Diese nostalgischen Schnappschüsse stammen aus einer anderen Welt

Was heute das Smartphone ist, war in der Nachkriegszeit die 35-Millimeter-Kamera. Lee Shulmans Sammlung anonymer Amateurfotos gewährt intime Einblicke in diese vertraute, aber längst vergangene Welt.

Der britische Filmregisseur Lee Shulman hat eine der weltweit größten Sammlungen von Amateurfotografien zusammengetragen – mehr als 700.000 Schnappschüssen unbekannter Fotografen finden sich in den Archiven des 2017 gegründeten „The Anonymous Project“. Bei Taschen ist nun mit dem Bildband „Midcentury Memories“ eine kleine, aber wunderbar nostalgische und charmante Auswahl der von Shulman kuratierten Amateurfotografien erschienen. Die privaten Schnappschüsse von Geburtstagen, Strandurlauben und Autofahrten aus den 1950er, 1960er und 1970er Jahren entwickeln eine seltsame Anziehungskraft – wahrscheinlich ist es die intime Vertrautheit der Protagonisten mit den Fotografen, die den Bildern eine im Instagram- und Selfie-Zeitalter kaum mehr mögliche Natürlichkeit und Authentizität verleiht. Und so vertraut uns die Motive und verwaschenen Kodachrome-Farben aus unseren eigenen Familienalben erscheinen, so ist die Nachkriegszeit, in der sie eingefangen wurden, mittlerweile doch eine ferne, längst vergangene Welt.  

Fotos: Anonym via Lee Shulman / Taschen

Lee Shulmans Bildband „Midcentury Memories“ ist bei Taschen erschienen