Steuer des B192-05, der erste Sieg eines Deutschen seit Jochen Mass 1975 in Barcelona.

Der letzte Einsatz in der relativ kurzen, aber glanzvollen Karriere des B192-06 ging beim GP von Italien in Monza am 13. September über die Bühne. Gautier Rossignol erinnert sich: „Schumacher legte beim Start einen falschen Gang ein und fuhr zu allem Überfluss in der ersten Schikane einem Ligier ins Heck, was ihn zum Wechsel der Frontschnauze an die Box zwang. In der Folge bestätigte er dann einmal mehr seinen Status als eines der aufstrebenden Talente der Formel 1, indem er vom letzten Platz und noch bis auf Platz drei hinter Senna und Brundle nach vorne fuhr. Danach wurde B192-06 quasi halbpensioniert, schlüpfte für die Rennen in Portugal, Japan und Australien erneut in die Rolle des Reservewagens."

Neben den außergewöhnlichen Fahrkünsten von Michael Schumacher erwiesen sich die Talente von Rory Byrne und des technischen Direktors Ross Brawn als ausschlaggebend dafür, dass Benetton mit dem B192 gegen die finanziell besser aufgestellten Topteams Williams-Renault, McLaren-Honda und Ferrari eine solch gute Figur machte. In der Schlussbilanz belegte Schumacher Platz drei, den gleichen Rang eroberte das Team in der Konstrukteurs-Wertung. Das Benetton Chassis B192-06 war bei acht der 16 Grand Prix der Saison 1992 dabei, drei Mal als Einsatzauto für Schumacher und fünf Mal als Reservewagen. Danach verblieb der Wagen noch für einige Jahre im Benetton-Team, ehe er an den Briten Matthew Mortlock verkauft wurde, der ihn bei BOSS GP-Rennen einsetzte und ihn dann im März 2010 weiter an Prestige Racing veräußerte. Der B192-06 wurde bis 2015 bei LRS Formula gewartet und tauchte anschließend bei Demo-Veranstaltungen wie den Classic Days im französischen Magny-Cours auf. Im Februar 2017 gelangte er dann in die Sammlung seines jetzigen Besitzers.

Mit seinem ikonischen Livery Design, das sehr nah am Original geblieben ist, wird das Auto immer noch von dem historisch korrekten Ford HB Langford Performance Engineering V8 und einem sequentiellen Sechsgang-Getriebe angetrieben. Er hat zwei Sätze frische Felgen erhalten, die denen der Saison 1992 entsprechen. Nach einer Überholung wird er in der vielversprechenden Formula Legend 3.5-Serie von Peter Auto an den Start gehen können. Dazu Patrick Peter: „Wenn der hier gezeigte Benetton, das ikonische Formel-1-Auto der Saison 1992 in den Händen des großen Michael Schumacher, jemals in unserer Formula Legends 3.5 an den Start geht, schaudert es mich bei dem Gedanken, dass dieses einzigartige Stück (...), der Fetisch unserer vergangenen Leidenschaften, den es jetzt darstellt, bei einem Unfall beschädigt werden könnte. Aber diese Angst, dieses Schaudern, ist mir tausendmal lieber als das traurige Gefühl, es vergessen, zerbrochen und mumifiziert altern zu sehen."

Jetzt wissen Sie: Wenn Sie bald der glückliche Verwalter dieses legendären Formel-1-Wagens werden, wird es nicht lange dauern, bis Sie eine Einladung erhalten, ihn auf der Rennstrecke zu fahren!

Fotos: Mathieu Bonnevie © 2022 / Aguttes

Im Classic Driver Markt erfahren Sie mehr über diesen ehemaligen Michael Schumacher Benetton B129, genießen Sie auch den kompletten Katalog von Aguttes Tour Auto-Auktion am 25. April 2022.

Dieser gesponserte Artikel wurde produziert und veröffentlicht als Teil einer bezahlten Partnerschaft mit Aguttes. Classic Driver ist nicht für den Inhalt und die darin enthaltenen Informationen verantwortlich.