Stilvolle Verfolgungsjagden mit dem glanzvollsten Polizeiauto der sechziger Jahre

Es ist 1965 in Rom und Sie haben gerade die Handtasche einer Signorina entwendet und springen ins Fluchtauto, das mit aufjaulendem Motor und rauchenden Reifen losprescht. Aber dann sehen Sie im Rückspiegel wie sich die Polizia rasant in einem Ferrari 250 GTE nähert. Geschnappt.

Squadra Mobile

Von 1963 bis 1968 stand dieser elegante V12 Grand Tourer in Diensten der römischen Polizei. Er wurde der Ordnungsmacht auf Anfrage einer der renommiertesten Polizeibeamten Italiens, Armanda Spatafora, ausgeliefert. Er hatte beobachtet, dass die meisten Kriminellen sich immer stärker für schnelle Autos begeisterten. Ferrari lieferte zwei GTE – wovon einer bald als Totalausfall abgeschrieben werden musste – und lud vier angesehene Polizisten Hochgeschwindigkeits-Fahrlehrgang nach Maranello ein. Es dauerte nicht lang und Spatafora und sein Ferrari hatten sich einen Ruf erworben, der ihren Einsätzen vorauseilte. So sehr, dass es seinerzeit in Roms Unterwelt eine Frage der Ehre war, diesem Duo zu entwischen.

Seit es 1968 außer Dienst gestellt worden war, hat das weltweit einzige, offiziell genehmigte Ferrari 250 GTE-Polizeiauto umfassende Pflege erfahren und trat bei verschiedenen feinen Veranstaltungen auf der ganzen Welt auf, unter anderem bei Pebble Beach Concours d´Elegance. Im Jahr 1984 bildeten Spatafora und sein Partner beim Coppa delle Dolomiti-Rennen wieder ein Team und sicherten sich sogar die insgesamt zweitschnellste Zeit! Heute ist dieser fantastisch erhaltene Ferrari, der übrigens auch die umfassende Classiche-Zertifizierung ausweist, das einzige Polizeifahrzeug in Privatbesitz in Italien, der Sirene, Blaulicht sowie die „Squadra Volante“-Farben besitzt. Nun steht er zum Verkauf, angeboten vom Spezialisten für glamouröse italienische Automobile, Girardo & Co. im italienischen Showroom des Händlers. Hatten Sie nicht einmal davon geträumt, Gesetzeshüter zu werden? Mit diesem 250 Stundenkilometer schnellen V12-Ferrari könnten sie zumindest so tun, also ob.

Fotos: Tom Gidden für Girardo & Co. © 2020