

Im renommiertesten Skiresort der Welt wird Ende Januar die 2027er Ausgabe des automobilen Äquivalents von „Stars on Ice“ ausgetragen. Seit 2019 pilgert die Crème de la Crème der Sammlerszene sowie der Automobilfotografen ins Engadin, um einige der schönsten vierrädrigen Kreationen sowie spektakulärsten Boliden aller Zeiten vor der James-Bond-verdächtigen Kulisse zu erleben.
Da in den vergangenen Jahren bereits wunderschöne Vorkriegs-Ikonen wie das Talbot-Lago T150C SS „Teardrop“-Coupé, Motorsport-Helden wie das Gruppe-B-Monster Audi Sport quattro S1 E2 und mit der Geschichte von St. Moritz verbundene Unikate wie Gianni Agnellis Fiat 130 Shooting Brake „Villa d’Este“ auf dem Eis zu bewundern waren, sind die Erwartungen an die nächste Edition entsprechend hoch. Falls Sie einen Ihrer Schätze auf dem zugefrorenen See Runden drehen lassen wollen, können Sie sich ab sofort für die Veranstaltung bewerben. Nach einer sorgfältigen Auswahl werden Sie durch das Komitee darüber benachrichtigt, ob Ihr Auto zugelassen wird oder nicht.


Bei The ICE 2027 wird es insgesamt fünf Kategorien geben. Die Klasse „Barchettas on the Lake“ ist für offene Zweisitzer vorgesehen, wobei die Veranstalter vor allem die offenen Rennsportwagen der 1950er-Jahre im Blick haben. Bei „Concept Cars & One Offs“ kann man den Namen wörtlich nehmen: Visionäre Designstudien, bisher vor allem aus den 1960er- und 1970er-Jahren, sind ebenso gern gesehen wie einmalig karossierte Unikate, die nach den Wünschen ihrer Besitzer entstanden. Die Kategorie „Racing Legends“ ist Rennwagen vorbehalten, die im letzten Jahrhundert in den verschiedensten Serien Motorsportgeschichte geschrieben haben.


Für diese drei Klassen nennt die Ausschreibung keine feste Baujahrsgrenze, moderne Autos sind auf dem Eis allerdings nicht zugelassen. Anders sieht es bei den „Early Stars“ aus, die Präziosen bis Baujahr 1955 offenstehen und vom kunstvollen Vorkriegs-Karosseriebau geprägt sind, sowie bei den „Icons on Wheels“, in denen glamouröse Klassiker antreten, die zwischen 1956 und den frühen 1980er-Jahren gebaut wurden und bestens zur mondänen Atmosphäre des Austragungsorts passen. Nachfolgend stellen wir pro Kategorie zwei Autos vor, die wir Ende Januar besonders gerne auf dem zugefrorenen St. Moritzersee in Aktion sehen würden. Sollte eines dieser Sammlerstücke in Ihrer Garage stehen, laden wir Sie herzlich ein, sich zu bewerben und Teil eines der exklusivsten Automobil-Events des Jahres zu werden.
Für diese drei Klassen nennt die Ausschreibung keine feste Baujahrsgrenze, moderne Autos sind auf dem Eis allerdings nicht zugelassen. Anders sieht es bei den „Early Stars“ aus, die Präziosen bis Baujahr 1955 offenstehen und vom kunstvollen Vorkriegs-Karosseriebau geprägt sind, sowie bei den „Icons on Wheels“, in denen glamouröse Klassiker antreten, die zwischen 1956 und den frühen 1980er-Jahren gebaut wurden und bestens zur mondänen Atmosphäre des Austragungsorts passen. Nachfolgend stellen wir pro Kategorie zwei Autos vor, die wir Ende Januar besonders gerne auf dem zugefrorenen St. Moritzersee in Aktion sehen würden. Sollte eines dieser Sammlerstücke in Ihrer Garage stehen, laden wir Sie herzlich ein, sich zu bewerben und Teil eines der exklusivsten Automobil-Events des Jahres zu werden.

Motorsport-Elite
Bei den „Racing Legends“ würden wir uns zuallererst über einen Matra MS670 freuen. Der blaue Sportprototyp holte zwischen 1972 und 1974 drei Le-Mans-Siege in Folge nach Frankreich, und sein gänsehauterregend kreischender V12 dürfte eindrucksvoll von den Engadiner Bergflanken widerhallen. Da französische Rennwagen der Nachkriegszeit auf dem Eis bislang eher selten zu sehen waren, wäre er zudem eine willkommene Abwechslung. Ebenso gut würde der Lancia 037 mit der Chassisnummer 305 nach St. Moritz passen, mit dem Walter Röhrl 1983 die Rallye Monte Carlo gewann. Der Sieg beim Saisonauftakt legte den Grundstein für Lancias Markentitel, mit dem eines der ersten Gruppe-B-Autos zugleich zum letzten Rallye-Weltmeister mit Hinterradantrieb wurde. Nachdem Stratos HF und Delta S4 bereits über den See gedriftet sind, würde der 037 das Trio von Rallye-Legenden aus dem Hause Lancia bei The ICE endlich vervollständigen.

