Ferrari 225 S Tuboscocca by Vignale: Zwischen Rennstrecke und Concoursrasen

„1952 war das Jahr des 225...“ so ein Zitat aus einem Ferrari-Nachschlagewerk, welches die Attraktivität dieses 2,7-Liter-V12-Klassikers in wenigen Worten deutlich macht. Ein Ferrari zwischen Rennstrecke und Concoursrasen.

 

Anfang der 1950er Jahre wechselte Ferrari die Pferde. Die Carrozzeria Vignale übernahm von Touring die Entwicklung der Karosserien für Rennwagen. Kein anderer als Giovanni Michelotti stand in jener Zeit am Zeichenbrett und brachte wunderbare Berlinetta und Spider zu Papier. Und das in Serie. Auftraggeber waren dabei sowohl das Ferrari Werk wie auch Privatiers, die sich ganz besonders exklusive Sportwagen leisteten.

Als im Jahr 1952 insgesamt 34 Ferrari bei der Mille Miglia teilnahmen, repräsentierte dies rund ein Sechstel der gesamten Ferrari-Produktion. Das Unternehmen steckte noch in den Kinderschuhen und war doch bereits enorm erfolgreich: bei Weltklasse-Rennsportveranstaltungen und bei hoch dotierten Sportwagen-Bestellungen der Superreichen.

 

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Jahr um Jahr erweiterte Ferrari das Volumen des legendären Colombo V12-Motors von 2,0 Liter Hubraum der 166er Modelle auf insgesamt 2.715 ccm des neuen Modells 225. Diese Berlinetta debütierte im Jahr 1952. Zu großen sportlichen Erfolgen auf den Rennstrecken halfen weitere Fahrzeuge wie ein 225 S beim Grand Prix von Monaco und ein 3,0 Liter Hubraum messendes 225 S Vignale Coupé, welches die Mille Miglia als Gesamtsieger abschloss.

 

 

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Dieser Wagen war auf einem Rohrrahmen gefertigt, am Heck mit einer Starrachse versehen und besaß Einzelradaufhängung vorne und Trommelbremsen rundum. Die Scheibenbremsen debütierten erst im Jaguar XK 120. So wundert es kaum, dass der Ferrari 225 S noch auf Blattfedern vertrauen musste. So viel rustikale Technik so elegant zu verpacken, ist schon eine Kunst. Diese äußerte sich auch im Chassis-Aufbau. Bei einigen Fahrzeugen wurden zusätzliche Rohre verschweißt, welche die Steifheit der Konstruktion erhöhen sollten und zudem mehr Anflanschpunkte für die Karosserie ermöglichten. Diese Fahrzeuge sind als Tuboscocca bekannt.

 

 

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Der hier gezeigte Ferrari 225 S Berlinetta, angeboten von Classic Driver Händler E. Thiesen, ist einer jener seltenen Tuboscocca Wagen. Die begleitenden Ordner voll historischer Dokumente belegen seine Renngeschichte. Der wunderbare Tourer lief bei Liege-Rom-Liege, in Reims und Montlhéry. Doch das Auto war auch gern gesehener Gast bei Concours-Veranstaltungen. Bereits am 25. Juni 1952 rollte der kompakte GT mit Chassic-Nummer 0190ED im Pariser Parc de Bagatelle in der Bois de Boulogne zum Elegance-Contest vor.

 

 

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Das offizielle Abschneiden ist nicht dokumentiert. Doch Teilnahmen bei der Neuauflage der Mille Miglia und die Aussicht, auch bei weiteren Top-Veranstaltungen weltweit dabei zu sein, machen diesen Ferrari 225 Sport zu einem äußerst begehrenswerten und auch wettbewerbsfähigen Fahrzeug. Ein Vollblüter – heute wie damals vor über 60 Jahren.

 

Ferrari 225 S Tuboscocca by Vignale: Zwischen Rennstrecke und Concoursrasen

 

Weiterführende Links

Classic Driver Händler E. Thiesen bringt den seltenen Ferrari mit zur Techno Classica nach Essen. Vorab finden sich Informationen und Bilder im Classic Driver Markt.

 

 

Fotos: DERDEHMEL (www.derdehmel.de)