So sieht die Zukunft von Audi aus

Mit der Konzeptstudie Prologue hat Audi in Los Angeles einen Vorgeschmack auf die zukünftige Designsprache der Marke gegeben, die endlich wieder auf klare Proportionen und Charakter setzt.

Lange Zeit waren die Modelle von Audi selbst für Automobiljournalisten kaum zu unterscheiden: Ist das jetzt ein A4, oder doch ein A6 oder ein A8? Was an Individualität fehlte, wurde mit grimmigen Xenon-Scheinwerferaugen und berohlichen Kühlerschlünden wettgemacht – egal, ob es sich um ein gewaltiges SUV oder den Kleinwagen im Markenportfolio handelte. Glaubt man Marc Lichte, der seit Februar 2014 als Designchef die ästhetische Ausrichtung der Marke steuert, ist damit jetzt Schluss. Er hat für Audi eine neue Designstrategie entwickelt, die auf klare Proportionen setzt und den Qualitätsanspruch der Marke wieder vergegenwärtigen soll. Auf der Los Angeles Auto Show wurde nun die Studie eines großen Coupés enthüllt, die den neuen Gestaltungsanspruch repräsentiert.

Erfrischend klar und wohlproportioniert

Der Audi Prologue wirkt erfrischend klar und wohlproportioniert, trägt aber deutliche Spuren der Audi-DNA: Die Kanten über den Radhäusern etwa erinnern an den Ur-Quattro und die Außenspiegel aus Aluminium an die Leichtbau-Kompetenzen der Ingolstädter. Auch im Innenraum haben Lichte und sein Team aufgeräumt – das Cockpit wird von einer minimalistisch-schlichten Intrumententafel dominiert und wirkt so geräumig-leicht wie ein Glasbungalow von Richard Neutra, während die integrierte Display-Gestaltung an die Ästhetik aktueller Apple-Produkte heranreicht. Natürlich versteckt sich im Showcar noch weitaus mehr Technik – der Vier-Liter-TFSI-Motor leistet 605 PS und 750 Newtonmeter, es gibt eine Dynamik-Allradlenkung und sogar einen „Butler“, der den Fahrer an seinem Smartphone erkennt und Sitz und Klimaanlage nach dessen Vorlieben verstellt. Ob der Audi Prologue als A9 in Serie gehen wird, ist noch nicht bekannt. Sein Einfluss auf das Design der Marke kann jedoch nicht groß genug sein.