Kompressor-Kraftpakete der 1930er-Jahre
In der Kategorie „Early Stars“ wäre der 1935er Duesenberg SSJ Special Speedster ein echter Coup, auch dank seines Kompressor-Reihenachtzylinders, der mit seinen fast 400 PS für damalige Verhältnisse unerhört stark war. Das ursprünglich für Clark Gable gebaute Auto ist eines von nur zwei Exemplaren, wurde im August 2026 zum Best of Show in Pebble Beach gekürt und würde frühen Hollywood-Glamour in die Schweizer Alpen bringen. Ein zweiter Wunschkandidat ist der Mercedes-Benz 540 K Spezial-Roadster, dessen elegant geschwungene Karosserie aus Sindelfingen die High Society der Vorkriegszeit begeisterte. Auch hier arbeitet unter der beeindruckend langen Motorhaube ein Reihenachtzylinder mit zuschaltbarem Kompressor, der ihm eine souveräne Kraft verlieh, die bestens zu dem wohlproportionierten Blechkleid und der ehrfurchteinflößenden Aura des Sterns passt. Obwohl er heute zu den begehrtesten Vorkriegsklassikern überhaupt zählt, war er auf dem St. Moritzersee bislang noch nicht vertreten.

Die ersten ihrer Art
Für die „Barchettas on the Lake“ drängt sich der Ferrari 166 MM geradezu auf, schließlich verdankt die gesamte Klasse ihren Namen diesem Auto: Der Journalist Giovanni Canestrini taufte den offenen Zweisitzer 1948 „Barchetta“, also Bötchen. 1949 gewann der 166 MM sowohl die Mille Miglia als auch die 24 Stunden von Le Mans und begründete damit Ferraris Ruf im internationalen Motorsport. Ebenso glanzvoll wäre ein Auftritt des Aston Martin DBR1/1, des ersten von nur fünf gebauten DBR1. Mit ihm gewann Stirling Moss 1959 in einem seiner größten Rennen die 1000 Kilometer vom Nürburgring und ebnete Aston Martin so den Weg zum Titel in der Sportwagen-Weltmeisterschaft. 2017 wurde er für 22,55 Millionen Dollar versteigert und war damit das bis dahin teuerste britische Auto, das je bei einer Auktion verkauft wurde.

Science-Fiction in Reinform
Bei den „Concept Cars & One Offs“ steht der Ferrari 512 S Modulo ganz oben auf unserer Wunschliste. Der Pininfarina-Designer Paolo Martin zeichnete das flache Raumschiff, das eher nach 2070 als 1970 aussieht, als futuristisches Showcar für den Genfer Autosalon. Seine außerirdische Silhouette würde in ihrem strahlenden Weiß vor den verschneiten Gipfeln besonders eindrucksvoll zur Geltung kommen. Mindestens ebenso spektakulär wären Bertones BAT-Cars (offiziell Alfa Romeo B.A.T. 5, 7 und 9 genannt), die Franco Scaglione zwischen 1953 und 1955 entwarf. Mit ihren geschwungenen Heckflossen trieben die Fledermaus-Studien die Aerodynamik-Bestrebungen des „Jet Age“ auf die Spitze. Schon eines der drei Exemplare würde genügen, um dem Publikum in St. Moritz den Atem zu rauben.

Exklusive GTs aus prominentem Vorbesitz
Bei den „Icons on Wheels“ gibt es kaum ein Auto, das besser nach St. Moritz passt als der Monteverdi 375L, der einst Gunter Sachs, dem Playboy schlechthin, gehörte. Das von Frua karossierte 2+2-Coupé ist ein Einzelstück der Schweizer Marke, und sein prominenter Vorbesitzer prägte als Gründer des Dracula Clubs das mondäne Leben im Engadin wie kaum ein anderer. Gut möglich, dass einst auch Brigitte Bardot, damals mit Sachs verheiratet, auf dem Beifahrersitz Platz nahm. Ebenso viel Glamour versprüht der Facel Vega Facel II, den sich Ringo Starr in den 1960er-Jahren gönnte. Der von Hand bei Paris gefertigte Grand Tourer galt mit einer Höchstgeschwindigkeit von über 240 km/h damals als der schnellste Viersitzer der Welt und war bei der High Society auf beiden Seiten des Atlantiks heiß begehrt. Das Exemplar des Beatles-Schlagzeugers ist eines von nur zwei Facel II mit dem 6,7 Liter großen Chrysler-V8 und Handschaltung. Der elegante Zweitürer steht für das letzte große Kapitel des französischen Luxusautomobilbaus vor dem Bugatti-Revival.
Fotos: Keno Zache, Kevin van Campenhout, Błażej Żuławski, Mathieu Bonnevie und Rémi Dargegen for Classic Driver © / Artcurial / Bonhams / RM Sotheby’s / Stellantis / Tom O'Neal für Rolex / Lies De Mol / Tom Shaxson für Phillips / Glen Allsop













































