Bonzo’s Big Banger: Wie Led Zeppelin zu ihrem McLaren kamen

John „Bonzo“ Bonhams saß von 1968 bis 1980 am Schlagzeug der britischen Rockband Led Zeppelin – und gilt bei vielen bis heute als bester Drummer der Welt. Doch auch abseits der Bühne hatte „Bonzo“ein Faible für schnelles Metall.

 

Eigentlich war John Bonhams ein einfacher Mann. Während sich die anderen Mitglieder von Led Zeppelin ganz im Sinne des Zeitgeistes für Okkultes begeisterten, Tarotkarten legten oder die Schriften des Mystikers Aleister Crowley studierten, saß „Bonzo“ zwischen zwei Auftritten lieber in seiner Farm in Worcestershire und trank im engsten Familienkreis sein Bier. Auch Autos und Motorräder konnten ihn begeistern. Während die Band-Kollegen Jimmy Page, Robert Plant und John Paul Jones für die Traumsequenzen des Led-Zeppelin-Films „The Song Remains the Same“ von 1976 mystische Abenteuer entsannen, sieht man Bonhams zuhause beim Snooker-Spiel, auf dem Sattel seiner Harley oder am Steuer eines AA-Fueler-Dragsters, der gerade die 400-km/h-Marke durchbricht – während als Soundtrack im Hintergrund seine eigene Zeppelin-Nummer „Moby Dick“ zu hören ist.

Bonzo’s Big Banger: Wie Led Zeppelin zu ihrem McLaren kamen

So wundert es kaum, dass auch die Idee, den Wagen des britischen Rennfahrers Kaye Griffith – einen McLaren M8E/D mit Chassis-Nummer 80-80 – im Look von Led Zeppelin zu gestalten und das berühmte Luftschiff auf die Silhouette pinseln zu lassen, von „Bonzo“ kam. Bereits 1971 und 1972 war der McLaren in der recht unpolulären Interseries für das belgische Team VDS gestartet. Griffith kaufte den Rennwagen im November 1972 – allerdings ohne den ungewöhnlich monströsen Twinturbo-Motor von Chevrolet – und startete damit in den kommenden zwei Jahren bei verschiedenen britischen Rennen. Erstmals war der McLaren mit seinem neuen Led-Zeppelin-Livree im Mai 1974 im Rahmen der Interserie bei der Martini International Trophy Supersports in Silverstone zu sehen. Doch während Griffith in der Formula Libre als Abräumer galt, konnte er gegen die Übermacht der Turbo-Porsche trotz Kriegsbemalung keinen Triumph einfahren.

Bonzo’s Big Banger: Wie Led Zeppelin zu ihrem McLaren kamen

Dennoch war der Led-Zeppelin-McLaren ein echter Hingucker: Die weißen Sterne und die stilisierte Hindenburg auf nachtblauem Lack schienen direkt dem Airbrush-Nebel der damals für ihre Album-Cover berühmte Design-Agentur Hipgnosis auf die Rennstrecke gebeamt worden zu sein. Tatsächlich stammte der Entwurf jedoch vom Art Director Richard Evans, der mit seinem Studio in Herefordshire nicht weit von Bonhams’ Farm arbeitete. Mit etwas Glück kann man den Led-Zeppelin-McLaren, der sich im Besitz der Familie Moritz in den USA befindet, auch heute noch bei historischen Rennveranstaltungen entdecken.

 

Weiterführende Links

Klassische und moderne McLaren finden Sie im Classic Driver Marktplatz.

Die Website von Moritz Motorsports: www.moritzmotorsports.com

Richard Evans Design & Art Direction: www.rdevans.com

 

 

Fotos: Dirk de Jager - Strictly Copyright