
Der Bottroper Edel-Tuner hat am vergangenen Wochenende beim FuoriConcorso nahe dem Comer See ihr drittes eigenständiges Modell vorgestellt. Nach dem von der G-Klasse inspirierten Dünen-Buggy Brabus 900 Crawler aus dem Jahr 2022 und dem auf dem SL basierenden Shooting Brake Rocket GTS im vergangenen Jahr krönt das Unternehmen sein Portfolio nun mit dem Bodo. Der flache, sich auf über vielmehr fünf Meter erstreckende Gran Turismo bietet außergewöhnliche Fahrleistungen, die viele moderne Supersportwagen in den Schatten stellen. Das auf 77 Exemplare limitierte Fahrzeug ist eine Hommage an den verstorbenen Unternehmensgründer Bodo Buschmann. Die Produktionszahl verweist auf das Gründungsjahr 1977 der Manufaktur, die bald ihr fünfzigstes Jubiläum feiert.
Der Bodo garantiert einen imposanten Auftritt, bleibt dabei aber elegant. Statt auf auffällige Farben setzen die Entwickler komplett auf Schwarz, was dem Coupé eine finstere, fast schon bedrohliche Optik verleiht. Der Innenraum ist ebenso dunkel gehalten und mit schwarzem Leder sowie reichlich Sicht-Carbon ausgekleidet. Die gesamte Karosserie des Coachbuilt 2+2-Sitzers besteht aus hochfestem Carbon und baut auf einem Aluminium-Monocoque-Chassis auf.


Die Front erinnert optisch an den Rocket GTS, während das Heck mit seiner mehrteiligen Lichtarchitektur und dem großen integrierten Diffusor eher Assoziationen an Hypercars wie den Mercedes-AMG ONE weckt. Die 21 Zoll großen BRABUS Monoblock Z-GT Räder vollenden den typischen Look der Marke und machen das Auto sofort als Brabus erkennbar. Wer das Profil und die Fensterlinie genauer betrachtet, erkennt jedoch, dass der Wagen seine DNA zu großen Teilen mit dem aktuellen Aston Martin Vanquish teilt. Brabus hat sein Spektrum in den letzten Jahren zwar erweitert und veredelt mittlerweile auch Produkte von Porsche, Bentley und Rolls-Royce, doch die Nutzung einer Aston-Martin-Plattform ist dennoch eine überraschende Wahl. Die Experten aus Bottrop sind schließlich traditionell darauf spezialisiert, individualisierte Boliden auf Basis von Modellen aus Stuttgart zu kreieren.
Obwohl Mercedes-AMG und Aston Martin seit über einem Jahrzehnt kooperieren, geschieht dies vor allem bei der Software und den V8-Motoren der kleineren Modelle. Der 5,2-Liter-V12-Biturbomotor des Vanquish ist dagegen eine rein britische Eigenentwicklung. Er wurde beim Vorgänger eingeführt, für die aktuelle, im Jahr 2024 vorgestellte Generation jedoch stark überarbeitet und leistet im Aston Martin 835 PS. Dem Edeltuner gelang es, erhebliche Zusatzleistung aus diesem Triebwerk zu holen. Der handgefertigte Zwölfzylinder, der an ein Achtgangautomatikgetriebe gekoppelt ist, leistet nun beeindruckende 1000 PS und bietet ein maximales Drehmoment von 1200 Nm.


In Kombination mit dem geringen Trockengewicht von rund 1,8 Tonnen (exakt 1.774 Kilogramm), das durch den umfassenden Einsatz von Carbon erreicht wird, sprintet der Bodo in nur 3,0 Sekunden auf Tempo 100 und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 360 km/h. Ein eigens in enger Partnerschaft mit Continental entwickelter Reifensatz soll garantieren, dass das Coupé mit Hinterradantrieb die Leistung sicher auf die Straße bringt. Brabus wollte den Bodo als eines seiner bisher exklusivsten Angebote positionieren. Das zeigt sich nicht nur in der geringen Stückzahl, sondern auch im Preis von einer Million Euro für den deutschen Markt, womit der Bodo mehr als doppelt so viel kostet wie der Aston Martin, mit dem er sich die Basis teilt.









































