The Kaizen: Der längste Jaguar E-Type der Welt

Wer mit dem Klassiker auf Kontinentalquerung ging, musste sich bisher mit wenig Beinfreiheit und kleinem Gepäckraum abfinden. Ein amerikanischer Jaguar-Fahrer hat sich nun seinen E-Type strecken lassen – und gleich einen passenden Anhänger mitbestellt.

Man muss schon genau hinsehen, um den Unterschied zu sehen. Klar, der Gepäckanhänger springt sofort ins Auge – doch die eigentliche Arbeit der Jaguar-Spezialisten von Classic Motor Cars (CMC) im englischen Bridgnorth steckt in dem eleganten E-Type Series 1 Roadster selbst: Der Wagen wurde nicht nur restauriert, sondern in aufwendiger Arbeit um 11,5 Zentimeter gestreckt. 

Die Essenz bleibt erhalten

Der Stretch-E-Type samt Trailer entstand im Auftrag des amerikanischen Kunden Paul Branstad, der sich das elegantere E-Type-Modell der ersten Serie mit dem größeren Innenraums der von British-Leyland gebauten V12-Modelle der Serien 2 und 3 wünschte. Branstad beauftragte Classic Motor Cars mit dem Projekt, das er – in Anspielung an die japanische Arbeitsphilosophie der stetigen Verbesserung – auf den Namen „Kaizen“ taufte. Um das Leben mit dem Klassiker noch ein wenig einfacher zu machen, wurde die Dachlinie um drei Zentimeter erhöht. Hinzu kam auch eine Servolenkung, eine größerer Benzintank im Kofferraum sowie eine Klimaanlage. Trotz der Modifikationen und modernen Materialien, die im gestreckten E-Type zum Einsatz kommen, war es Brandstad wichtig, die Essenz des Wagens zu bewahren. 

Gepäckraum satt!

Zugegeben, der E-Type hat schon einen knackigen Hintern. Aber braucht man ihn wirklich im Doppelpack? Paul Branstad jedenfalls ließ sich aus den Karosserieteilen zweier E-Types den vielleicht elegantesten Anhänger zwischen Kensington und Kansas konstruieren. Eine klobige Anhängerkupplung wurde dem E-Type glücklicherweise nicht verpasst – das Verbindungsglied findet sich gut versteckt unter dem Rückfahrlicht. Laut Paul Branstad ist der „Kaizen“ auch fahrerisch eine Offenbarung, schließlich hat die Verlängerung den Charakter des Wagens deutlich verändert. Nick Goldthorp, Geschäftsführer von CMC, geht sogar soweit, seine Kreation als besser als das Original zu bezeichnen: „Diesen Wagen“, so Goldthorp, „hätte Jaguar damals bauen sollen!“ Ob man nun zustimmt oder nicht – spätestens bei der Road-Trip-Planung im nächsten Sommer werden Sie wieder an den laaaangen E-Type denken.

Fotos: John Colley, courtesy of Classic Motor Cars Ltd.

Zahlreiche Jaguar E-Type Series 1 stehen auch im Classic Driver Markt zum Verkauf.