Schon einmal daran gedacht, anstatt Autoklassikern alte PCs zu sammeln?

Ist das Sammeln klassischer Automobile für Sie auf die Dauer vielleicht doch zu "mainstreammäßig"? Dann sollten Sie sich vielleicht dem neuen, aufblühenden Phänomen des „Retrocomputing“ zuwenden...

Es ist wie mit unseren Brot-und-Butter-Autos für die tägliche Fahrt zur Arbeit: Unsere modernen PCs oder Macs werden immer schneller, cleverer und unverzichtbarer - doch unsere emotionale Bindung zu ihnen tendiert gegen Null. Im Zuge einer allgemeinen Tendenz zur Nostalgie und von Sehnsüchten nach der analogen Vor-Smartphone-Zeit tut sich jetzt ein neues Sammlerfeld auf: Retrocomputing. Im Grunde handelt es sich um das Äquivalent zum Sammeln von Oldtimern: technisch veraltete Hardware wird nicht mehr für praktische Zwecke, sondern im Rahmen von Freizeitaktivitäten genutzt. Als Folge steigen seltene und ikonische Computer stark an Wert, obwohl sie streng genommen nutzlos geworden sind. Vor kurzem hat der britische Fotograf James Bell das 2007 gegründete National Museum of Computing besucht. 70 Kilometer nordwestlich von London in der Stadt Bletchley gelegen, beherbergt es nach eigenem Bekunden die weltweit größte Sammlung historischer Computer und Großrechner. Bell lichtete die Vorboten der digitalen Revolution ab, als wären sie traditionelle Skulpturen. Vor einen farbigen Hintergrund gestellt, erhalten die Bilder so einen ganz eigenen Reiz. Auch wenn Sie nicht über Nacht dem Retrocomputing-Hype verfallen, sollten Sie diesen aufblühenden Markt im Auge behalten. Denn die Chancen, einen alten Apple II in Ihrem Loft zu parken sind schon um einiges größer als der Erwerb eines klassischen Ferrari.

Fotos: James Ball | Docubyte/INK

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