Das ist der Ferrari 550, von dem Sie noch nichts gehört haben

Der 550 gehört zu Maranellos großartigsten Grand Tourern und viele kennen die Rennversionen von Prodrive. Doch Sie haben vermutlich noch nicht von XL Racing gehört, die zwei 550 zu eigenen Superstars der Pisten umgebaut haben...

Die Straßenversion des 550 hat sich ohne Zweifel einen Platz in der Ruhmeshalle der Ferrari Sportwagen mit Frontmotor verdient und ist zugleich schon jetzt ein moderner Klassiker. Mit zwölf Zylindern, einem Handschaltgetriebe mit offener Kulisse und einem Meisterwerk der Pininfarina Karosseriebaukunst bietet er ein Erlebnis, das auch noch zwei Jahrzehnte später von keinem neuen Ferrari erreicht werden kann. XL Racing hatte von Anfang an das im 550 steckende Potential erkannt und es ähnlich wie Prodrive als schlicht unethisch erachtet, die Rennpisten der Welt nicht mit diesem so spektakulären Modell zu schmücken. Ferrari hielt sich zunächst mit der Erlaubnis zurück, Rennversionen von Privatteams aufbereiten zu lassen, lenkte dann aber ein und so entstanden auch zwei identische XL Racing 550 Maranello GTE. 

Um die Autos rennfertig zu machen, erleichterte XL Racing die originale Aluminium-Karosserie. Türen, eine Motorhaube und ein Heckdeckel aus Kohlefaser trugen ihren Teil zu einer Gesamtgewichtsersparnis von bemerkenswerten 400 Kilo bei.  Auch der 5,5-Liter-V12 blieb nicht verschont und wurde im Vergleich zum Serienaggregat um 130 auf 580 PS getunt. Zum Glück wurde die offene Schaltkulisse beibehalten, was dem roten Renner zu einer Zusatzdosis Drama verhilft. Die XL Racing Babys starteten 2003 in Le Mans, doch nur dieser Wagen mit Chassisnummer 108536 sah die Zielflagge. In genau jenem Jahr fuhr der damalige amtierende Weltmeister Michael Schumacher das Auto für einen Funktionstest auf dem kleinen Kurs von Mérignac bei Bordeaux – wovon sein Autogramm auf dem weiß lackierten Dach zeugt. Es sollte jedoch nicht die letzte berühmte Signatur auf der Karosserie von #108536 sein. Denn als 2005 der aktuelle Besitzer das Auto in der GT2-Klasse einsetzte, traf er zufällig Alain Prost, der freundlich einwilligte, das Auto seinerseits zu signieren. Nun kommt der 550 bei Osenats Automobiles de Collection Auktion am 4. Juli unter den Hammer. Das könnte Ihre Chance sein, einen der optisch attraktivsten und am besten klingenden Rennwagen der Marke mit dem Springenden Pferd zu erwerben.